Queensland
Gulf Savannah
Der erste Ort in Queensand ist Camooweel, ein kleines Dorf mit etwas über 100 Einwohnern, das offiziell ein Stadtteil des knapp 190km entfernten Mt. Isa ist. Es dürfte sich hierbei wohl um den am weitesten von seiner Stadt entfernten Stadtteil zumindest Australiens handeln. Unsere Vorräte sind noch ausreichend, sodass wir direkt weiter in Richtung des Lawn Hill NP fahren. In Queensland muss man die Übernachtungen in den meisten Nationalparks telefonisch oder online vorbuchen. Da wir nicht genau wissen, wie lange wir für den Sandover Highway brauchen, versuchen wir nun sehr kurzfristig noch einen Platz zu ergattern, was wegen der aktuellen Schulferien aber scheitert. Zum Glück gibt es am Rand des Nationalparks noch einen privaten Campingplatz auf dem wir schliesslich noch einen Platz finden. Unterwegs wird die Landschaft deutlich fruchtbarer und "feuchter". Die Rinder sehen wesentlich besser genährt aus als rund um Alice Springs und die Farmen liegen deutlich dichter beieinander. Den südlichen Teil des Lawn Hill NP, in dem man diverse Fossilien anschauen kann lassen wir links liegen und fahren direkt weiter zur Lawn Hill Gorge. Dort angekommen mieten wir ein Kanu und paddeln durch die Schlucht. Da nur 12 Kanus gleichzeitig unterwegs sein dürfen geniessen wir 2 stille Stunden auf dem Wasser. Das Wasser der Lawn Hill Gorge sprudelt aus unterirdischen Quellen, die dafür sorgen, dass hier das ganze Jahr über reichlich Wasser fliesst. Das Ufer ist gesäumt von Mangroven und Cabbage Palmen (den nächsten Verwandten der Palmen aus dem Palm Valley bei Alice Springs). Etwa nach der Hälfte der Schlucht muss man das Kanu ein paar Meter tragen, um in die Upper Gorge zu kommen. Offensichtlich habe ich ziemlich schwächlich ausgesehen, zumindest kommt uns ein Australier zu Hilfe und nimmt mir das Boot ab, während idie australischen Frauen ihr Kanu selber tragen müssen...... Die Upper Gorge ist offener und die Wände niedriger als zu Beginn und am Ende kann man in einem quellnahen, kleinen Pool wunderbar planschen. Für den nächsten Morgen haben wir uns die Erkundung des Parks zu Lande vorgenommen und so laufen wir über das trockene Hochplateau in Richtung Upper Gorge. Der Kontrast zwischen dem trockenen Hochplateau und der üppigen Vegetation in der Schlucht ist faszinierend. An den Wänden der Schlucht wachsen Bäume, deren Wurzeln oft mehrere Meter entlang von Felsspalten nach unten wachsen, um an das Wasser in der Schlucht zu kommen. Nach einem Aussichtspunkt mit schönen Ausblicken auf das Ende der Upper Gorge geht der Weg schliesslich unten am Fluss zwischen Felswand und Mangroven entlang. Hier tummeln sich Unmengen an Vögeln, die allerdings meist nur hörbar und nur sehr selten auch sichtbar sind. Am Übergang zwischen Upper und Lower Gorge machen wir schliesslich eine erneute Badepause im Whirlpool, den die Wasserfälle hier erzeugen. Nachmittags laufen wir noch ein Stück stromabwärts. Hier darf man nicht paddeln, zum einen weil dieser Abschnitt eine heilige Stätte der Aborigines ist, zum anderen weil es sich um eine "minimal impact area" handelt, die Natur hier also wenig gestört werden soll. Auf dem Weg am Fluss entlang sehen wir zwei Krokodile beim Sonnenbaden. Am Abend gibt es auf dem Campingplatz dann noch eine Einführung ins "Sterne gucken". Ted, ein Lehrer aus Hawaii, zeigt uns auf sehr unterhaltsame und interessante Weise verschiedene Sternbilder, sodass wir endlich ausser dem Kreuz des Südens zumindest noch 2-3 andere erkennen können.
Am nächsten Morgen geht es Richtung Gulf of Carpentaria, den wollen wir doch zumindest gesehen haben. Über Gregory Downs geht die Fahrt nach Burketown. Burketwon ist eines der Barramundi Angelparadiese Australiens. Wir halten hier nur kurz zum Tanken und fahren dann weiter entlang des Savannah Ways zu dem Leichhardt Falls, wo wir eigentlich übernachten wollen. Der Fluss ist bis auf einige Tümpel ausgetrocknet, sodass wir uns entschliessen noch ein Stück weiter zu fahren. Wir übernachten schliesslich am Flinders River, direkt am Ufer und in nächster Nähe zu potentiell vorhandenen Krokodilen. Am nächsten Morgen geht es weiter nach Normanton, dem Zentrum der Region. Am Ortseingang steht ein Schild "Population small - we love them all. Das Schild verspricht dann auch nicht zuviel und es ist einer der Orte durch die man in weniger als zwei Minuten durchgefahren ist. Normanton hat aber ein hervoragendes Visitor Centre, in dem sehr anschaulich die Geschichte der Region, insbesondere auch die der ersten weissen Farmer, die völlig auf die Hilfe der hier ansässigen Aborigines angewiesen waren dargestellt ist. Neben der Geschichte erfahren wir hier auch, dass in Karumba, unserem heutigen Ziel, das "Quietsche- Entchen Rennen" ist. Also machen wir uns zügig auf die Weiterfahrt, um dieses "Event" nicht zu verpassen. Die Fahrt geht durch flaches Marschland, das Nahrungsquelle zahlreicher Vögel ist. Entlang der Strasse sehen wir viele Brolga Kraniche, Reiher und Ibisse. Karumba hat im Winter wahrscheinlich mehr als doppelt so viele Einwohner wie im Sommer, da es ein beliebter "Überwinterungsort" der Rentner ist. Von hier aus wird auch das Zink, das in der Zinifex Mine bei Lawn Hill gefördert wird exportiert. Interessanterweise wird das ganze als "Schlamm" über eine 300km lange Pipeline hierher transportiert um hier entwässert und gereinigt zu werden. Ein 5000 Tonnen Transportschiff bringt das Zink dann zu den ca. 45 km ausserhalb im Meer ankernden grösseren Schiffen. Neben Zink sind Krabben und Barramundi weitere Exportgüter Karumbas. Leider sind wir zu spät, um noch eine Ente für´s Rennen kaufen zu können, sodass wir keine Chance auf die 1000 Dollar Siegesprämie haben. Der Start des Rennens wird dann sorgfältig geplant und mittels "Probeenten" wird der Kurs vorausberechnet und ein günstiger Zeitpunkt mit weder zu viel noch zuwenig Wind abgewartet. Das ganze hat mittlerweile Dorffestcharakter und ganz Karumba hat sich am Flussufer vesammelt. Es wird gegrillt und allerlei zum Thema Quietscheente verkauft. Interessanterweise hat die Nursery Duck hier ein weisses Kreuz auf rotem Grund - war vielleicht doch eher Swiss Duck ?? Mit ca. einer halben Stunde Verspätung erfolgt dann der Start und die 1060 teilnehmenden Quietschentchen werden von einem Boot aus gestartet (in den Fluss geworfen). Unter grossem Hallo und Anteilnahme aller schwimmen die Enten dann etwa 100 Meter flussabwärts bis zum Ziel. Unter den fachkundige Augen des unabhängigen Schiedsgerichts wird dort der Sieger ermittelt. Anschliessend werden die Enten dann sorgfältig alle wieder aus dem Fluss gefischt - für´s nächste Jahr ! Die spinnen die Australier. Zu ihrer Verteidigung muss man fairerweise dann doch sagen, dass das ganze ein Heidenspass ist und einem wohltätigen Zweck dient. Zum Sonnenuntergang - wohl vorerst einem der letzten, bei dem die Sonne über dem Meer untergeht sind wir nach Karumba Point gefahren und haben zielsicher die Sunset Tavern angesteuert. HIer sitzt man schön etwas erhöht am Strand mit einem wunderschönen Blick auf´s Meer und den Sonnenuntergang. Um das ganze zu perfektionieren gibt es auch noch hervoragendes Essen. Seafood vom allerfeinsten - ein perfekter Abend !
Am nächsten Morgen geht es nach einer etwas unruhigen Nacht - die Trockenanlage der Mine ist doch recht laut weiter entlang des Savannah Way in Richtung Georgetown. Die Fahrt geht zunächst durch relativ "langweilige" topfebene Landschaft, in der nur die Rinder für Abwechslung sorgen. Gegen Nachmittag erreichen wir schliesslich die ersten Ausläufer der Great Dividing Range und die Strecke wird landschaftlich interessanter. Wir übernachten kurz hinter Georgetownin einem ausgetrockneten Bachbett. Am folgenden Tag geht es weiter nach Undarra zu den Lava Tubes. Hier wurde ehemaliges Farmland vor nicht allzu langer Zeit in einen Nationalpark umgewandelt. Das Tourismus- Geschäft ist aber nach wie vor in der Hand der ehemaligen Farmeigentümer und die Lava Tubes kann man nur mit einer organisierten Tour besuchen. Im Gegensatz zu Voyages in Yulara (Ayers Rock) und am Kings Canyon erlauben die niedrigeren Besucherzahlen hier trotz aller Professionalität doch deutlich mehr Charme, was die ganze Sache viel ertäglicher macht. Eine Besonderheit sind zudem die alten, schön restaurierten Eisenbahnwagen, in denen man übernachten kann. Die Lava Tubes sind vor etwa 190 000 Jahren beim hier letzten Vulkanausbruch entstanden. Die Lava ist wohl mehrere Jahre lang sehr langsam entlang eines Flussbetts geflossen. Durch die langsame Fliessgeschwindigkeit sind die äusseren Schichten des Lavastroms erstarrt, während im Inneren noch Lava floss, sodass Röhren entstanden sind. Mittlerweile muten sie eher wie Tunnel oder Höhlen an, da an einigen Stellen die Decke eingebrochen ist und somit die Röhre immer wieder unterbrochen ist. Obwohl nur noch Teile der ganzen ca. 100km langen Röhre intakt sind ist es doch beeindruckend, dass sowas überhaupt entstehen kann. Um wirklich zu verstehen, was wie und wann genau passiert ist braucht es aber noch recht viel Forschung, im Moment ist vieles aber noch blosse Mutmassung. Das "Undara Resort" liegt am Rande eines schönen Wetlands, entlang dem wir am Nachmittag noch einen kleineren Bushwalk machen. Dank des wohl recht üppigen Regenfalls in diesem Jahr, hat es zur Freude der Vögel auch noch recht viel Wasser.
Das nächste Ziel sind Ravenshoe und die Misty Mountains. Hier wollen wir den Regenwald erwandern. In Ravenshoe hat es wieder eine informative Touristeninformation, die uns mit einer entsprechenden Wanderkarte versorgt. Für den Nachmittag suchen wir uns einen kürzeren Weg aus. Das der Weg als schwierig klassifiziert ist nehmen wir zur Kenntnis, hält uns aber nicht wirklich ab, da die schwierigen Wege bisher nie schwierig waren. Nach einem steilen Anstieg wird der Weg aber zum kaum noch erkennbaren Pfad. Wir stapfen durch hohes, nasses Gras, das jegliche Bodenbeschaffenheit überdeckt. So stolpern wir immer wieder über darunter liegende lose Steine. Dazuhin werden wir von ein paar Blutegeln angeknabbert. Nachdem das ganze doch nicht wirklich Spass gemacht hat, beschliessen wir - heil zurück am Bremach - am nächsten Tag einen einfachen Weg zu laufen. Wir übernachten auf einem Parkplatz inmitten des Regenwalds. Es ist unglaublich, wie nass es hier ist. Es tropft richtig von den Bäumen. Früh am Morgen werden wir von einem Froschkonzert geweckt, das mit der Dämmerung vom Vogelgezwitscher abgelöst wird. Der Weg heute soll uns durch den Regenwald zu Walter´s Waterhole mit einem schönen Wasserfall führen und ist gemäss Karte einfach. Recht schnell wird jedoch klar, dass der Weg alles andere als einfach ist. Er führt wirklich mitten durch den Regenwald und man muss sich über weite Strecken regelrecht den Weg zwischen Farnen, Gräsern, Lianen etc. hindurch bahnen. Wir müssen Flüsse überqueren und um nicht allzu fest angeknabbert zu werden ist es auch immer wieder nötig, die zahlreichen Blutegel von unseren Beinen und Schuhen zu entfernen. Nichts desto trotz ist der Regenwald absolut faszinierend mit einer unglaublich dichten Vegetation, den zum Teil riesigen Bäumen und einem Blätterdach, was Sonnenschein am Boden nur an wenigen Stellen zulässt. Walters Waterhole ist wie auch der Wasserfall wunderbar, durch die abgeschiedene Lage wirkt alles sehr naturbelassen und wenig touristisch. Da hier die Karte aber leider falsch ist, irren wir eine ganze Weile auf der Suche nach dem weiteren Weg herum, bevor wir uns entschliessen ein Stück zurück zu einem Forstpfad zu gehen, in der Hoffnung, dass dieser aus dem Wald heraus zur Strasse führt. Das ist dann auch so und ist darüberhinaus nun auch wirklich einfacher zu laufen. Wir kommen schliesslich ziemlich zerkratzt und geschafft am Bremach an.
Nach einem kurzen Einkaufsstopp wieder in Ravenshoe geht es weiter durch die Misty Mountains in Richtung Millaa Millaa. Über dem Regenwald hängen die namensgebenden Wolken und Nebelschwaden. In Millaa Millaa machen wir einen kurzen Abstecher zu den Millaa Millaa Falls, verzichten aber auf das Schwimmen, da es im Regenwald doch recht kühl ist. Ziel des Tages ist Malanda. Hier wollen wir am nächsten Morgen einen durch Aboriginies geführten Regenwald- Walk machen, welcher leider jedoch nur am Wochenende angeboten wird. Dafür erfahren wir, dass in der Nähe Tee angebaut wird und man sich die Fabrik anschauen kann. Also fahren wir am nächsten Morgen dorthin. Die Teefelder sind wunderschön hellgrün und ein toller Kontrast zum dunklelgrünen Regenwald im Hintergrund. Die Teefabrik ist automatisiert , trotzdem aber schön klein und familiär. Die Führung durch die Fabrik findet in kleinem Rahmen statt und ist ungezwungen sowie informativ. Wir können die verschiedenen Produktionsstadien des Tees riechen, aber auch in die Hand nehmen und schmecken. Die Fabrik gehört zu einem Teeanbaugebiet in Malaysia (Cameron Highlands) und so erfahren wir auch die Unterschiede der Teeproduktion hier und dort. Eingedeckt mit malayischem und australischem Tee (natürlich keine Teebeutel) fahren wir weiter nach Atherton. Im Platypus Park kann man wunderbar picknicken, aber um eines der scheuen Tiere zu sehen sind wir zur falschen Tageszeit da. Nach dem Tee am Morgen lockt nun der Kaffee, der rund um Mareeba angebaut wird. In und um Mareeba gibt es verschiedene Kaffeeplantagen, die man besuchen kann. Die ersten beiden, die wir ansteuern sind jedoch eher ein grosser Souvenirladen, in dem der Kaffee unter all dem drumherum etwas zu kurz kommt. Der Espresso hält dann auch den hohen Kaffeeansprüchen von Dirk nicht stand, sodass wir uns nach lediglich kurzem Aufenthalt aufmachen um in den Davies Creek NP weiterzufahren. Hier übernachten wir auf dem Parkplatz, da der eigentliche Campingplatz nur zu Fuss zugänglich ist. Der Bach schlängelt sich malerisch zwischen grossen Granitblöcken durch. Zum Sonnenuntergang laufen wir zu den Wasserfällen hoch, von wo aus man einen malersichen Blick über die Hügel mit der untergehenden Sonne hat. Am nächsten Morgen finden wir dann doch noch guten Kaffee hier. Ein kleiner Familienbetrieb, der früher Tabak angebaut hat und wo uns der Chef persönlich Kaffee kocht. Somit verlassen wir Mareeba doch noch mit echtem australischem Kaffee. Auf dem Weg nach Cairns machen wir nur kurz Halt in Kuranda, da wir - wie alle - die Fahrt mit dem Scenic Railway von Cairns nach Kuranda machen wollen. Einen kurzen Stop machen wir lediglich für den Boardwalk zu den Barron Falls. Ein sehr schön gemachter und gut illustrierter Weg. In Cairns angekommen holen wir zunächst die Reserve Kühlerschläuche und den Luftfilter für den Bremach ab, die wir in Alice Springs bestellt hatten. Sehr zu unserer Überraschung ist die von Iveco in Alice Springs angegebene Adresse aber nicht bei Iveco sondern bei einem Traktorhändler. Immerhin ist aber alles da. Iveco Cairns finden wir dann schliesslich auch und die Mechaniker dort sind auch extrem gut informiert und haben alles vorrätig, was es braucht, um den fälligen Service zu machen. Sie sind etwas erstaunt, dass es die Getriebeaufhängung angeblich in Australien nicht geben soll und dass wir den Luftfilter bestellt haben, sie hätten den immer vorrätig. Ein Blick in den Computer zeigt auch, dass die Getriebeaufhängung beim Iveco-Zentrallager in Melbourne vorrätig ist. Die Mechaniker sagen aber, dass es aktuell kein neues Teil braucht, da das geschweisste bis hierher ohne Probleme durchgehalten hat. Den Termin für den Service bekommen wir auch schneller als gedacht und so entschliessen wir uns, den Service noch vor der Fahrt zum Cape York machen zu lassen. Nachdem das alles organisiert ist machen wir einen ersten Stadtbummel. Cairns hat ein schönes, ziemlich touristisches Zentrum mit unzähligen Geschäften, die alle Opale, Souvenirs oder Touren zum Riff zu verkaufen scheinen. Trotzdem ist das Zentrum einladend zum Bummeln, zumal viele Cafes eine nette Athmosphäre schaffen. Wir geniessen es mal wieder in einer Stadt mit wirklich urbanem Charakter und mit gutem Kaffee zu sein. Eigentlich bereits auf dem Heimweg finden wir noch einen Friseur, der Zeit für uns beide hat, sodass wir uns kurzerhand den fälligen Haarschnitt verpassen lassen. Den nächsten Tag verbriingen wir mit einem neuerlichen Stadtbummel, der vor allem dazu dient Informationen für die Tauch- und Schnorchel Tour einzuholen, die wir nach unserem Trip zum Cape York dann zum Great Barrier Reef machen wollen. Der Nachmittag dient dann dazu unter den wachsamen Augen eines Kookaburras das Homepage Update zu verfassen.
Am nächsten Tag heisst es dann früh aufstehen, da wir heute mit der Scenic Railway nach Kuranda fahren wollen. Die Zugstrecke wurde vor etwa 100 Jahren zur Versorgung der Tablelands erbaut und ist heute eine der Touristenattraktionen in Cairns. Der Zug besteht noch aus den alten Waggons, die - wenn auch mit ziemlich viel Plastik - schön restauriert sind. Die alten Dampflokomotiven wurden jedoch mittlerweile durch Dieselloks ersetzt, um die Strecke schneller zurücklegen zu können. Die Strecke geht durch den Regenwald und überwindet immerhin 320 Höhenmeter. Unterwegs müssen zahlreiche Schluchten über- und 16 Tunnel durchquert werden. Es ist kaum vorstellbar mit welchen Belastungen der Bau der Strecke damals für die Arbeiter, die vollständig auf Handarbeit angewiesen waren, verbunden war Die Fahrt nach Kuranda dauert knapp 2 Stunden und ist ein gut organisiertes Touristenspektakel. Schöne Fotomotive werden rechtzeitig angekündigt und der Zug verlangsamt seine Fahrt entsprechend. Kuranda selber ist ebenfalls eine klassische "Touristenfalle". Die meisten fahren mit dem Zug hoch und mit der Gondel über den Regenwald wieder runter. Geschickterweise fahren beide nur Vormittags und Nachmittags je zweimal, sodass man einige Stunden in Kuranda zubringen muss. Kuranda scheint zudem eine Hippie - und Esoterik Enklave zu sein. Abgesehen davon gibt es richtig guten Kaffee und gutes Eis. Zurück fahren wir mit dem Shuttle Bus. Das es den gibt haben wir zufällig erfahren, bzw. die Tafel mit den Abfahrtszeiten gesehen. Für lediglich 4 Dollar fahren wir so zurück nach Cairns.
Morgen bekommt dann der Bremach seinen wohlverdienten Service und dann kann es losgehen in Richtung Cape York.
Cape York
Früh morgens bringen wir dann, wie vereinbart, den Bremach zum Service zu Iveco. Dort werden wir auch schon erwartet und nach kurzer Besprechung lassen wir den Bremach zurück, um in die Stadt zu gehen. Es heisst gegen Mittag wäre sicher alles fertig. Nachdem wir mitags den vereinbarten Anruf, dass wir den Bremach abholen können noch nicht erhalten haben, machen wir uns mal auf gut Glück auf zurück zu Iveco. Dort finden wir den Bremach noch aufgebockt vor. Offensichtlich gab es und gibt es einige "Notfallreparaturen" von grossen Trucks (unser Bremach ist hier mal der "Kleinste" und natürlich der Schönste) und der Kraftstoffilter war dann doch nicht auf Lager und musste erst woanders besorgt werden. Wir setzen uns in die Mechaniker-Küche und warten auf die Fertigstellung. Etwa eine Stunde später ist es dann auch soweit, der Service ist gemacht, sämtliche Öle und Filter wurden ersetzt und die Räder über Kreuz gewechselt. Ein paar Gummischläuche vom Bremskraftverstärker haben wir auch noch präventiv wechseln lassen, weil sie ein wenig porös erschienen. Mit etwas Verspätung machen wir uns also auf in Richtung Norden nach Port Douglas. Unterwegs machen wir noch den obligatorischen Versorgungsstopp bei Woolworth. Der Captain Cook Highway entpuppt sich als landschaftlich sehr reizvolle Strasse, die unmittelbar entlang der Küste führt mit Regenwald auf der einen und Sandstrand auf der anderen Seite. Port Douglas erreichen wir erst nach Einbruch der Dunkelheit, es erinnert jedoch ein wenig an die Ferienorte an der Adria. Der Campingplatzbesitzer "ermahnt" uns dann auch gleich, dass wir in Zukunft auf jeden Fall vorbuchen sollen, um noch einen Platz zu bekommen, schliesslich wäre das sein vorletzter Platz, komischer Kerl.
Tags darauf geht es früh weiter in Richtung Cape York. Zunächst geht es durch dichten Regenwald wieder auf das Hochplateau rund um Atherton und Mareeba hinauf. Unterwegs bieten sich - trotz bedeckten Himmels und Nieselregen - immer wieder tolle Blicke hinunter auf die Küste. Oben angekommen wird die Landschaft zur Savanne, gespickt mit unzähligen Termitenhügeln. Wir fahren über Lakeland in Richtung Laura. Kurz vor Laura machen wir Halt am Split Rock, um uns die dortigen Felsmalereien anzuschauen. Die Felsmalereien hier zeigen wieder einen komplett anderen Stil als die bisher gesehenen. Es hat viele Zeichnungen von Menschen und einigen Känguruhs sowie Raupen, zudem einen ganzen Felsabschnitt voller Fledermäuse. Nach Laura ist Schluss mit asphaltierten Strassen und uns erwarten etwa 2000 km Piste. Die ersten Kilometer in Richtung Lakefield NP gestalten sich sehr rau, holprig und mit viel Bulldust. Im Park angekommen werden die Pisten wider Erwarten besser. Der Lakefield NP ist vor allem bekannt für seine Wetlands mit vielen Vögeln und ist einer der wenigen Nationalparks in denen man angeln darf. Dementsprechend begegnen uns fast nur Autos mit Boot auf dem Dach. Von den unzähligen Camps haben wir uns das an der Hann Crossing ausgesucht. Das Camp liegt am Flussufer und die einzelnen Plätze liegen recht weit auseinander. So weit, dass uns der Weg zu unserem eigentlichen Platz zu weit ist, und wir auf einem näher (=mehrere 100 Meter) an der Hauptpiste gelegenen bleiben. Wir campen wunderschön am Fluss mit der gebührenden Krokodildistanz vom Ufer entfernt. Krokodile sehen wir dennoch keine, dafür zahlreiche Angler. Weiter geht die Fahrt durch den Park, wo sich immer wieder Wasserlöcher mit zahlreichen Reihern, Störchen und Kormoranen finden. Wir verlassen den Park im Norden in Richtung Musgrave Roadhaouse. Auch hier ist die Piste besser als angekündigt. Beim Musgrave Roadhouse gelangen wir wieder auf die Peninsula Delvelopmental Road, die Hauptroute gen Norden. Hier treffen wir zum ersten Mal eine grosse Gruppe mit 38 Quad Bikes, auf denen sie zum Cape York hochfahren wollen. Eine lustige Truppe, aber völlig verrückt. Dennoch Hut ab vor dieser Leistung, einige aus der Gruppe sind von Western Australia mehrere tausend Kilometer hierher angereist, um an dieser 10 Tages Tour zum Cape York teilnehmen zu können. Wer mehr von den "Verrückten" sehen will: http://www.aussiequadadventures.com.au. Die weitere Fahrt bis Coen gestaltet sich auf guter Piste recht flott, sodass wir noch ein wenig weiter fahren und kurz nach dem Abzweig auf die Telegraph Road unser Nachtlager aufschlagen. Am nächsten Morgen geht es mit gut verzurrtem und verstautem Gepäck dann in Richtung Old Telegraph Track. Wir haben uns sagen lassen, dass der südliche Teil fahrbar sei, im nördlichen Teil jedoch etwa jedes dritte Auto in irgendeinem Fluss versenkt wird. Zudem seien die "Log-Bridges" nicht für grössere Fahrzeuge geeignet, was auch immer das heissen mag. Dementsprechend haben wir uns entschieden den südlichen Teil zu fahren und im nördlichen Teil den Bypass zu nehmen. Am späteren Vormittag machen wir dann einen letzten Stopp am Roadhaouse an der Bramwell Junction, wo wieder alle Quad Bikes versammelt sind und sich ebenfalls für den Old Telegraph Track rüsten. Bereits auf den ersten Metern des Tracks wird klar, dass das hier Allrad-Terrain für Fortgeschrittene oder Verrückte ist. Schon hier wartet der Track mit ersten heftigen "Wash-outs" auf. Nach ein paar Kilometern folgt dann die erste Flussdurchquerung und der erste kurze Herzstillstand. Es geht über einen steilen und hohen Kantenabbruch quasi senkrecht nach unten. Das Wasser ist nicht wirklich tief, aber auf der anderen Seite geht´s dann unwesentlich weniger steil wieder hoch. Im Kriechgang meistert der Bremach diese Hürden jedoch problemlos. In diesem Stil arbeiten wir uns langsam vorwärts. Immer wieder heftige "Wash-outs",in denen wir die Seitneigung annähernd maximal ausreizen müssen und steile Flussufer, bei denen wir auch die Kletterfähigkeit auf die ein oder andere harte Probe stellen. Den legendären Gunshot Creek, in dem auch schon diverse Autos versenkt wurden und diverse andere nur mit Hilfe ihrer Seilwinde mehr oder weniger unbeschadet wieder rausgekommen sind umgehen wir auf einer Seitenstrasse. Hinterher hören wir, dass es wohl mittlerweile eine neue Spur gibt und der Gunshot Creek momentan einfach zu fahren sei. Unterwegs überholen uns immer wieder die Quad Bikes, die mit einer Höllen-Geschwindigkeit über den Track brettern. Auch die meisten Australier sind schneller als wir, wobei wir uns immer wieder fragen, wie die das wohl machen. Kurz vor Ende des südlichen Teils des Old Telegraph Tracks begenet uns dann doch tatsächlich noch ein Fahrradfahrer. Wir beschliessen, dass alle die die 1000 km zum Cape York fahren ein bisschen verrückt sind, die Motorrad- und Quad-Bike-Fahrer ziemlich verrückt sind - aber der Fahrradfahrer dann doch völlig verrückt ist. Wir jedenfalls haben am Ende des südlichen Teils erstmal genug vom Geschaukel und Gerappel und fahren daher dann doch nicht mehr zu den Eliot Falls sondern übernachten kurz davor an einem kleinen Fluss. Der Bremach hat dann auch ein wenig gelitten, die Plastik-Abdeckungen der hinteren Stossstange sind auf der Strecke gebliegen und der Stossdämpfer hat sich losvibriert und ist aus der Halterung rausgesprungen. Wir koennen ihn wieder reindrehen, er löst sich aber weiterhin, sodass wir mit ein wenig Schraubensicherung nachhelfen - in der Hoffnung, dass das jetzt erstmal hält. Für den nördlichen Teil nehmen wir den "Bypass", der in recht gutem Zustand ist und uns rasch an die Fähre über den Jardine River bringt. Die Fähre wurde vor ein paar Jahren eingerichtet, nachdem dann doch zu viele Autos im Jardine River geblieben sind. Da mittlerweile fast alle die Fähre nutzen (müssen) sind die Preise auch sprunghaft gestiegen und so muss man mittlerweile happige 88 AUD berappen, um ans andere Ufer (und hinterher wieder zurück) gebracht zu werden. Nach der Fähre wird die Strasse schlechter und so rappelt und schaukelt es ganz gewaltig bis wir schliesslich Bamaga erreichen. Der weitere Weg zum Tip ist dann mit heftigem Wellblech noch schlechter bis die Piste auf den letzten Kilometern dann wunderschön durch den Regenwald führt. Den letzten Kilometer bis zum Cape York muss man dann zu Fuss zurücklegen. Nach einem kurzen Stück durch den Regenwald, kommt man ziemlich unvermittelt plötzlich an einen traumhaften Strand mit türkisblauem Wasser und weissem Sand, im Hintergrund ein paar Inseln - paradiesisch. Schliesslich erreichen wir ihn dann "The Tip" oder den "northernmost point of the Australian Continent". Der ist freundlicherweise mit dem entsprechenden Schild gekennzeichnet und wohl das hier oben mit Abstand begehrteste Fotomotiv. Um zu seinem obligatorischen Foto zu gelangen, muss man dann auch "anstehen" und warten, um an der Reihe zu sein. Einzel- und Gruppenbilder mit und ohne Kinder und, und und. Das ganze hat ein wenig was von "Stammtischheldentum", man klopft sich auf die Schulter "we did it". Inmitten des Trubels sitzen zwei ältere Damen so um die 80 neben einer leeren Champagnerflasche. Sie erzählen uns, dass ihre Männer da drüben beim Fischen sind und sie es sich hier in der Zwischenzeit gemütlich gemacht haben. Da die Männer keinen Champagner mögen haben sie die Flasche halt alleine getrunken - "we just cleared the bottle off". Die See hier oben ist ziemlich rau und hat eine kräftige Strömung. Der Himmel ist bewölkt und es wechselt zwischen Sonne und Nieselregen, alles bei heftigem Wind, wirkt ziemlich wild. Zurück zum Parkplatz laufen wir über den Hügel, von wo aus man wunderschöne Blicke auf´s Meer und die vielen Inseln hier hat. Leider ist die Sicht nicht gut genug, um bis Papua Neuguinea zu sehen. Wir entschliessen uns auf den Campingplatz an der Punsand Bay zu fahren, um nach all dem Staub der letzten Tage ein bisschen klare Meerluft zu schnuppern. Ein Blick auf die Karte sagt uns, dass es eine Abkürzung dorthin gibt. Am Abzweig treffen wir die beiden Rentner Ehepaare wieder, die uns sagen, dass der Track ein wenig matschig, aber sonst nicht schlecht sei, also fahren wir rein. Bereits nach kurzem stellt sich jedoch raus, dass auch hier heftigste "Wash-outs" sind. Da wir Angst haben den Bremach umzuwerfen drehen wir um und fahren den längeren aber einfacheren Weg aussenrum. Die beiden älteren Herren fahren ohne mit der Wimper zu zucken durch - wahrscheinlich werden wir trotz Old Telegraph Track halt doch keine wirklichen Allrad Helden. Der Campingplatz liegt wunderschön an einer traumhaften Bucht mit türkisblauem Wasser und weissem Strand. Hier sind sie dann auch wieder - die Quad Bikes rüsten sich bereits für den Rückweg - wohl wieder über den Old Telegraph Track. Leider ist es immer noch bewölkt, sodass es heute keinen Sonnenuntergang gibt. Am nächsten Morgen beschliessen wir dann, dass es nicht angehen kann, 1000km z.T. schwere Piste zu fahren um am nächsten Tag direkt wieder umzukehren und gönnen ujns
noch einen Tag Pause vor der Rückfahrt. Wir verbringen den Tag mit Lesen und Strandspziergängen. Auch hier angeln wieder alle, scheinbar werden alle Australier mit Angel- und Allradgenen geboren.
Am nächsten Morgen machen wir uns dann auf den "Rückweg". Bis zur Fähre weitgehend gute Strecke, danach scheint uns die Strecke irgendwie schlechter als auf der Hinfahrt, wahrscheinlich schwindet die "Rüttel-Toleranz" über die Strecke. Die Fruit Bat Falls zwischen nördlichem und südlichem Bypass bieten eine willkommene Badegelegenheit. Die Fälle sind mit ca. 1m nicht besonders spektakulär, aber die Abkühlung tut heute doppelt gut. Wir haben beschlossen, dass uns und unserem Auto einmal Old Telegraph Track reichen und fahren somit auch im südlichen Teil den Bypass. Der ist tatsächlich am Anfang extrem schlecht zu fahren, mit viel Wellblech und immer wieder Löchern in der Piste. Es gibt immer wieder Parallel- Tracks, die offensichtlich von vielen gefahren werden und in der Regel besser sind als die "offizielle" Strecke. Etwa nach der Hälfte bessert sich die Piste und somit können wir unsere Fahrt etwas schneller fortsetzen als bisher. Etwas südlich der Moreton Telegraph Station sehen wir dann plötzlich in der Ferne eine riesige Staubwolke. Ein paar Kilometer weiter finden wir dann ein völlig zerstörtes Auto im Strassengraben. Das Auto hat sich mehrfach überschlagen, der Fahrer ist, wie durch ein Wunder, bis auf ein paar Kratzer unversehrt bereits ausgestiegen. Kurz nach uns hält noch ein Auto der Moreton Telegraph Station, die versprechen einen Wagen zum Abschleppen zu schicken. Wir leisten in der Zwischenzeit ein wenig moralischen Beistand - mehr braucht es zum Glück nicht - und sammeln die weit verstreuten Inhalte des Autos wieder ein. Das Auto wird an den Haken genommen und zur Moreton Telegraph Station gezogen, wir fahren in die andere Richtung weiter zu unserem, von der Hinfahrt bereits bekannten Übernachtungsplatz. Nach langer Überlegung und ein paar "Recherchen" bei einem Tour Guide, gemäss denen die Strasse gut sein soll, haben wir uns entschieden in den Iron Range NP zu fahren. Die Piste dorthin ist tatsächlich vor nicht allzu langer Zeit extrem aufwändig gemacht worden und wir sehen immer wieder Stellen, an denen enorme Erdbewegungen stattgefunden haben müssen. Dennoch ist die Piste, obwohl ordentlich fahrbar, für unsere europäischen Begriffe weit davon entfernt gut zu sein. Die Fahrt ist aber wunderschön, geht zunächst durch sehr grünes Hügelland und dann durch Lowland Regenwald mit vielen verschiedenen Palmen. Gegen Mittag erreichenen wir dann Chili Beach. Das Camp liegt schön in einer Regenwald Lichtung und wir bekommen regelmässigen Besuch von den zahlreichen Brush Turkeys. Der Gang an den Strand ist dann aber eher enttäuschend. Eigentlich wäre der Strand mit seinem weissen Sand, dem türkisen Wasser und einigen vorgelagerten Inselchen traumhaft schön. Leider riecht es jedoch grauenhaft nach Chlor und der ganze Strand ist voll mit angeschwemmtem Müll und türkisem stinkenden Schaum. Bei genauerer Betrachtung sehen wir, dass etwa die Hälfte der herumliegenden Plastikflaschen Wäschebleiche sind, was sowohl den Gestank als auch den türkisen Schaum erklärt. Wahrscheinlich ist mal wieder ein Container "ins Wasser gefallen". Wirklich sehr schade, wäre sonst paradiesisch hier. Wir beschliessen daher nicht wie geplant zwei, sondern nur eine Nacht zu bleiben. Leider spielt auch das Wetter immer noch nicht mit. Es ist weiterhin bewölkt und regnet immer mal wieder. Somit fahren wir am nächsten Morgen im Regen durch den Regenwald. Gegen Mittag dann endlich wird das Wetter besser und der blaue Himmel gewinnt vorübergehend die Oberhand. Etwas nördlich von Coen müssen wir dann durch eine Quarantänekontrolle. Alles Obst und Gemüse wird Stück für Stück gemustert und für gut befunden, sodass wir verlustfrei weiterfahren können. Wir übernachten etwas nördlich des Musgrave Roadhouses ein letztes Mal im Busch des Cape York. Am nächsten Tag fahren wir dann die letzten Kilometer auf guter Gravelroad bis Lakeland und dann hat uns die Zivilisation wieder. In Lakeland gibt es Kaffeeanbau und wieder guten, frischen Kaffee. Die Gelegenheit wird auch prompt genutzt und die Kaffeevorräte mit Laura Valley Coffee aufgefüllt. In Lakeland müssen wir uns entscheiden, ob wir den kürzeren Bloomfield Track oder den weiteren Weg über Teer ans Cape Tribulation fahren. Wieder hat es geregnet, sodass wir unschlüssig sind, ob die wohl extrem steilen Passagen, es heisst bis 25% (!), bei regennasser Fahrbahn fahrbar sind. Ein erster Tour Guide sagt uns, dass der Bloomfield Track unter keinen Umständen fahrbar sei, er sei viel zu glatt und zu gefährlich. Eigentlich entschlossen über Teer zu fahren, treffen wir noch einen deutschen Tour Guide, der uns sagt, das sei alles Quatsch und er würde den Track morgen fahren und das sei alles kein Problem. Also geht´s dann doch weiter in Richtung Bloomfield Track. Die Zufahrt ist bereits recht matschig und da es immer noch regnet, beschliessen wir den Track heute noch zu fahren, obwohl es schon recht spät ist. Der Bloomfield Track geht durch den Regenwald der Küste entlang bis ans Cape Tribulation. Schon zu Beginn gleich die erste Steigung, die so steil ist, dass sie nur mit Allrad und Untersetzung zu bewältigen ist. So "arbeitet" sich der Bremach langsam aber sicher ohne Probleme bergauf. Im gleichen Stil geht es noch ein paarmal bergauf, um dann auf der anderen Seite genauso steil wieder bergab zu gehen. Auch hier braucht es wieder den Kriechgang. Dementsprechend langsam aber sicher und ohne Rutschen geht es vorwärts. Wir schaffen es demnach auch nicht ganz vor Einbruch der Dunkelheit am Cape Tribulation anzukommen. Dort angekommen - es regnet noch immer kräftig - geht es auf den erst besten Campingplatz und auch bald ins Bett. Am nächsten Morgen beschliessen wir, dass wir den Regen hier wahrscheinlich "aussitzen" müssen. In 2 Tagen soll es "aufklaren". Der Campingplatz ist uns aber zu teuer, sodass wir auf einen anderen, günstigeren umziehen. Zuvor muss der völlig verdreckte Bremach aber erstmal mit dem Wasserschlauch vorgereinigt werden. Am Nachmittag hört es dann auch tatsächlich mal auf zu regnen, sodass wir zumindest einen Strandspaziergang zum Cape Tribulation machen können. Hier ist der Strand wirklich traumhaft schön, der Regenwald reicht unmittelbar bis an den Sandstrand, das Wasser ist türkis - nur der Himmel nicht blau. Sehr zu Dirks Freude hat es am Strand viele Kokosnusspalmen und wir finden dann auch zwei Kokosnüsse. Ein Stück weiter hat es dann sogar eine "Kokosnussöffnungsstelle" mit einem Baumstumpf, an dem man die Kokosnüsse knacken kann. Somit ist die Vorspeise für´s Abendessen gesichert. Am nächsten Morgen dann tatsächlich endlich einigermassen blauer Himmel, sodass wir beschliessen noch einen Strandtag einzulegen, da wir ohnehin ein paar Tage vor unserem Zeitplan liegen. Bei blauem Himmel ist alles nochmal deutlich schöner und wir nutzen die Chance, um ausserdem unsere Kokosnussvorräte noch weiter aufzustocken. Abgesehen vom Strand ist uns das Cape Tribulation aber dann doch zu touristisch. Das nächste Ziel ist Mossmann, bzw. die Mossmann Gorge, der südliche Teil des Daintree NP. Die Fahrt dorthin ist wiederum wunderschön. Es geht durch den Regenwald, unmittelbar der Küste entlang und immer wieder bieten sich traumhafte Ausblicke auf Strand und Meer. Unterwegs machen wir einen kurzen Walk durch den Regenwald mit seinen Mangroven und Palmen und einen kurzen Halt am Thornton Beach. Den Daintree River muss man schliesslich wieder mit einer Fähre überqueren - die ist mit 10 Dollar aber verglichen mit der am Cape York nahezu sagenhaft günstig. Eigentlich wollten wir eine Crocodile - Cruise auf dem Daintree River machen, um endlich mal ein Salzwasser Krokodil (aus sicherer Entfernung) zu sehen, aber wir haben uns sagen lassen, dass man besser zu Hartleys Crocdile Adventure gehen soll, denn da würde man sicher Krokodile sehen, auf dem Daintree River bekäme man sie nur selten wirklich zu Gesicht. Also fahren wir direkt weiter in die Mossmann Gorge. Hier gibt es wieder Lowland Regenwald. Entlang des kurzen Bushwalks geht es immer wieder an den gigantischen Bäumen des Regenwalds mit ihrem imposanten Wurzelwerk vorbei. Im Mossmann River kann man auch schwimmen, da es aber Wochenende und dementsprechend voll hier ist, verzichten wir darauf. Ausserdem sind wir zum Baden mittlerweile durchaus Schöneres gewohnt und entsprechend "wählerisch". Nachmittags nutzen wir die Gelegenheit am Campingplatz mit einem 50 Meter Becken doch noch ins kühle Nass zu springen und ein paar Bahnen zu schwimmen. Am nächsten Morgen zeigt sich der Himmel dann noch einigermassen blau, sodass wir beschliessen nicht direkt nach Cairns zu fahren, sondern noch einen Stop an den Northern Beaches von Cairns, in Palm Cove einzulegen. Unterwegs geht es noch zu Hartleys Crocodile Adventures. Hartleys Crocodile Adventures ist ein perfekt organisierter und vermarkteter "Krokdil-Wildpark" rund um die eigentliche Krokodilfarm. Zunächst bekommen wir eine kurze, leider eher oberflächliche Führung durch die Krokodilfarm. Anschliessend geht es dann auf eine Bootsfahrt durch die "Lagune". Beim Einsteigen wundern wir uns noch, dass das Boot voll verglast und vergittert ist. Nachdem die Krokodile dann aber unterwegs gefüttert werden und dabei blitzschnell bis zu 2 Meter aus dem Wasser kommen ist klar, dass jede zufällig aus dem Boot hängende Hand gleichermassen "Krokodilfutter" wäre. Anschliessend gibt es noch eine Krokodilfütterung in einem anderen Gehege, die ähnlich spektakulär ist. Danach bietet der angeschlossene kleine Wildpark Gelegenheit dem "Walt Disney Spektakel" zu entfliehen und gemütlich entlang der Gehege zu spazieren. Hier bekommen wir auch endlich einen Cassowary zu sehen, den wir bisher nur von den Strassenschildern kannten. Ein imposantes, interessantes und schönes Tier. In Palm Cove angekommen ist, obwohl Sonntag und recht sonnig, nicht wirklich viel los und so spüren wir nicht viel von der "sehen und gesehen werden" Athmosphäre der Schönen (und Reichen ?) hier. Abends fängt es dann an zu regnen und um nicht den ganzen Abend im Auto zu verbringen machen wir uns auf, die Cafes und Pubs der Strandpromenade zu erkunden. Durch Zufall entdecken wir den Life Savings Club und deren "Pub". Wir gehen kurz entschlossen hinein und müssen einen Gast-Mitgliedsausweis ausfüllen, um ein Bier zu bekommen. Auf den zweiten Blick sehen wir dann, dass sich hinter dem eher ungemütllichen Clubraum noch ein netter Biergarten befindet, wo es auch was zu Essen gibt. Glücklicherweise hat es mittlerweile aufgehört zu regnen, sodass wir also im Biergarten Fish and Chips essen können - hervorragend.
hat es auch wieder aufgehört zu regnen, sodass wir Fish and Chips im Biergarten essen können.
Am nächsten Morgen regnet es dann wie vorhergesagt. Wir fahren nach Cairns und zu Iveco. Hier soll noch ein Ventil des Bremskraftreglers gewechselt werden, da es nicht ganz dicht ist. Leider hat Iveco aber die Nummer des Teils nicht herausfinden können, sodass wir unverrichteter Dinge wieder gehen. Erich Christ wird uns mal wieder aus der Bredouille helfen müssen. Nach einiger Recherche in Italien hat er uns dann die entsprechende IVECO Nummer des Teils gemailt. Mal schauen, ob IVECO das nun findet und bestellen kann.
Die nächsten 2 Tage verbringen wir bei mässigem bis schlechtem Wetter in Cairns. Wir nutzen ein paar trockene Stunden, um den Bremach mal gründlich zu putzen. Der rote Staub und Dreck ist einfach überall. Danach haben wir wieder ein weitgehend sauberes Auto, in dem man auch wieder etwas anfassen und ablegen kann, ohne dass es sofort dreckig wird. Auf dem Campingplatz in Cairns treffen wir Anja und Holger mit ihren Motorrädern, ebenfalls mit deutschem Kennzeichen, was natürlich sofort für Gesprächsstoff sorgt. Die beiden sind mit ihren BMW´s auf Weltreise und über Russland, Japan und Neuseeland hier nach Australien gefahren. Ihre Reise kann man verfolgen unter http://www.2aufreisen.de. Mit Ihnen verbringen wir zwei schöne und unterhaltsame Tage.
North Queensland
Ganz früh am nächsten Morgen werden wir dann von ProDive zum Tauchen bzw. Schnorcheln abgeholt. Beim Tauch-Shop laden wir dann unsere Ausrüstung auf den Pick Up und kurz darauf geht es weiter zum Boot. Hier ist alles perfekt organisiert und das Frühstück wartet bereits auf uns. Nach kurzer Einführung und Bezug der Kabinen geht es los. Bei immer noch bedecktem Himmel und reichlich Wind ist die Fahrt hinaus zum Outer Reef dann keine wirkliche Freude, wir werden beide richtig seekrank.
Am ersten Tauch- Spot angekommen kann sich der Magen dann etwas beruhigen und erstmal im Wasser verschwindet das flaue Gefühl dann besonders bei mir ganz schnell. Wunderschöne Korallen und viele bunte Fische sorgen für reichlich Ablenkung. Über die nächsten drei Tage bleibt die Organisation auf dem Schiff absolute Klasse. Die verschiedenen Tauch Spots sind alle auch gut zum Schnorcheln geeignet, sodass auch ich neben vielen bunten Fischen und traumhaften Korallen Haie und (endlich auch) tolle grosse Meeressschildkröten sehen kann. Für Dirk war das Tauchen am Ningaloo Reef schöner und er stellte doch fest, dass es im Vergleich mit vor 15 Jahren eher mehr tote Korallen und weniger Fische am Great Barrier Reef gibt. Trotzdem sind die drei Tage auf dem Schiff mit tauchen und schnorcheln wunderbar. Nicht zuletzt auch, weil das Wetter endlich wieder besser ist und wir doch zumindest einige Stunden an Sonne haben, was die Unterwasserwelt noch farbenfroher und leuchtender macht. Leider fehlt uns die Unterwasserkamera um das alles festzuhalten. Die Rückfahrt ist dann zum Glück ruhiger und wir können auf dem Sonnendeck liegen und werden nicht seekrank - herrlich. Zurück in Cairns verbringen wir eine weitere Nacht auf "unserem" Campingplatz und sind so geschafft, dass wir um 19 Uhr ins Bett fallen. Am nächsten Morgen geht es dann endlich weiter, nachdem wir doch länger als uns lieb war in Cairns gewesen sind. Wir machen noch Halt am Markt und decken uns mit herrlichem, frischem Obst und Gemüse ein. Der Markt ist echt ein Traum. Berge von Ananas, Papayas, Orangen, Avokados, Salat, Tomaten etc. und alles frisch und reif geerntet - es riecht einfach unglaublich gut und an fast allen Ständen kann man sogar probieren, was man da kauft. Schade, dass wir nicht jede Woche einen solchen Markt haben. Wir fahren dann weiter in Richtung Süden zum Big Crystal Creek im Paluma Range NP , kurz vor Townsville. Hier finden sich die letzten Ausläufer tropischen Regenwalds und ein wunderschöner Fluss, in dem man Baden kann. Als wir ankommen verschwindet eine Wasserschildkröte ins Wasser und räumt ihren Sonnenplatz am seichten Ufer. Da es schon später Nachmittag und trotz Sonne und strahlend blauem Himmel (endlich!) recht kühl ist, lassen wir die Schildkröte alleine weiter schwimmen. In der Nacht ist das Camp vor allem von Känguruhs besucht und am Morgen weckt uns ein Kookaburra - schön wieder im Busch zu sein. Bereits am späten Vormittag des nächsten Tages hat uns aber die Stadt wieder - wir sind in Townsville angekommen. Die Stadt ist flächenmässig riesengross und die Suche nach einer Uhr (mein Armband ist kaputt und kein Ersatz aufzutreiben und Dirks Uhr ist jetzt auch ausgestiegen) gestaltet sich zu einem strammen Marsch von mehreren Kilometern. Mit typisch australischem Schuhwerk - Flip Flops - ausgestattet müssen wir dann mit Blasen an den Füssen irgendwann kapitulieren und doch das Auto holen. Im nächsten Shopping Centre werden wir dann endlich fündig und sind jetzt nicht mehr "zeitlos". Die Nacht verbringen wir auf einem "Campingplatz" mitten in der Stadt. Der eigentliche Campingplatz ist voll, aber auf dem angrenzenden Festplatz ist noch Platz. Das Ganze ist eine Mischung aus Autobahnraststätte und Rummelplatz. Die Nacht gestaltet sich dann auch ziemlich unruhig. Offensichtlich stehen wir direkt an der Hauptzufahrtsstrasse zum Hafen und dementsprechend reisst der Verkehr die ganze Nacht nicht ab. Um unsere Fähre nach Magnetic Island zu erreichen müssen wir am nächsten Morgen früh aufstehen, sodass die schlaflose Nacht nicht allzu lang wird. Wir fahren mit der Autofähre, die langsamer aber günstiger ist. In Magnetic Island angelangt sind wir überrascht, dass die Insel doch nicht ganz so tourisisch ist, wie anhand der zahlreichen Hochglanzbroschüren, in denen so ziemlich alles von der ganz grossen Party, über Frühstück mit Koalas, Schwimmen mit Pferden und dem kompletten Hochzeitspaket angeboten wird, zu vermuten war. Vielleicht ist es aber auch noch zu früh am Morgen. Wir fahren schliesslich mit dem Bus von Nelly Bay nach Horseshoe Bay und sind unterwegs froh, dass wir uns keine Fahrräder gemietet haben, da die Insel doch recht bergig ist. In Horseshoe Bay angekommen machen wir uns auf zum Bushwalk in Richtung Radical Bay. Der Weg geht über einen Bergkamm schliesslich zum Strand an der anderen Seite. Radical Bay ist menschenleer als wir dort ankommen. Ein wunderschöner Strand mit Palmen und türkisblauem Wasser. Da es noch zu kalt zum Baden ist, laufen wir weiter zur Florence Bay, um dort nochmal ein wenig zu schnorcheln. Auch hier ist zunächst kein Mensch und wir haben den Strand ganz für uns allein. So gegen 11 Uhr kommen dann die ersten und der Strand füllt sich langsam. Zum Schnorcheln hat es leider zu wenig Sicht, da der Sand durch die Wellen recht aufgewühlt ist. Wir beschliessen so gegen Mittag weiter zur Arthur Bay zu gehen, in der Hoffnung hier ein wenig klarere Sicht zum Schnorcheln zu haben. Auch hier wieder ein nahezu menschenleerer Strand - und wir fragen uns, wo wohl die ganzen Touristen auf dieser Insel sind. Die Sicht ist hier tatsächlich besser und wir sehen ein paar schöne Butterfly Fische und einige schöne Korallen. Wir realisieren dann, dass wir uns nun ein wenig beeilen müssen, um wie geplant die Fähre um 15.30 Uhr noch zu kriegen und brechen recht bald wieder auf. Unterwegs kommen wir noch am Startpunkt des "Forts Walks" vorbei. Eigentlich ist die Zeit zu knapp, aber da es hier Koalas geben soll, beschliessen wir dann doch zumindest ein Stück davon zu laufen und schlimmstenfalls die spätere Fähre zu nehmen. Nach ein paar hundert Metern werden wir dann auch prompt belohnt, mit einem Echidna. Die scheuen igelartigen Tiere bekommt man nicht so oft zu Gesicht. Ein Stück weiter führt uns dann eine Menschenansammlung zu drei Koalas, die erstaunlich wach sind und nicht nur schlafend in einer Astgabel sitzen, sondern im Baum hin und her klettern. Ein Blick auf die Uhr sorgt dann für die Entscheidung hier umzukehren und darauf zu hoffen, dass uns vielleicht jemand die letzten 4km bis Nelly Bay mitnimmt und wir so vielleicht noch die Fähre erwischen. Das klappt dann auch prompt und so kommen wir sogar noch dazu mit einem der berühmten Mokes (das Mietauto auf Magnetic Island) zu fahren und erreichen tatsächlich noch die frühere Fähre zurück nach Townsville. Dort angekommen verlassen wir die Stadt in der Hofnung auf eine ruhigere Nacht und fahren in den Bowling Green Bay NP. Hier ist es zu unserer Überraschung rappelvoll und auf dem Campgroud kein einziger Platz mehr frei. Da es aber zu spät ist, um noch weiterzufahren, beschliessen wir dennoch zu bleiben. Ein Stück vor dem Camp hat es Picknickplätze, an denen kein "Camping verboten" Schild steht. Wir stehen aber noch keine Stunde als der Ranger kommt und uns mitteilt, dass wir hier nicht campen dürfen. Zum Glück haben wir ordnungsgemäss bezahlt und so ist er damit einverstanden, dass wir in der "day-use-area" übernachten. Hier haben wir richtig viel Platz, während die Camper auf dem Campground dicht gedrängt stehen müssen. Die Nacht ist dann auch wieder wunderschön ruhig. Am nächsten Morgen machen wir dann noch einen kurzen Spaziergang zum Alligator Creek, in dem man, anders als sein Name vermuten lässt, ebenfalls schön schwimmen kann. Bei nur 8° Celsius verzichten wir aber ein weiteres Mal, zumal wir ja wieder zur Küste fahren. Das heutige Ziel ist Bowen und die Horseshoe Bay. Wir fahren direkt zum Strand und geniessen einen Nachmittag am Strand. Der Strand ist wunderschön gelegen. Die Bucht wird, wie auf Magnetic Island, von Granitfelsen begrenzt und im Hintergrund sieht man schon die nördlichsten der Whitsunday Inseln. Auch beim Schnorcheln sieht man hier erstaunlich viel. Es gibt zwar nicht so viele Fische, dafür aber wunderschöne Korallen. Die abendliche Suche nach einem Campingplatz gestaltet sich dann aber ziemlich schwierig. Sämtliche Campingplätze in der Stadt sind restlos ausgebucht. Erschwerend kommt hinzu, dass wir für die Suche der Campingplätze ausgewachsene Pfadfindereigenschaften brauchen, da es quasi keine Beschilderung gibt. Schliesslich bleibt uns einmal mehr der Platz in unmittelbarer Nähe des Highways. Wider Erwarten haben wir aber trotzdem eine relativ ruhige Nacht. Das nächste Ziel ist dann Airlie Beach, der Ausgangspunkt praktisch aller Segeltörns zu den Whitsundays. Dementsprechend besteht Airlie Beach praktisch nur aus Reisebüros, Touristeninformationen, Pubs und Backpackern. All diejenigen, die nicht auf dem Schiff sind verbringen ihre Zeit hier offensichtich mit Feiern und am Strand liegen. Viel mehr hat Airlie Beach aber auch nicht zu bieten. Der Ort ist nichts desto trotz wunderschön. Die Kulisse der Whitsundays ist perfekt für die zahlreichen Segel- und Motorboote, die auf dem Meer und im Hafen ankern. Zudem wurde eine schöne künstliche Lagune angelegt, um das Problem der Mangrovenküste zu lösen. Wirklich sehr gelungen. Wir stürzen uns zuallererst auf die verschiedenen Reisebüros, um noch einen Segeltörn zu Last Minute Konditionen zu buchen. Nach einiger Suche mit mehreren skurrilen Reisebüroangestellten, bei denen wir eigentlich auf die versteckte Kamera gewartet haben, werden wir schliesslich fündig und können tatsächlich am nächsten Morgen bereits wieder für drei Tage aufs Boot mit der Möglichkeit sogar noch ein wenig zu tauchen.
Am nächsten Morgen parken wir unseren Bremach an der Marina und werden hier auch pünktlich abgeholt. Die Gruppe ist klein und deutlich netter als die beim Tauchen. Die Kiana ist etwa 20 Meter lang und mit 14 Passagieren plus drei Crewmitgliedern dann doch recht gut gefüllt. Bei traumhaftem Wetter und glatter See geht´s los. Erwartungsgemäss ist kein Wind, sodass wir zunächst noch nicht segeln können. Die Whitsundays zeigen sich heute von ihrer allerbesten Seite: Spiegelglattes türkisfarbenes Meer mit ein paar Booten, weisse Strände, grün bewaldete Inseln und ein tiefblauer, wolkenloser Himmel.
Wir fahren in Richtung Whitehaven Beach vorbei an den Molle Islands zwischen Whitsunday und Hook Island auf die Westseite der Whitsunday Island. Hier ankert die Kiana in der benachbarten Bucht und wir fahren mit dem kleinen Beiboot an den Strand. Am Whitehaven Beach darf man nicht ankern, sodass wir über einen kleinen Hügel zum Whitehaven Beach laufen. Auf dem Hügel befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem aus wir den ersten Blick auf Whitehaven Beach werfen können. Dabei verschlägt es einem vor lauter Begeisterung fast die Sprache und man versteht sofort, warum dies eines der meist fotografierten Motive Australiens ist. Whitehaven Beach gilt zudem als einer der drei schönsten Strände weltweit. Wunderbarer weisser Sand mit klarem türkisblauem Wasser vor grünem Hintergrund - echt paradiesisch. Schliesslich laufen wir dann runter zum Strand und sind erneut vollkommen fasziniert. Der Sand hier ist unglaublich weich und fühlt sich eher an wie Puder, zudem ist er wohl auch der einzige weltweit, der nahezu aus reinem Silica besteht. Früher haben die Japaner aus diesem Snad Kameralinsen hergestellt. Mitlerweile ist der Sandabbau schon lange gestoppt und nur die NASA hat noch etwas bekommen um die Linsen des Hubble Space Teleskop herzustellen. Wir verbringen ca. eine Stunde am Strand mit Spazierengehen, Frisbee spielen und staunen, bevor wir wieder abgeholt und zurück auf die Kiana gebracht werden. Wir fahren nun an das nördliche Ende der Hook Island, um in der Luncheon Bay unseren Übernachtungsplatz zu beziehen. Wir geniessen einen wunderschönen Sonnenuntergang und am Abend gibt´s dann noch eine Fotoshow aller Bilder, die die Crew tagsüber gemacht hat. Recht früh am nächsten Morgen geht der Weckruf durchs Schiff und zunächst dürfen alle mit Tauchschein zum Tauchen. Die anderen versuchen sich in derZwischenzeit bei leider mässiger Sicht am Schnorcheln. Nachdem die anderen wieder auf dem Boot sind wird´s dann ernst und für mich steht der erste Tauchgang meines Lebens an. Mittlerweile macht es mir richtig Spass im Wasser und die bisherige Angst ist weg, sodass ich mich nun tatsächlich zu einem geführten Tauchgang unter Wasser begebe. Unter Wasser fasziniert dann auch weniger die Unterwasserwelt (die Sicht ist ziemlich schlecht und wir sind mittlerweile doch verwöhnt) als die Stille und die Schwerelosigkeit. Mal schauen, vieleicht klappt´s ja doch noch mit dem Tauchschein. Nachdem alle wieder an Bord sind geht die Fahrt weiter zum Bait Reef am Outer Great Barrier Reef. Unterwegs sehen wir immer wieder Buckelwale, die in den tropischen Gewässern ihre Jungen bekommen haben und nun langsam bereits wieder in Richtung Antarktis unterwegs sind. Am Riff angekommen geht´s für Dirk nochmal zum Tauchen und für mich nochmal zum Schnorcheln. Wieder ziehen uns die wunderschönen Korallen und all die bunten Fische in ihren Bann. Man kommt sich vor wie in einem grossen Aquarium - toll. Am Abend geniessen wir dann wieder das Schauspiel, das die Buckelwale rund um uns herum bieten. Es ist unglaublich faszinierend, dass diese bis etwa 20 Meter grossen und 40 Tonnen schweren Tiere es schaffen Sprünge zu vollführen, bei denen sie komplett aus dem Wasser sind und andererseits beim Schwimmen so schwerelos wirken. Den krönenden Abschluss dieses fantastischen Tages bildet dann ein weiterer, wunderschön kitschiger Sonnenuntergang. Geschafft von all den Eindrücken des Tages fallen wir recht früh in die Kojen. Am nächsten Morgen gehen wir noch einl etztes Mal Tauchen bzw. Schnorcheln. Wir haben alle mit der doch recht starken Strömung zu kämpfen, um wieder zurück ninter die Riffkante und auch zum Boot zu kommen. Dafür gibt´s unglaublich viele Fische und vor allem mehrere schöne, violette Seesterne. Wie bestellt hat auch der Wind über Nacht aufgefrischt und so können wir tatsächlich fast den ganzen Weg zurück nach Airlie Beach segeln. Diesmal geht es zwischen Hook und Hayman Island hindurch. Unterwegs kommen zwei Wale ganz nah an unser Boot, sodass wir die tollen Tiere in ihrer ganzen Grösse und Schönhiet bewundern können. Zusammen mit dem Segeln ein perfekter Abschluss für drei wunderschöne Tage in den Whitsundays. Nachdem wir uns von allen verabschiedet haben, fahren wir noch ein Stück weiter in Richtung Süden und übernachten ein Stück südlich von Proserpine.
Central Queensland
Heute verlassen wir die Küste für einen kurzen Abstecher ins Landesinnere zum Eungella NP. Die Fahrt geht von Mackay aus in Richtung Westen durchs Pioneer Valley. Hier, wie überall bisher entlang der Westküste, wird Zuckerrohr angebaut und da momentan Erntesaison ist, arbeiten auch die "Sugar Mills" auf Hochtouren. Das kann man sehen, aber vor allem auch riechen. Der erste Halt im Eungella NP ist die Finch Hatton Gorge. Hier laufen wir durch schönen subtropischen Regenwald zu den Araluen Cascades. Momentan hat es zu wenig Wasser für spektakuläre Wasserfälle, aber der Flusslauf mit den Cascades ist sehr malerisch und wir geniessen die Ruhe abseits des Touristenrummels an der Küste. Weiter geht´s einen sehr steilen Anstieg hinauf nach Eungella. Hier bietet das "Sky Window" schöne Ausblicke hinunter über das Pioneer Valley. Nun fahren wir weiter nach Broken River, in der Hoffnung hier endlich mal ein Schnabeltier zu sehen. Zunächst jedoch machen wir noch einen kurzen Walk durch den Regenwald. Am Fluss treffen wir Australier, die uns sagen, dass sie hier gerade Schnabeltiere beobachtet haben. Wir sitzen eine halbe Stunde geduldig und still am Fluss und starren auf das Wasser, werden jedoch leider nicht belohnt. Also versuchen wir ein wenig später unser Glück an der Aussichtsplattform erneut. Zunächst sehen wir nur zahlreiche Schildkröten und Enten. Ein wenig später aber taucht dann tatsählich das erste Schnabeltier auf. Die Tiere sind deutlich kleiner als erwartet. Danach ist erstmal eine Weile nichts zu sehen, da zu viele Menschen da sind und zu viel Krach und Bewegung herrscht. Nachdem die meisten die Geduld verloren haben und gegangen sind, tauchen die Schnabeltiere dann aber doch wieder auf. Faszinierende Tiere, die da scheinbar mühelos und richtig schnell durchs Wasser paddeln. Zum Übernachten finden wir ein Plätzchen am Rande des Regenwalds auf einer Bergkette mit wunderbarer Aussicht auf die umliegenden Hügel. Am Morgen werden wir wieder mal von Kookaburras geweckt und fahren recht früh los. Als wir wieder herunter ins Pioneer Valley fahren sehen wir, wie die Wolken im Tal hängen und nur die Spitzen der Hügel aus dem Wolkenmeer ragen - grandioser Anblick.
Mackay lassen wir links liegen und fahren direkt weiter nach Süden. Eigentlich wollten wir in den Cape Palmerston NP fahren, aber in der Touristeninfromation in Sarina erfahren wir, dass der Track im Park so eng ist, dass man sich zwangsläufig das ganze Auto zerkratzt. Die Dame dort empfiehlt uns aber dort vor Beginn des Tracks an den Strand zu fahren, da der Strand dort sehr schön sei. Dort angekommen können wir dies bestätigen. Ein wunderschöner, menschenleerer Strand mit malerisch vorgelagerten Inseln, schön! Wir machen einen langen Strandspaziergang und picknicken, bevor wir weiter fahren. Ebenfalls aus der Touristeninformation haben wir den Tipp, dass man am Strand bei Camira wunderschön und kostenlos campen kann. Auch hier finden wir wieder einen tollen Strand, wenn auch nicht ganz menschenleer, ist offenbar kein Geheimtipp. Bei Ebbe gehen wir am Nachmittag dann auf Muschelsuche und schlafen mit Meeresrauschen wunderbar ein. Unser Nachbar verrät uns dann am nächsten Morgen noch das nächste Free Camping für dem Abend. Zuvor geht´s über ziemlich langweilige Strecke nach Rockhampton. Hier wollen wir eigentlich unser Ventil für den Bremskraftverteiler besorgen. IVECO findet dann auch - dank der Teilenummer von Erich Christ - das Teil in der Liste, hat es aber nicht vorrätig und kann es auch nicht nach Brisbane bestellen. Wir bekommen aber die Telefonnummer des IVECO Händlers in Brisbane und können so das Teil dann (hoffentlich) telefonisch vorbestellen. Bei Calliope finden wir dann tatsächlich auch das beschriebene Camp in der Nähe des "Historical Village" und stehen wunderschön und mit viel Platz an einem Fluss unter lauter Anglern. Nachts zeigt sich dann, dass wir doch deutlich näher als gedacht am Highway stehen, sodass die Nacht unruhier wird als erwartet. Agnes Water bzw. Town of 1770 ist unser nächstes Ziel. Hier angekommen suchen wir als erstes die einzige Tauchschule vor Ort auf, um uns nach einem Tauchkurs für mich zu erkundigen. Irgendwie scheinen hier Tauchkurse eher unüblich zu sein, und so entscheide ich mich nach langer Überlegung dann doch dagegen. Wir verbringen den Nachmittag am Strand in Agnes Water. Am späteren Nachmittag brechen wir dann auf, um uns einen Übernachtungsplatz zu suchen. Eigentlich wollten wir am Workmans Beach in Agnes Water bleiben, aber das Camp ist nicht schön und ziemlich voll, sodass wir dann doch in den nahegelegenen Deepwater NP fahren. Die Zufahrt fordert zum ersten Mal seit langem wieder die Offroad-Qualitäten des Bremach, da die Piste recht sandig ist. Wir übernachten schliesslich am Middle Rock Campground und hören die ganze Nacht nichts als das Meeresrauschen. Am nächsten Morgen verlassen wir den Deepwater NP nach Süden und fahren nach Bundaberg. Unterwegs säumen wieder unzählige Zuckerrohrfelder die Strasse. Zwischendurch mischen sich aber auch immer wieder Erdbeerfelder und an einem erstehen wir ganz viele, absolut frische Erdbeeren - lecker !! In Bundaberg angeommen sind wir positiv überrascht. Wir hatten gehört, dass die Stadt zeinlich schmuddelig sein soll, können dies aber überhaupt nicht bestätigen. Es hat ganz im Gegenteil einige schöne, alte Häuser und eine recht lebendige Innenstadt, wenn auch ohne besondesers Flair. Wir können hier dann auch endlich unsere Überfahrt nach Tasmanien buchen. Danach machen wir uns dann auf zur "Heimat" des berühmten Bundaberg Rum. Dort angekommen werden wir zunächst vom typischen Geruch begrüsst. Die Tour durch die Fabrik ist uns zu teuer, sodass wir uns auf die Tour durch den Gift Shop beschränken. Hier gibt´s allerlei Dinge, die der Mensch nicht braucht, aber auch viel leckeres. Die nächste Beühmtheit Bundabergs ist das "Ginger Beer", das in allerlei verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten wird. Wir erstehen ein Sortiment verschiedener Geschmacksrichtungen, durch die wir uns in den nächsten Tagen durchprobieren werden. Das reine Ginger Beer schmeckt ein wenig nach Hustensaft - wir sind gespannt auf den Rest. Für die Nacht haben wir einen netten Rastplatz etwas abseits des Highways gefunden.
Am nächsten Morgen geht es dann weiter nach Hervey Bay. Von hier aus wollen wir nach Fraser Island fahren. In Hervey Bay angekommen besteht die erste Herausforderung darin herauszufinden, welche Permits wir für Fraser Island brauchen und wo wir sie bekommen. Die Touristeninformation am Ortseingang versorgt uns mit einigen hilfreichen Informationen über die Fähren nach Fraser Island und die dortigen "must sees". Die Permits und die Fährtickets heisst es, gäbe es an der Marina. Wir finden dann auch nach kurzer Suche das entsprechende Office. Nachdem die Fährgesellschaft hört, dass wir einen 4x4-Camper haben, veranschlagen sie kurzerhand den doppelten Fährpreis, weil wir ja 2 Plätze bräuchten. Bei einem Preis von $ 230 statt $ 115 ist das für uns nicht akzeptabel, zumal unser Bremach sicher nicht doppelt so lang wie ein Landcruiser ist. Wir gehen also zum Office des Kingfisher Bay Resorts, durch das auch die Fähre betrieben wird. Hier erreichen wir schliesslich, nachdem wir neuerlich die Masse des Bremachs durchgegeben haben, dass wir nur den normalen Fährpreis bezahlen müssen. Immer noch genervt von dieser Ignoranz gehen wir zurück, um die noch fehlenden Permits zu besorgen. Hier erleben wir die nächste unangenehme Überraschung. Um auf Fraser Island zu fahren braucht man ein Vehicle Permit. Soweit so gut, das Problem hierbei ist nur, dass man gleich ein Permit für einen ganzen Monat erstehen muss - es gibt nichts kürzeres. Man kommt sich doch ein wenig ausgenommen vor, da wohl die wenigsten Touristen mehr als ein paar Tage auf Fraser Island bleiben. Es hilft aber alles nichts und so schlucken wir zweimal und erstehen dann all die nötigen Permits. Nachdem alles erledigt ist machen wir uns erstmal auf die Suche nach einem Campingplatz. Die ersten beiden sind voll, aber schliesslich werden wir dann doch noch fündig und bekommen sogar einen sehr schönen Platz am Strand. Am Abend hören wir dann plötzlich einen Dudelsack auf der Strasse. Die Pipeband ist die Vorhut der "Illuminated Street Parade", die wohl alljährlich zu Beginn der Walsaison in Hervey Bay stattfindet. Hier hat jeder Verein, jede Schule und alle sonstigen Clubs (unter anderem die "Freunde der ferngesteuerten Autos" und die "Hunde-Nanny") einen Wagen oder trägt ein paar Blinklichter und alle ziehen einmal durch den Ort. Den Abschluss eines wirklich kuriosen Umzugs bildet ein schönes Feuerwerk am Strand.
Früh am nächsten Morgen machen wir uns dann auf zur ersten Fähre nach Fraser Island. Die Fährüberfahrt klappt reibungslos, alle sind happy mit dem Bremach (....) und so sind wir schon um 8 Uhr morgens auf Fraser. Fraser Island ist mit 120km Länge und 15 km Breite die grösste Sandinsel der Welt. Daneben hat Fraser Island durch seine Dingos Berühmtheit erlangt, weil offensichtlich ein kleines Kind durch Dingos weggezerrt und getötet wurde. Die vielen wilden Dingos wurden häufig durch Touristen gefüttert und sind dadurch zum Teil so aggressiv geworden, dass ein Teil der Zelt- und Picknickplätze heute eingezäunt ist.
Gestern hat Dirk nochmal den Bremach abgeschmiert und seitdem geht die Lenkung schwerer als bisher. Bereits seit dem Service bei IVECO war die Lenkung schwergängiger gewesen. Wir hatten das bisher auf den Reifenwechsel zurückgeführt. Da die Lenkung nun aber nochmal schwergängiger geworden ist, haben wir die Ursache in der Lenkwelle vermutet und beschlossen sie nochmal auszubauen, um sie zu reinignen. Kaum ist der Schmiernippel abgeschraubt, kommt auch schon das gute blaue Fett von Iveco in Cairns unter Druck entgegen und kaum ist das offensichtlich überschüssige Fett draussen geht auch die Lenkung wieder wunderbar. Offensichtlich hat es IVECO hier, wie auch sonst überall, ziemlich gut mit dem abschmieren gemeint. Von der Servicequalität bei IVECO in Cairns sind wir immer weniger überzeugt. Nachdem das Problem gelöst ist, fahren wir quer über die Insel an die Ostküste, da bereits in einer halben Stunde low tide ist und der Strand am besten 2 Stunden vor bzw. nach low tide zu befahren ist. Die Inlandroute ist ziemlich sandig und durch das Wurzelwerk auch immer wieder ziemlich ruppig, sodass wir nur langsam vorwärtskommen. Nach einer guten Stunde erreichen wir schliesslich den Strand und fahren nach Norden in Richtung Indian Head. Der Strand wimmelt nur so von Anglern, die wie üblich schon die ersten (?) Bierdosen in der Hand haben und die Strandabschnitte, die zum Campen freigegeben sind, sind grossenteils von regelrechten "Zeltstädten" der Anglergrupen besetzt. Alle haben eine Erkennungsfahne (meist XXXX, VB oder eine sonstige Biermarke) gehisst und haben neben den Zelten zum Schlafen noch Dusch- und Toilettenzelte, einen grossen Tisch zum Fische filetieren und eine grosse Kühltruhe. Am Indian Head laufen wir zum Lookout und geniessen die wunderschöne Aussicht von hier oben. Zu beiden Seiten erstrecken sich weisse Strände und türkisblaues Wasser und direkt unter uns tummeln sich 4 grosse Manta Rochen, die scheinbar schwerelos durchs Wasser gleiten. Das Aufwirbeln von Sand übernimmt hier die Brandung, sodass sie nur noch langsam durchs Waser gleiten müssen. Sie erinnern ein wenig an grosse Fledermäuse oder Vampire. Haie sehen wir leider keine. Da es mittlerweile schon nach Mittag ist und die Flut deutlich sichtbar kommt beschliessen wir, auf dem nächsten Beach-Camping zu bleiben, um keine "nassen Füsse" zu bekommen. Wir beziehen unser Camp etwas erhöht am Strand und verbringen einen geruhsamen Nachmittag damit den Anglern bei der "Jagd" nach Strandwürmern als Angelköder zuzuschauen. Leider verschwindet die Sonne recht schnell hinter den Hügeln und so wird es rasch empfindlich kalt, weswegen wir uns rasch in Innere des Bremach zurückziehen. Am nächsten Morgen brechen wir recht früh auf und fahren am Strand entlang wieder Richtung Süden. Unterwegs halten wir zunächst am Knifeblade Sandblow an, einer Düne, die durch die Erosion und die Winde aussieht wie eine Messerklinge. Der Sand hier hat unterschiedliche Farbtöne und variiert von weiss, über gelb bis braun, was dem ganzen noch mehr Plastizität gibt. Der nächste Stopp ist am Maheno Wreck, einem Passagierschiff das hier 1935 während eines Tornados gestrandet ist. Das rostige Schiffswrack am Sandstrand vor der noch tiefstehenden Sonne hat einen ganz besonderen Charme und um diese Tageszeit ist auch noch keiner ausser uns da. Weiter geht´s zum Eli Creek, wo es einen kurzen Boardwalk gibt, auf´s Planschen im wunderbar klaren Fluss verzichten wir jedoch. Ein Stück weiter südlich geht es dann wieder weg vom Strand und ins Landesinnere, um zwei der berühmten Binnenseen auf Fraser anzuschauen. Zunächst geht es recht steil hinauf auf die bis 224m hohen Sanddünen. Zunächst bietet ein Aussichtspunkt eine wunderschöne Aussicht auf den Hammerstone Sandblow und die dahinterliegende Küste. Weiter geht es über eine doch ziemlich raue Psite bis zum Lake Wabby Lookout. Lake Wabby ist der tiefste der Binnenseen auf Fraser Island und wird langsam aber sicher durch die fortschreitenden Wanderdünen kleiner. Über einen relativ steilen Abstieg, während dessen immer wieder gewarnt wird, dass man hier auch wieder hoch muss um zurück zum Auto zu kommen (wäre man sonst auch nicht selber darauf gekommen) gehts hinunter ans Ufer des Sees. Hier hat sich eine Reisegruppe mit mächtig Getöse niedergelassen und das ganze gleicht einem Baggersee in den Sommerferien. Im Gegensatz zu uns scheuen sie auch den Gang ins Wasser nicht, was natürlich mit entsprechendem Gekreische begleitet werden muss (das Wasser ist ziemlich kalt). Wir machen uns also recht bald wieder auf und treten den Aufstieg zurück zum Auto an. Die Weiterfahrt zum Lake Mc Kenzie gestaltet sich dann extrem ruppig und wir haben sogar schon einmal den Finger über der Differentialsperre, aber mit Untersetzung meistert der Bremach dann auch mal wieder diese Hürden. Am Lake Mc Kenzie angekommen herrscht auch hier Hochbetrieb und alles ist generalstabsmässig organisiert und durchgeplant. Es gibt Umkleidekabeinen und eine aus Furcht vor den Dingos eingezäunte Picknickarea, die aber zur Mittagessenszeit nur von organisierten Touren benutzt werden darf. Man darf aber auch nirgends sonst essen - es dürfen hier also offensichtlich nur Reisegruppen Hunger haben. Wir sind zum Glück schon satt und machen uns so direkt auf zum Strand. Der See ist wirklich kristallklar und der Strand weiss, was einen tollen Kontrast zum Wald und dem blauen Himmel im Hintergrund gibt. Dazu kommt, dass das Wasser hier durch den Sand so stark gefiltert wird, dass es hervorragende Trinkwasserqualität hat. Der Sprung ins kühle Nass ist einfach Pflicht und ist trotz ziemlicher Kälte eine super Sache. Die weitere Fahrt zurück zum Strand an der Ostküste ist weniger ruppig und geht durch wunderschönen Regenwald. Am Strand angekommen sehen und hören wir den einzigen Dingo, wir finden einen wunderschönen Platz zum campen wieder direkt am Strand. Die Hügel sind hier deutlich niedriger, sodass wir länger in der Sonne sitzen können. Der nächste Morgen gestaltet sich ruhiger. Ebbe ist heute erst um 10 Uhr. Geplant ist am südlichen Ende von Fraser Island vom Hook Point zum Inskip Point mit der Fähre übersetzen. Um uns eine weitere Fahrt durchs Inland zu ersparen wollen wir am tiefsten Punkt der Ebbe am Strand entlangfahren. Das klappt dann auch reibungslos und wir finden auch nach kurzer Suche den Strandabschnitt, an dem die Fähre hält. Die Fährüberfahrt hier ist nur ca. 10 Minuten lang oder auch, wie die Australier sagen, ein "One Can Trip" (reicht nur für eine Dose Bier).
South Queensland
Am Inskip Point angekommen, machen wir einen kurzen Stopp, um die Coloured Cliffs von Rainbow Beach aus der Ferne zu bewundern. Am Rainbow Beach machen wir dann einen Strandspaziergang um das Ganze aus der Nähe zu bewundern. Die Coloured Cliffs sind eigentlich schroff abbrechende Sanddünen, deren Sand insgesamt 72 unterschiedliche Farbtöne aufweist. Die Dünen leuchten zum Teil in warmen Gelb- und Orangetönen, während andere eher an eine weiss-braune Mondlandschaft erinnern. Eigentlich wollten wir von Rainbow Beach aus in den Cooloola NP fahren, aber wir haben dann doch genug vom "durch den Sand wühlen", sodass wir weiter in Richtung Gympie fahren. Etwas südlich von Gympie finden wir dann auch einen schönen Übernachtungsplatz im Wald. Unser nächstes Ziel ist der Lake Cootharaba. Als wir in Boreen Point ankommen, hängt der morgendliche Dunst noch über dem See, was ihn unglaublich friedlich, fast verwunschen erscheinen lässt. Wir fahren noch ein Stück weiter entlang des westlichen Seeufers nach Elanda Point, dem südlichen Ende des Cooloola NP. Hier machen wir einen kurzen Bushwalk zum Mill Point und stolpern zunächst quasi über ein paar Känguruhs beim zweiten Frühstück. Weiter geht es durch sumpfiges Gelände und einen Eukalyptuswald zum See. Am Mill Point wurde früher das Holz, dass hier geschlagen und mit unglaublichen Mühen und einigen Verlusten durch das sumpfige Gelände transportiert wurde gesägt, dann auf Schiffe verladen und via Noosa River ans Meer transportiert. Man sieht noch die Reste des ehemaligen "Hafens". Wieder am Auto angekommen landet ein Kookaburra in unmittelbarer Nähe wunderschön in der Sonne, sodass wir unser Teleobjektiv zücken, um ihn zu fotografieren. Nachdem der Kookaburra ausreichend fotografiert wurde, lässt sich das Teleobjektiv nicht mehr zusammenschieben. Das gleiche Problem, das wir vor ein paar Jahren schonmal hatten. Seitdem wissen wir auch dank Andreas, dass ein paar der vielen hundert kleinsten Kügelchen im Innern des Teleobjektivs verrutschen und das ganze deshalb blockieren. Wir beschliessen also das Teleobjektiv vorsichtig auseinanderzunehmen. Nach einer Weile haben wir dann den Mechanismus durchschaut und wissen, wo die Kügelchen nicht sein dürfen und wo sie wieder hin müssen. Ein paar Stunden später haben wir tatsächlich das Teleobjektiv erfolgreich repariert. Die Suche nach einem Übernachtungsplatz gestaltet sich im Anschluss ebenfalls etwas schwierig, da hier alles unglaublich dicht besiedelt ist. Also fahren wir zum nächsten angeschriebenen Campingplatz, nach ein paar Kilometern wird die Strasse zunehmend schlechter um an deren Ende dann zu einer kleinen Hütte zu gelangen. Für uns sieht das ganze hier eher nach einer Kombination aus Müllhalde und Schrottplatz aus, aber angeblich ist hinter dem Gate ein Campingplatz. Der Besitzer ist ein ziemlich kautziger Typ, das Campen billig und wir sind müde, sodass wir beschliessen trotz allem zu bleiben. Der Campingplatz ist dann der mit Abstand skurrilste auf dem wir bisher gewesen sind. Er ist wunderschön am Noosa River gelegen und in den zahlreichen schönen alten Bäumen wimmelt es nur so von Vögeln. Der Platz wird aber nahezu ausschliesslich von Dauercampern bewohnt, die aber im Gegensatz zu den sonstigen Dauercampern nicht in Wohnwägen oder Bussen, sondern in Zelten leben. Die Zelte sind alle mit etlichen Planen überdacht und das ganze dann noch mit weiteren Planen "eingezäunt". Zwischen den Zelten findet sich dann wie am Eingang eine Mischung aus Schrottplatz und Müllhalde - sehr skurril. Am nächsten Morgen fahren wir von unserem Spezial-Campingplatz nach Noosa, dem St. Tropez der Sunshine Coast. Hier leben die Reichen und Schönen und all diejenigen, die es gerne wären machen hier Urlaub. Der Ort ist ein wirklich netter Ferienort, mit vielen schönen Cafes und Boutiquen und einem schönen Strand. Noosa hat zudem einen kleinen Nationalpark, den wir während eines interessanten Buschwalks erkunden. Am Nachmittag fahren wir dann noch ein Stück weiter die Küste entlang bevor wir nochmals einen kleinen Abstecher ins Landesinnere machen. Nach einer kalten Nacht - es war am Abend schon so kalt, dass wir das erste Mal Wasser für unsere Outdoor- Dusche warm gemacht haben um nicht mit Eiswürfeln duschen zu müssen, fahren wir nach Yandina. Hier gibt es eine Kafferösterei, eine Macadamia Nuss Fabrik und eine Ingwerfabrik, die wir uns alle anschauen. Die Kafferösterei macht wirklich guten Kaffee und somit können wir unsere Kaffevorräte wieder mit gescheitem Kaffee auffüllen, ein 100% Arabica Kaffee aus Kenia war uns bislang nicht bekannt. Natürlich kaufen wir auch Macadamia Nüsse und ein wenig kandierten Ingwer (wer den essen soll ist allerdings noch nicht ganz klar). Den Nachmittag verbringen wir am Strand der Sunshine Coast bei Maroochydore und schauen den Surfern zu. Abends fahren wir weiter nach Buderim um Franziska, eine Kollegin aus Aarau und Ihren Mann Oliver, die seit gut einem Jahr im Nambour Hospital arbeiten zu besuchen. Mit Franziska und Oliver verbringen wir vier wunderschöne Tage in ihrem traumhaft gelegenen Haus - vielen Dank nachmals dafür. Am ersten Morgen gehen wir zusammen zum Whale watching. Es hat dann doch Überwindung gekostet, bereits um 5.30 Uhr auf dem Boot zu sein, aber die Fahrt in den Sonnenaufgang entschädigt bereits für´s frühe Aufstehen. Die Suche nach den Walen braucht ihre Zeit, doch als alle schon fürchten, dass es keine Wale zu sehen gibt, tauchen sie dann doch noch auf. Eine Gruppe von Walen tummeln sich um unser Boot und vollführen einige Sprünge. Die See ist mal wieder ziemlich rauh, sodass wir zum Teil kämpfen müssen um uns an der Reling zu halten, was auch das Fotgrafieren zu einer echten Herausforderung werden lässt. Den Nachmittag verbringen wir auf der wunderschönen Veranda und geniessen die Aussicht und die regelmässugen Besuche von Rainbow Lorikeets und King Parrots. Für den nächsten Tag haben wir uns einen Ausflug ins Hinterland vorgenommen. Über Mapleton und Kenilworth, wo es eine Molkerei mit hervorragendem Eis und leckerem Käse gibt, in den Conondale NP. Hier laufen wir den Gold Mine Walk. Der Weg führt durch wunderschönen Regenwald, entlang eines Baches zu einer alten Goldmine mitten im Regenwald und wir fragen uns, wer hier wohl auf die Idee gekommen ist nach Gold zu suchen. Mittlerweile haben zahlreiche Fledermäuse die alte Mine beschlagnahmt, was man zwar nicht sehen, dafür aber umso deutlicher riechen kann. Auf dem Rückweg machen wir noch einen kleinen Abstecher in Richtung des Mount Allan, brechen die Besteigung aber mittendrin ab, um noch bei Tageslicht die restliche "Panoramarunde" fahren zu können. Eine wunderschöne Strecke führt uns nach Maleny. Von hier aus hat man eine tolle Aussicht auf die verstreuten Vulkankrater der Glasshouse Mountains. Nach einem Tag "zu Hause" mit Computer- und Bremacharbeit fahren wir dann am nächsten Morgen weiter Richtung Brisbane. Unterwegs finden wir ein Erdbeerfeld, wo man auch selber Erdbeeren pflücken (und essen) kann. Die Erdbeeren hier schmecken nicht nur hervorragend, sondern sind auch optisch perfekt. Wir pfücken nach der bewährten Methode - zwei essen und eine in den Korb - und fahren nach einer Weile mit zwei Kilo Erdbeeren im Gepäck weiter nach Brisbane. Hier parken wir etwas ausserhalb des Stadtzentrums und laufen in die Stadt. Die erste Grossstadt nach 6 Monaten überfordert uns anfangs ein wenig und so laufen wir zunächst mehr oder weniger ziellos durch die Stadt - nachdem wir eine Touristeninformation gefunden und somit einen Stadtplan haben geht es dann besser. Für den Rückweg haben wir uns einen schönen Weg am Südufer des Brisbane River ausgesucht. Anfangs geht es durch das ehemalige Expo Gelände mit einem schönen vietnamesischen Friedenstempel und einer künstlichen Lagune zum Baden. Als wir schliesslich wieder am Bremach angelangt sind, finden wir uns mitten in der Rush-Hour wieder, sodass die Fahrt zum Campingplatz länger dauert. Am nächsten Morgen wollen wir nochmal in die Stadt, beschliessen aber das Auto vor dem Campingplatz stehen zu lassen und mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Der Hinweg klappt problemlos und wir sind flott und problemlos im Zentrum. Nach einem Abstecher in den schönen City Botanic Garden - einer grünen Oase inmitten der Skyline Brisbanes - machen wir uns auf die Suche nach dem Büro des QPWS um dort das Camping Permit für den Lamington NP zu erhalten. Nach einiger Suche finden wir das Büro dann auch und werden sehr freundlich und kompetent beraten und können das Camp vorbuchen und bezahlen. Am Südufer des Brisbane River sind die verschiedenen Kunstgallerien Brisbanes, die wir uns am Nachmittag anschauen. Die Rückfahrt mit dem Bus ist dann etwas langwieriger und komplizierter (der direkte Bus fährt nur sehr unregelmässig), aber schliesslich kommen wir dann doch noch am Auto an. Da wir am nächsten Tag nach North Stradbroke Island wollen, entscheiden wir noch in Richtung Cleveland zu fahren, vom wo aus die Fähre nach "Straddie" fährt. Cleveland scheint nur aus riesigen Villen mit einer grossen Motorjacht auf dem Fluss hinter dem Haus zu bestehen und so gibt es keinen Campingplatz und auch sonst keine gute Übernachtungsmöglichkeit. Wir übernachten schliesslich auf dem Parkplatz an der Fähre. Am nächsten Morgen zeigt sich der Himmel einheitlich in Grautönen. Wir fahren dennoch mit der Passagierfähre nach Straddie. Vom Fähranleger auf der Westseite fahren wir mit dem Inselbus nach Point Lookout. Hier angekommen werden wir erstmal von einem kurzen Regenschauer begrüsst. Auf einem kurzen Rundweg durch die "Headlands" sehen wir dann sogar Buckelwale, die an der Insel vorbeiziehen. Wir laufen noch ein ganzes Stück weit den Strand entlang, aber den Delphinen ist es heute wohl zu kalt, um sich zu zeigen. Am Nachmittag geht´s dann per Bus und Fähre wieder zurück aufs Festland. Wir fahren noch ein Stück weiter nach Süden und dann ins Landesinnere in Richtung Lamington NP. Am nächsten Morgen fahren wir über Canungra in den Lamington NP zu O´Reillys bzw. in die Green Mountains. Der Nationalpark-Campground hier ist sehr schön gelegen und wimmelt nur so von Pademelons (kleine Känguruhs) und Vögeln. Entgegen aller bisherigen Auskünfte gibt es aber dann doch die Möglichkeit zur Selbstregistrierung vor Ort und man hätte nicht unbedingt vorher reservieren müssen - QPWS gibt uns immer wieder Rätsel auf. Als wir ankommen fängt es erstmal kräftig an zu regnen, sodass wir den Vormittag im Auto verbringen. Gegen Mittag hört es dann endlich auf zu regnen, sodass wir uns nach draussen wagen. Zunächst machen wir einen kurzen Bushwalk zu den Morans Falls, ein schöner perfekt angelegter Weg durch wunderschönen Regenwald mit riesengrossen Bäumen und vielen Farnen. Danach gehen wir zu O´Reillys. Hier kann man zahme King Parrots und Crimson Rosellas füttern. Das ganze ist ein ziemliches Touristenspektakel und das Areal, in dem man die Vögel füttern darf ist meist voller Menschen, die sich das Vogelfutter auf Haare (!) und Schultern streuen, damit die Vögel sich auf den Kopf und die Schulter setzen. Ist trotzdem schön diese schönen, farbenprächtigen Vögel mal aus der Nähe sehen zu können. Wenn nicht so viele Menschen da sind mischen sich auch Laubenvögel unter die Papageien, die mit ihrem schillernd dunkelblauen bzw. schwarz-gelben Gefieder mindestens so schön sind wie die Papageien. Wir gehen weiter zum Tree-Top Walk, der auf einer Art Hängebrücken durch die Baumwipfel führt - eine ungewöhnliche, faszinierende Perspektive auf die Riesen des Regenwalds. Mehr durch Zufall finden wir noch die Mountain Gardens - ein echtes Kleinod, von einem Hobbygärtner angelegt und mittlerweile von Freiwilligen gepflegt, spaziert man durch einen wunderschönen Garten mit vielen einheimischen, aber auch ungewöhnlichen Pflanzen, die zum Teil wunderschön blühen. Die nächsten zwei Tage sind zum Glück sonnig, sodass wir unsere zwei langen Buschwalks - den Toolona Creek Circuit und den Albert River Circuit laufen können. Beide Wege sind hervorragend angelegt und gepflegt. Leider kommt - wie so üblich - nicht viel Sonne durch das dichte Bläterdach des Regenwalds, sodass es auf etwas 1000m Höhe doch recht kühl ist. Der Albert River Circuit ist dann mit knapp 22 km ziemlich lang, sodass wir geschafft wieder am Bremach ankommen. Interessant hier ist, dass wir beim Wandern oft entlang der Grenze zu New South Wales laufen und diese ab und zu sogar übertreten, aber die Karte dort nur eine einzige weisse Fläche ist. Scheint eher ein fremdes Land zu sein, als nur ein anderer Bundesstaat.
