Western Australia
Perth, Fremantle und Rottnest Island
Wähernd wir darauf warten, dass unser Bremach endlich aus dem Container und auf Australiens Strassen darf, bleibt zwischen all den bürokratischen Hürden, die zu nehmen sind noch Zeit, Perth und Fremantle zu erkunden. Wir wohnen in Fremantle, einer netten Hafenstadt mit unzähligen Cafes und Restaurants und vielen kleinen z.T. sehr flippigen und schrägen Läden. Was das Kulturprogramm angeht haben wir uns ob des schönen Wetters entschieden die Museen nur von aussen anzuschauen. Allgegenwärtig ist der Hafen mit den riesigen Containerschiffen und RoRo-Autofähren. Daneben gibt es noch Transportschiffe für Eisenerze oder ähnliches und sogar einen mehrstöckigen Schafstranporter.
Perth hat eine sehr beeindruckende Skyline und eine sehr geschäftige Innenstadt mit zahlreichen Shopping Malls. Extrem schön ist der Kings Park mit dem Botanischen Garten - und das obwohl wir zur "falschen" Jahreszeit da sind, in der kaum noch etwas blüht. Allein die Lage oberhalb des Swan River ist klasse, die vielen Besucher machen den Park lebendig. Auf den Rasenflächen kann man picknicken oder einfach nur ausruhen. Es gibt viele Papageien, die angesichts der fehlenden Blüten für die Farbkleckse sorgen. Überhören kann man sie sowieso kaum. Nebenbei hat man vom Kings Park auch noch einen tollen Blick auf die Skyline von Perth und den Swan River.
Wie alle Touristen und viele Einheimische haben auch wir einen Ausflug nach Rottnest Island gemacht, eine Insel knapp 30 km vor der Küste von Perth/ Fremantle. Die Insel ist bis auf wenige Ausnahmen autofrei und v.a. mit dem Fahrrad zu erkunden. Rottnest ist vor allem bekannt für seine Quokkas - Mini-Känguruhs, die es nur noch dort gibt. Wir haben dann auch tatsächlich zwei gesehen, die waren allerdings doch ziemlich an Menschen gewöhnt und nicht mehr wirklich "wild". Beeindruckend an Rottnest sind vor allem die weissen Strände mit türkisfarbenem Wasser. Wie so oft reicht es mit dem Fahrrad nur ein paar Kilometer weg vom Fähranleger zu fahren und schon hat man die grossen Massen hinter sich gelassen und muss die schönen Strände nur mit wenigen teilen. Die Rundfahrt um die Insel ist nur 25km lang und somit als Tagesprogramm gut zu machen.
Ohne Gangschaltung sind die Fahrräder eigentlich grundsolide, trotzdem braucht es einen Ersatz: zum Leuchturm hinauf hält die Achse nicht ihre Position, es resultiert ein am Rahmen schleifender Pneu. Per Handy wird um "support" gebeten, der kommt 20 Minuten später in Form eines PickUps mit Ersatzrad. Super Sache, Tour verdächtig. Die Umrundung der Insel dauert mit allen Abstechern und Badepausen dann doch etwa 5 Stunden. Eine insgesamt ganz schön anstrengende Angelegenheit, der Muskelkater bleibt trotz aktuell fehlender Fitness aber aus, wahrscheinlich wegen der täglichen Laufeinheiten um den Bremach auf die Strasse zu bringen......
Central West
Nachdem der Bremach endlich aus dem Container und zugelasen war kann es losgehen.
Die erste Etappe führt uns nach Guilderton einen kleinen Ort an der Mündung des Moore River. Hier nutzen wir den sehr schönen Caravan Park dazu, um die Batterien voll aufzuladen, und das Innenleben des Bremach umzuorganisieren. Es gilt das Fluggepäck und die Vorräte in die Schränke zu verpacken. Das erste australische Barbeque findet an diesem Abend bei strömendem Regen statt - ganz so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Am nächsten Morgen erkunden wir noch die nähere Umgebung des Campingplatzes und laufen zur Mündung des Moore Rivers. Diese ist erstaunlicherweise komplett von einer Sandbank verschlossen, die den Wasserstand des Flusses konstant hoch hält. Auf der Sandbank sitzen Pelikane und Seeschwalben, die sich sogar fotografieren lassen.
Da für unseren Gasanschluss immer noch ein Teil fehlt machen wir einen kleinen Umweg (just 10 minutes down the road.....) nach Gingin, um dort das noch fehlende Teil zu erstehen. Nachdem der Gasanschluss nun endlich funktioniert wollten wir eigentlich direkt der Küste entlang von Lancelin in den Nambung NP fahren. Die Piste ist aber wegen Militärübungen gesperrt. Also bleibt nur der Highway.
Im Nambung National Park haben wir uns das schier endlose Pinnacles Desert angeschaut. Unzählige Kalksteinsäulen verschiedenster Grösse und Gestalt im Sand vermitteln das Bild einer Mondlandschaft. Leider kann man im Park nich übernachten, sodass wir uns in Cervantes einen Campingplatz suchen.
Am nächsten Morgen machen wir einen Abstecher in den Stockyard Gully NP. Ein kleiner Park mit guter Infrastruktur (markierte Wanderwege, Informationstafeln..). Im Park gibt es mehrere grosse Höhlen, die zum Teil sogar durchwandert werden können. Leider haben wir die Taschenlampe vergessen, sodass die Wanderung etwas kürzer ausfällt als eigentlich vorgesehen. In den Felsen der Höhlen haben sich Wildbienen angesiedelt, die allzu neugierige Annäherungen prompt bestraften. Die Fahrt in und aus dem Park heraus ist äusserst sandig und erweist sich als erste Prüfung für den Bremach, die er jedoch problemlos meistert.
Den nächsten Halt machen wir in Dongara / Port Denison, einem sehr netten, beschaulichen Städtchen mit schönen Picknickmöglichkeiten am Strand. Während wir dort picknicken kommt ein Angler, der offen bar gerade einen riesigen Thunfisch gefangen hat und schenkt uns zwei dicke Scheiben davon (we have heaps of it...). War sehr lecker !
Nachdem wir ganz Geraldton vergeblich nach einem passenden Tankdeckel durchforstet haben (den hatten wir ca. 50 km nach Perth schon verloren) und schliesslich feststellen mussten, dass es den hier wohl nicht gibt (zum Glück hatten wir Ersatzdeckel mit), sind wir weiter in den Kalbarri NP gefahren.
Im Kalbarri NP hat der Murchinson River tiefe Schluchten in den Sandsteinfelsen gefressen. Die Wände sind zum Teil ca. 100 Meter hoch und bilden mit ihrem Rot einen tollen Kontrast zum Blau des Himmels und des Wassers. Eine schöne Rundwanderung führt entlang einer der Flussschleifen. Beim Bushwalking werden wir von zig Fliegen begleitet, die konstant versuchen in Nase und Ohren zu fliegen und damit doch gewaltig nerven. Sie werden auch während der nächsten Zeit unserer treuen Begleiter sein.....
Kalbarri ist ein zeimlich touristischer Ort, der jedoch trotz allen Rummels seinen Charme nicht verloren hat und an einer sehr schönen Bucht liegt. Jeden Morgen werden am Strand die Pelikane gefüttert, wobei jedoch heute wesentlich mehr Menschen als Vögel anwesend sind. Dennoch erfahren wir bei dieser Gelegenheit Interessantes über die Brillenpelikane. Weiter gehts in den Rainbow Jungle, einen privaten Vogelpark am Ortsrand von Kalbarri, in dem wir die vieleln Papageien, Sittiche und Kakadus bewundern, die zum Grossteil im Park gezüchtet werden. Teurer Eintritt, aber der Park ist mit vielen grossen Freiflugvolieren sehr schön gemacht .
Auf dem Weg durch das Shark Bay Weltnaturerbe halten wir zunächst am Shell Beach an, einem kilometerlangen Strand, der ausschliesslich aus kleinen weissen Muscheln besteht - das alles vor türkisblauem Wasser qualifiziert zur Postkartenidylle. Die Nacht verbringen wir allein auf einem traumhaft auf einer Düne gelegenen Bush Camp (Eagle Bluff) mit Blick auf das Meer und den Sternenhimmel.
Am nächstem Morgen geht es dann nach Monkey Mia zu den wohl meistbesuchten Delphinen Australiens. Die Tiere werden dort jeden Tag gefüttert und kommen dazu an den Strand geschwommen. Das ganze Spektakel wird touristenwirksam inszeniert und hat was von einem Zoobesuch. Trotzdem sieht man wahrscheinlich sonst die Delphine nie so nah und man hat trotz allen Spektakels das Gefühl, dass die Ranger dort wissen was sie tun.
Nach dem Spektakel in Monkey Mia fahren wir in den Francois Peron NP, um den vielen Menschen und dem gut organisierten Tourismus zu entfliehen. Hier findet sich ein irrer Kontrast zwischen den roten Dünen, dem weissen Strand und dem blauen Meer und dem Himmel. Die Zufahrt entpuppt sich allerdings doch als ziemlich allradbedürftig und so gehts langsam durch den tiefen Sand bis zum Bush Camp. Auch hier werden wir neben dem Farbschauspiel mit einem wunderschönen Platz mit Blick aufs Meer belohnt. Nachmittags machen wir noch einen Spaziergang am Strand entlang, wo wir abgesehen von Kormoranen und Seeschwalben (und Fliegen) den ganzen Strand für uns alleine haben.
Der nächste Stop ist Carnarvon, um Vorräte und Tank wieder aufzufüllen. Das was wir dabei von der Stadt gesehen haben erschien uns eher trostlos. Aus Carnarvon kommen - gemäss den Angaben der Einwohner - die besten Bananen der Welt. Jedenfalls kommen die meisten der Bananen in Westaustralien aus Carnarvon. Ob´s nun wirklich die besten sind mag dahingestellt sein - sie waren jedenfalls sehr gut. Wir sind dann noch ein Stück ins Landesinnere gefahren und haben auf einem eigentlich schönen aber schnakenreichen Bushcamp übernachtet.
Bei der Weiterfahrt Richtung Gascoyne Junction war deutlich mehr von der Strasse geteert als in der Karte angegeben, sodass wir recht flott im Kennedy Range NP ankommen. Dieser Nationalpark liegt offensichtlich abseits der klassischen Route und so gibt es ausser uns nur noch eine handvoll weitere Besucher. Den Nachmittag nutzen wir zu einem Bushwalk in die Honeycomb Gorge. Hier hat man tatsächlich das Gefühl vor einer überdimensionierten Honigwabe zu stehen. Die anderen beiden Schluchten erwandern wir am nächsten Morgen. Der berühmte Sonnenaufgang musste wegen Wolken leider ausfallen. Auch hier führt der Weg entlang oder durch ein momentan bis auf einige Pools trockenes Bachbett durch enge Schluchten hinauf bis man am Ende vor einer steilen Felswand steht.
Nun geht es nach einem neuerlichen kurzen Versorgungs-Zwischenstopp in Carnarvon zu den Carnarvon Blowholes. Die mehrere Meter hochspitzenden Wasserfontänen sind schon von weitem sichtbar. Aus der Nähe bieten sie dann ein beeindruckendes optisches und akustisches Erlebnis und führen eindrucksvoll vor Augen, wie stark das Meer doch ist. Das mussten wir dann auch einsehen als wir etwas später nochmal kurz schwimmen gehen wollten. Die Brandung war so stark, dass man sich schon bei nur knapp knietiefem Wasser kaum auf den Beinen halten konnte. Somit war das Schwimmen kurzerhand gestrichen.
Pilbara
Das nächste Ziel ist das Ningaloo Reef, bzw. Coral Bay. In Coral Bay machen wir ein paar Tage Strandurlaub. Hier kann man vom Strand aus wunderbar schnorcheln. Viele bunte Fische aber leider keine lebenden Korallen mehr. Coral Bay ist auch ein Ausgangspunkt um am Ningaloo Reef zu tauchen. Über den gut organisierten Dive Shop kann man Tages Trips buchen, wir haben hierbei sogar Manta Rochen sehen können. Coral Bay ist ein Touristenresort, das insgesamt ziemlich teuer aber auch extrem schön ist.
Das Ningaloo Reef erstreckt sich weiter bis nach Exmouth. Wir fahren allerdings nach einem kurzen Stop, um noch eine weitere Tauchtour zu organisieren, aus der Stadt raus in den Cape Range NP. Der Cape Range NP bietet vor allem traumhafte Buchten und Strände, von denen aus man ebenfalls hervorragend die Unterwasserwelt der ufernahen Teile des Riffs erschnorcheln kann. Es gibt im Park auch noch einige schöne Wanderungen - für die ist es uns allerdings zu warm. Die Campingplätze im Park sind für australische Verhältnisse relativ eng, aber trotzdem sehr schön. Der Sonnenuntergang am Strand bietet uns ein wunderschönes Farbenspiel - herrlich kitschig! Nach 3 Tagen verlassen wir den NP wieder, um Tauchen zu gehen. Das geht nur von Exmouth aus. Nun heisst es erstmal Abschied nehmen vom Meer und all den bunten Fischen. Das nächste Ziel ist der Karinjini NP im Landesinneren.
Der Karijini NP liegt inmitten der Hamersley Range, die vor allem für ihren Eisenerzreichtum bekannt ist. Ausserhalb des NP liegen zahlreiche Minen. Tom Price ist Bergbaustadt und touristischer Asugangspunkt für den Karijini NP. Wir nutzen den bisher günstigsten Spritpreis zum volltanken und machen uns dann direkt auf in den Karijini NP. Bereits die Anfahrt ist ob des farblichen Kontraste, die der rote Fels mit gelbgrünem Spinifex Gras und weisstämmigen Eukalyptusbäumen vor blauem Himmel bietet sehr beeindruckend. Im Park ist unser erster Anlaufpunkt das Besucherzentrum. Dieses besticht durch eine aussergewöhnliche Architektur. Trotz seiner Grösse wirkt es nicht klobig sondern passt sich sehr gut in die Umgebung ein. Nachdem wir uns die Ausstellung angeschaut haben machen wir uns auf zum Dales Bush Camp. Obwohl einigermassen viel Betrieb ist, wirkt das Camp eher leer, da es unterschisdliche Schleifen gibt und so der "Nachbar" doch recht weit entfernt ist. Am Nachmittag machen wir uns auf zu einer ersten Erkundungstour und sind restlos begeistert. Die Dales Gorge ist trotz der steilen Schluchtwände recht sonnig und der Fluss macht das ganze sehr friedlich. Auch hier wieder ein farbliches Kontrastprogramm der Extraklasse. Nachts heulen die Dingos bei annähernd Neumond um die Wette. Am nächsten Morgen brechen wir auf, um die Schlcuht vom Fern Pool zum Circular Pool zu durchwandern. Der Fern Pool ist für dei Aborigines ein heiliger Ort, den eine grosse Schlange einst geformt hat als die Erde noch weich war. Am frühen Morgen so ganz allein wirkt er dann auch ziemlich verzaubert und magisch. Der weitere Weg führt uns vorbei an den Fortescue Falls durch die Schlucht. Immer wieder finden sich erstaunlich bunte Felsabschnitte mit ihren verschiedenen Gesteinsschichten. Der ganze Weg wird untermalt von einem nahezu ständigen Wasserplätschern. Ansonsten herrscht vollkommene Stille - man hört noch nicht mal Vögel zwitschern. Am Ende der Schlucht erreicht man Circular Pool - der bietet eine willkommene Abkühlung inklusive warmer Duschen unter den Wasserfällen am anderen Ende.
Für den nächsten Tag nehmen wir uns den westlichen Teil des Parks vor. Hier sind die Schluchten enger und etwas schwieriger und spektakulärer zu erwandern. Wir beginnen mit der Weano Gorge. Bereits nach kurzer Zeit müssen wir den ersten Pool durchwaten, bevor es dann trockenen Fusses weitergehen kann. Das letzte Stück hinunter zum Handrail Pool erweist sich doch als ziemlich rutschig. Für das letzte Stück braucht es dann ein Seil, entlang dem man sich zum Pool hinunter lassen kann. Leider ist der Pool bedeckt mit zig winzigen Larven, sodass wir darauf verzichten hier zu schwimmen. Als nächstes geht es dann hinunter in dei Hancock Gorge. Auch hier gibt es relativ bald nasse Füsse und hier bleiben die Schuhe dann ganz aus und es geht barfuss weiter vorbei am Amphitheatre. Der Spider walk braucht dann auch alle Viere, bevor man dann am Kermit Pool am Ziel angekommen ist. Wir haben Glück und erwischen gerade die Stunde, in der die Sonne just an diesem Punkt in die Schlucht hineinscheint, sodass wir sogar in der Sonne Schwimmen können.
Auf dem Weg in Richtung Millstream Chichester NP halten wir noch an der Hamersley Gorge, die ebenfalls noch zum Karijini NP gehört. Hier sind die Gesteinsschichten wellenförmig aufgeworfen. Auch hier gibt es eine Reihe von Pools die zum (abendlichen) Bad einladen.
Weiter geht es durch die Hamersley Range in Richtung Millstream Chichester NP. Nachdem wir ganz in der Nähe des Parks auf einer Farm übernachtet haben, kommen wir bereits früh am Morgen im Park an. Wir fahren direkt zum Bush Camp am Crossing Pool - ein wunderschönes Plätzchen Erde - nice and peaceful. Am späten Vormittag brechen wir dann auf zu einem Bushwalk zu der ehemaligen Farm, die heute Besucherzentrum ist. Der Weg führt durch Eukalyptuswälder und Palmenhaine - eine Oase inmitten sonst recht trockener Umgebung. Einmal schrecken wir ein Känguruh auf, das unter einem Baum Rast gemacht hat. Schwer zu sagen wer sich mehr erschreckt hat, wir oder das Känguruh. Wieder zurück am Camp gibt es dann das wohlverdiente Bad im Crossing Pool.
Am nächsten Morgen geht es dann wieder in Richtung Küste und dann nach Port Hedland. Port Headland ist der Eisenerzhafen Australiens und dementsprechend ist die Stadt vor allem davon geprägt. Es gibt einen riesigen Hafen in dem die kilometerlangen Züge aus den Minen ankommen und sonst eigentlich nicht viel. Einkaufen, Autowaschen, Tanken, Schlafen und dann weiter zum 80 Mile Beach.
Der Strand ist ein Eldorado für Angler und Muschelsucher. Die Angler sind am Strand aufgereiht wie auf einer Perlenkette und sind derart erfolgreich, dass wir uns fragen, wer den ganzen Fisch eigentlich essen soll. Leider kommt keiner auf die Idee, dass wir dabei helfen könnten..... Wir beschränken uns aufs Muschelsuchen und sind immerhin so erfolgreich, dass eine Hand nicht mehr ausreicht um alle Muscheln nach Hause zu tragen. Am Abend eilen dann alle an den Strand, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Bei Ebbe wird der Strand unendlich breit, bleibt aber nass, sodass sich das Licht der untergehenden Sonne auf dem Strand spiegelt - traumhaft. Nun verlassen wir die Pilbara in Richtung Broome und der Kimberleys.
Kimberleys
Die erste Station in den Kimberleys ist Broome, das "Tor zu den Kimberleys". Wir kommen sonntags Vormittags in Broome an und die Innenstadt ist wie ausgestorben. Nur eine handvoll Geschäfte sind geöffnet und die Strassen bis auf vereinzelte Menschen in den wenigen geöffneten Cafes leer. Wir machen einen kurzen, eher trostlosen Stadtbummel mit kurzem Zwischenstopp bei der Touristeininformation: die Gibb River Road ist demnach wie auch der Track zu den Mitchell Falls geöffnet - wunderbar. Wir fahren dann relativ schnell zum Campingplatz am berühmten Cable Beach weiter. Der Strand ist hier dann auch recht gut gefüllt, man kann jedoch leider nicht schwimmen, da offensichtlich noch Box Jellyfish im Waser sind. Wir beschränken uns somit darauf den Australiern beim Cricket spielen zuzuschauen und den kitschigen Sonnenuntergang zu geniessen.
Am nächsten Morgen brechen wir mit frisch aufgefüllten Lebensmittelvorräten auf nach Derby. Derbys Innenstadt beschränkt sich auf eine Strasse, sodass wir den Nachmittag auf dem Campingplatz zum Waschen nutzen und ausserdem endlich den nicht mehr abschmierbaren Federbolzen wechseln wollen. Letzteres gestaltet sich als gar nicht so einfach, ein Australier hat schliesslich die richtige Idee, den verkeilten Bolzen wieder in die richtige Position zu bringen. Somit ist der Bolzen zwar nicht ausgewechselt, aber er lässt sich wieder einwandfrei abschmieren : also doch eine erfolgreiche Sache.
Die Touristeninformation in Derby teilt uns mit, dass zwar die Gibb River Road offen ist, der Track zu den Mitchell Falls aber noch mindestens 1-2 Wochen geschlossen sein wird. Der King Edward River sei nicht zu passieren, ein zu "grosses Loch" in der Mitte müsse erst gefüllt werden..... . Etwas enttäuscht, dafür aber mit zahlreichen Informationen über Scenic Flights zu den Mitchell Falls versorgt geht es dann auf dei Gibb River Road.
Zunächst noch auf Teer, dann auf guter Gravel Road geht es zur Windjana Gorge. Die Windjana Gorge ist Teil eines urzeitlichen Riffs mit hohen und steilen Felswänden. Im Wasser tummeln sich unzählige Süsswasserkrokodile oder auch "a few handbags", wie die Australier bemerken. Die "Sweeties" beschränken sich glücklicherweise im Gegensatz zu ihren Salzwasserverwandten "Salties" darauf zu fauchen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Der Weg durch die Schlucht bietet immer neue Ausblicke auf steile Felswände und Flusswindungen und verliert sich gegen Ende der Schlucht irgendwo im Busch.
Der nächste Tag beschert uns zunächst mal einen durchgescheuerten Heizungsschlauch mit entsprechend Kühlwasserverlust, den wir aber, weil Ersatz an Bord, schnell ersetzen können. Ohne grössere Unterbrechung geht es weiter in Richtung King Leopold NP, zur Bell Gorge, die letzten Kilometer auf ziemlich rauher 4x4 Piste. Der Fussweg geht zunächst entlang eines mit Palmen gesäumten, idyllischen Bachbettes bis man an einen grossen Wasserfall kommt, der sich in einen grösseren Badepool ergiesst - wunderschön zum schwimmen. Leider ist das kleinere Buschcamp geschlossen, sodass alle auf dem grösseren übernachten müssen. Der Ranger hier sagt uns, dass er nicht wisse, ob die Strasse zu den Mitchell Falls geöffnet sei oder nicht, zumindest seien in der vorausgegangenen Woche wohl ein paar Leute dort gewesen !??
Am nächsten Morgen erster Halt an der Galvans Gorge, eine malerische Schlucht mit Wasserfall und Badepool, hier herrscht absolute Bade-Pflicht, auch wenn wir deshalb nochmal zum Bremach zurücklaufen müssen.
Weiter auf der Gibb River Road zum Mt Barnett Roadhouse. Hier bekommen wir bestätigt, dass die Strasse zu den Mitchell Falls geschlossen ist, genaueres wüsste aber nur die Drysdale River Station - scheint irgendwie ein Geheimnis zu sein. Vor dem Roadhouse treffen wir dann einen Australier, der uns sagt, dass wir unbedingt zu den Falls müssten: "you can´t visit Western Australia without seeing Mitchell Falls". Er empfiehl uns mit dem Ranger zu telefonieren und hat auch gleich die Telefonnummer parat, leider spricht aber nur ein Anrufbeantworter mit uns.
Entlang der Gibb River road gehts weiter zur Barnett Gorge, rauher 4x4 Track - auch hier wieder ein malerischer Fluss umgeben von Palmen. Den Badepool haben wir nicht gefunden, also planschen wir in einem kleineren Pool. Wie des öfteren ist auch hier schon ein Allrad- Tour Bus. Bei unser Rückkehr vom Walk liegen mal wieder ein paar Menschen unter dem Bremach oder hängen an den Aussenspiegeln - wir gewöhnen uns an den Anblick.
Mit dem Tour Guide unterhalten wir uns dann noch, das Wasser zu den Mitchell Falls sei in der letzen Woche brusthoch und nicht passierbar gewesen, wir würden Gefahr laufen, selbst den Bremach seitlich umzukippen.
Eigentlich wollten wir hier auch übernachten, aber überall stehen jetzt "Day Use Only"- Schilder rum. Wir fahren weiter, aber an allen Campmöglichkeiten, die unsere Bücher und Karten hergeben stehen jetzt diese Schilder rum. Schliesslich sind wir die Sache leid und fahren doch in eine solche Campgelegenheit rein. Verwundert stellen wir fest, dass hier schon zwei Australier campen. Auf unsere Frage nach "Day Use Only" kommt ein knappes "don´t worry about it, everything is allright", die Polizei sei auch schon dort gewesen und habe gesagt, dass eine Nacht dort übernachten absolut in Ordnung sei. Offensichtlich wolle man das Langzeit-Campen an diesen Plätzen unterbinden. Wir bleiben also auch und geniessen einen interessanten Abend am Lagerfeuer.
Obwohl wir die Mitchell Falls schon mehr oder weniger abgeschrieben haben, wollen wir rausfinden, ob die Möglichkeit besteht in die Nähe der Fälle geflogen zu werden, dorthin zu laufen und wieder zurückgeflogen zu werden. Wir schlendern so ein wenig über die Drysdale River Station und staunen nicht schlecht, dass sich die Telefonzelle in einem alten Kühlschrank verbirgt.
Eine Frau in der Drysdale River Station mustert dann kurz unseren Bremach und zückt dann eine Karte. Ihr fahrt jetzt 100 km die Strasse in den Norden, dann nach links zu den Falls abbiegen, nach 7km kommt der Fluss, dort hindurch und weitere 80km zum Mitchell Plateau. Unsere erstaunten Gesichter quittiert sie mit einem: die Strasse sei zwar wohl noch geschlossen, es wären aber schon mehrere Leute dort im Camp, der Ranger habe ihr das erst gestern abend gesagt. Mit unserem Auto sei der Fluss eh kein Problem, wir sollen einfach vorher durchlaufen, "no worries, no crocodiles", falls uns die Sache nicht geheuer wäre könnten wir ja dann auch umkehren.
Nach kurzer Beratung entscheiden wir, uns den Fluss selbst mal anzuschauen.
Der Gravel wird nördlich der Drysdale River Station deutlich schlechter, ein Schild, dass die "Road Closed" ist, finden wir nicht. Nach dem Abzweig zu den Mitchell Falls wird die Dirt Road zum Track und nochmal deutlich rauer, schliesslich stehen wir vor dem King Edward River. Der erste Eindruck ist ein ganz schön breiter und und offensichtlich tiefer Fluss, also aussteigen und durchlaufen. Das gibt dann auch eine nasse Hose. Während wir noch rätseln, ob wir es wagen sollen oder nicht und wie es überhaupt anzustellen ist kommen zwei Toyota Landcruiser Mietwagen von der anderen Seite. In ziemlich flotter Fahrt wird der Fluss passiert, wobei das Wasser über deren Motorhaube läuft als sei es die einfachste Sache der Welt. Nach dem Motto "jetzt oder nie" fahren wir dann auch durch den Fluss, Untersetzung, Allrad und langsam durch: unser Bremach meistert das problemlos, während wir doch die eine oder andere Angstschweissperle vergossen haben. Die nächsten 80km sind wirklich "rough" und entsprechend langsam. Uns fehlt auch (noch) die australische Gelassenheit "just shake it along", sodass wir ziemlich geschafft im Camp ankommen. Dort sind in der Tat noch einige ausser uns, inklusive zweier Tour Busse und vier Hubschraubern, welche dort stationiert sind und um all diejenigen zu den Fällen und zurück zu fliegen, denen drei km Weg zu lang sind.
Natürlich entscheiden wir uns für den Fussmarsch und brechen früh am nächsten Morgen auf. Der Weg führt durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft mit tropischen Wäldern und trockenen Spinifex Ebenen an die Little und Big Mertens Falls und schliesslich zu den Mitchell Falls. Diese ergiessen sich über mehre Stufen in einen riesigen Pool. Eine absolut traumhafte Kulisse, wahrscheinlich auch deshalb, weil kein einziger Hubschrauber nervt, es ist ist wunderbar ruhig und wir haben die Fälle für uns allein.
Auf dem Rückweg versuchen wir die in der Karte eingezeichneten Aboriginal Art Sites zu finden, vergeblich obwohl wir uns auch durch ein zugewachsenes Flussbett schlagen. Bei einer Badepause bei einem schönen kleinen Pool finden wir dann eine ganze Wand voller Aboriginal Art, mehr aus Zufall.
Am Nachmittag mal wieder Gerüchteküche, zunächst heisst es, der Ranger habe gesagt, dass die Strasse geöffnet sei, hinterher reden wir persönlich mit dem Ranger und erfahren, dass die Strasse noch offiziell geschlossen ist. Dieses Hin und Her ist schon erstaunlich, mittlerweile sind sogar zwei Autos mit kleinem Trailer im Camp, ein Toyota ohne Schnorchel und ein Tour Bus: wir lernen, dass viel geredet wird und man sich am besten beim nächstgelegenen Roadhouse selbst erkundigt. Abends geniessen wir dann noch ein Geigenkonzert unseres Campingnachbarn.
Die Rückfahrt am nächsten Morgen treten wir ganz früh an und bei kühleren Temperaturen fährt es sich auch deutlich besser, eine schon in Afrika gemachte Erfahrung. Die Flussdurchquerung geht jetzt auch deutlich einfacher von der Hand, vorher wird der Fluss natürlich nochmal zu Fuss erkundet und dieses Mal die Flussdurchfahrt auch "fotodokumentiert".
Die Nacht verbringen wir an einer Flussquerung mit Seerosenteich an der Gibb River Road.
Am nächsten Tag stehen die letzten Kilometer der Gibb River Road an, die nach Osten hin zusehend schlechter wird. Den Abzweig zu Jack´s Waterhole finden wir leider nicht, eine Beschilderung existiert bei verlassener Station nicht mehr, somit entfällt die ersehnte Badepause. Wir erreichen nachmittags wieder die "Zivilisation" in Kununurra.
Unsere Kardanwelle an der Lenkung braucht jetzt dann doch mal Ersatz, den bestellen wir in Raab bei Erich Christ, per Post sollte das Teil in einer guten Woche hier sein. Bis dahin geht es munter weiter, wir entscheiden uns aber die gut 50km wohl ziemlich rauhe Piste zu den Bungle Bungles ausfallen zu lassen.
Piste zu den Bungle Bungles ausfallen zu lassen.
Aber wir wollen die Bungle Bungles von oben sehen und zwar mit dem Hubschrauber, weil die Flugzeuge viel zu hoch fliegen müssen. Somit fahren wir am nächsten Tag zum Turkey Creek Roadhaouse und treffen auch gleich ein australisches Pärchen, die auch den Flug machen wollen, zu viert ist der Hubschrauberflug deutlich günstiger. Der Flug ist ein einmaliges Erlebnis, die Ausblicke auf die Bungle Bungles einfach grandios. Die gestreiften "Bienenkörbe" wechseln sich ab mit Schluchten, in denen Palmen wachsen. Mit dem Hubschrauber gewinnt man Einblicke in die Schluchten und erkennt die unterschiedliche Vegetation, sagenhaft. Hinten hat der Hubschrauber keine Türen, entsprechend ist die "Ventilation", wie mit dem Motorrad bei 150km/h, macht Spass.
Es folgt der nächste Tag mit einem Besuch des Mirima NP in Kununurra, die Mini Bungle Bungles. Der Park ist klein aber wunderschön. Er begeistert durch seine Farbkontraste und weissstämmigen Eukalypten vor dem roten Sandstein mit interessanten Steinformationen.
Weiter geht die Fahrt ins Northern Territory
