New South Wales
North Coast and Hinterland
Unser nächstes Ziel ist Tweed Heads. Hier hat Dirk 1995 eine Famulatur gemacht und wir wollen Kate und Joe, die beiden Aerzte, mit denen er damals gearbeitet und bei denen er damals gewohnt hat besuchen. Der erste Anlaufpunkt ist das Hospital. Joe arbeitet auch tatsächlich noch dort, hat heute aber frei. Wir organisieren uns in der Touristeninformation einen Stadtplan und fragen nach dem Weg zu ihrem Haus. Nach einiger Suche und mit einiger Hilfe von verschiedenen Nachbarn (man kennt sich, und wenn nicht, dann weiss bestimmt der Nachbar um wen es geht) finden wir das Haus dann auch. Leider ist aber keiner zu Hause, sodass wir eine kurze Nachricht hinterlassen und dann weiterfahren.
Für den nächsten Morgen haben wir uns die Besteigung des Mount Warning vorgenommen. Der Mount Warning ist ein 44 Millionen Jahre alter Vulkan und, viel entscheidender, der Punkt des australischen Festlands, den die ersten Sonnenstrahlen treffen (stimmt nur im Winter ist trotzdem Grund genug hoch zu steigen). Der Weg ist perfekt angelegt und wie versprochen steil, es geht immerhin auf gut 1100m hinauf. Der Regenwald hier ist wunderschön und es hat unzählige Vögel. Endlich sehen wir auch mal einen Eastern Whipbird, den wir bisher immer nur gehört haben (klingt wirklich wie eine Peitsche). Die letzten Meter heisst es entlang einer Kette kraxeln. Oben angekommen wird man dann mit einem unglaublichen Ausblick belohnt. Der Blick reicht vom Meer mit den Wolkenkratzern von Surfers Paradise im Norden und Byron Bay im Süden über das Tweed Valley bis zum steilen Kraterrand, der hinauf auf das Lamington Plateau führt. Nun können wir auch die grosse weisse Fläche der Lamington - Landkarte füllen. Den Nachmittag verbringen wir auf dem wunderschönen Campingplatz am Fusse des Mount Warning in der Sonne und Dirk repariert unsere Kühlbox. Die spinnt bereits seit ein paar Wochen. Nachdem er per mail die entscheidenen Ratschläge von Andreas bekommen hat, findet er dann auch zwei nicht mehr ganz richtig funktionierende Kabelverbindungen, die ersetzt werden. Die Kühlbox funktioniert nun wieder problemlos.
Wir fahren am nächsten Tag weiter in Richtung Süden nach Byron Bay, um nach dem nördlichsten nun den östlichsten Punkt des australischen Festlands zu erreichen. Ein schöner Fussweg führt von Byron Bay aus ans Cape Byron. Unterwegs sehen wir wieder Buckelwale, die immer noch gen Norden ziehen. Im Gegensatz zum Cape York gibt es hier kein Schild, dafür einen schönen Leuchtturm. Zurück in Byron Bay sehen wir eine e-mail von Kate und fahren nach einem Telefonat kurzentschlossen zurück nach Tweed Heads, um die beiden zu besuchen. Joe hat leider Dienst und arbeitet bis in die Nacht, aber wir verbringen einen schönen Abend mit Kate und den Kindern. Joe treffen wir am nächsten Morgen beim Frühstück.
Wir fahren weiter über Ballina und durch den Broadwater NP nach Evans Head. Evans Head ist ein netter Ort an den Mündung des Evans Rivers. Da es ziemlich regnerisch ist und ich schon lange nichts mehr an der Homepage geschrieben habe, nutzen wir den Nachmittag und den nächsten Regentag dazu das nachzuholen. Bei weiterhin bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen geht´s dann weiter in Richtung Süden nach Maclean. Maclean ist besonders stolz auf seine Schottischen Wurzeln. Das merkt man schon daran, dass entlang der Zufahrtsstrasse alle Zaunpfosten mit verschiedenen schottischen Karos bemalt sind. An einem Masten hängt dann auch das Originalrezept für Haggis und Shortbread, wobei das Haggis Rezept wohl kaum weitere Verwendung in unserer Küche finden wird. Wir entscheiden uns trotz des mässigen Wetters an die Küste nach Brooms Head zu fahren. Brooms Head ist ein kleiner Ort inmitten des Yuraygir NP. Der Campingplatz liegt unmittelbar am Strand. Allerdings sind Pelikane die einzigen, die heute hier schwimmen. Wir laufen ein Stück am schier endlosen Strand entlang und die Küste wirkt, vor allem mit dem grauen Himmel, wild und völlig menschenleer. Die Vegetation in den Dünen zeigt nun auch deutliche Frühlingszeichen, so langsam blüht es an allen Ecken. Das Ziel des nächsten Tages ist Moonee Beach, gut 10km nördlich von Coffs Harbour. Wieder bleiben uns nur ein paar regenfreie Stunden, um die Küste zu erkunden. Am nächsten Morgen fahren wir nach Coffs Harbour zu IVECO. Wir hatten ein paar Tage zuvor - nun endlich - telefonisch den neuen Bremskraftregler bestellt und für heute einen Termin vereinbart. Nach dem Telefongespräch waren wir mehr als skeptisch, dass das klappt. Aber wider Erwarten ist das Teil da und binnen einer Stunde auch eingebaut. Coffs Harbour hat einen schönen Fischer- und Yachthafen. An dessen nördlichem Ende liegt Muttonbird Island, auf der alljährlich zwischen Ende August und Anfang April wohl tausende Muttonbirds (Wedgetailed Shearwaters) nisten. Dieses Jahr scheinen sie etwas später dran zu sonst, zumindest sehen wir keine. Die Insel bietet aber wunderschöne Blicke entlang der Küste und die vielen gelben Blumen sind ein toller Kontrast zum Blau des Meeres und (heute endlich mal wieder) des Himmels. Nachmittags lassen wir dann die Küste hinter uns und fahren in die Berge nach New England. New England liegt auf einem Hochplateau zwischen 1000m und 1200m und ist - wie wäre es auch anders zu erwarten - mit reichlich Niederschlägen und einem sehr gemässigten Klima "gesegnet". Offensichtlich mögen Rinder und vor allem Merino - Schafe das kühle Klima hier oben ganz besonders, sodass hier z.T. auf 3500 Einwohner über eine Million Schafe kommen. Dementsprechend sind weite Strecken des Hochplateaus sanft hügeliges Weideland. Dazwischen liegen ausgedehnte subtropische Regenwaldgebiete und Eukalyptuswälder. Unsere erste Station ist Dorrigo und der Dorrigo NP. Im Dorrigo NP laufen wir den Wonga Walk durch subtropischen Regenwald mit vielen Farnen und Beech Trees und vorbei an den Trstania und Crystal Shower Falls. Abschliessend geniessen wir noch den unglaublichen Ausblick vom SKywalk hinunter über das Bellinger Valley. Nach einem kurzen Abstecher zu den Dangar Falls fahren wir weiter in Richtung Ebor. Die Strecke ist landschaftlich wunderschön. Sie führt durch hügeliges Weideland, vorbei an schönen Landhäusern und durch unberührte Wälder. In Ebor schauen wir uns die Ebor Falls an, die etwas wenig Wasser haben und somit weniger spektakulär sind ald der Ausblick über das Tal. Unser heutiges Tagesziel ist der New England NP. Hier gibt es ein schönes Bush-Camp am Styx River unter den wachsamen Augen einer Rinderherde. Bereits am Nachmittag wird es hier auf 1200m Höhe empfindlich kalt. Der Versuch uns am Feuer zu wärmen ist nur bedingt von Erfolg gekrönt, das Feuerholz ist feucht, sodass das Feuer viel Rauch und nur wenig Wärme produziert. Wir geben recht schnell auf und verziehen uns in den Bremach. Sogar Dirk braucht jetzt lange Hosen - auch wenn noch ein Monat ohne "r" ist. Nachts fängt es dann an zu regnen. Am nächsten Morgen fällt das Aufstehen daher bei nass-kalten 7 Grad ziemlich schwer, obwohl es glücklicherweise aufgehört hat zu regnen. Wir beschliessen, dass es zum einen warme Jacken und zum anderen Bewegung braucht und laufen den Eagles Nest Track. Der erste Teil des Weges geht durch den Antarctic Beech Forest. Hier ist es wohl immer nass, da die Bäume alle mit Moos und Flechten bewachsen sind, was richtig wild aussieht. Weiter gehts durch Eukalyptuswald und über etliche Stufen hinauf zum Point Lookout auf 1563m. Mittlerweile ist es ein wenig aufgerissen, sodass zumindest zum Teil Ausblicke möglich sind. Dennoch können wir vieles nur erahnen. Das nächste Ziel sind die Wollomombi Falls. Die Wollomombi Falls wurden im Rahmen der typisch australischen Jagd nach Superlativen mit ihren 260m lange Zeit als die höchsten Wasserfälle der südlichen Hemisphäre angepriesen. Mittlerweile hat sich aber doch durchgesetzt, dass in Südamerika und auch in Queensland höhere Wasserfälle sind, sodass man diesen Titel dann doch wieder abgeben musste. Die Wasserfälle sind ungeachtet aller Superlative schön, wenn auch nicht so spektakulär, da sie im Moment nicht allzu viel Wasser haben. Wir fahren weiter nach Armidale, dem "Herz New Englands". In der Tat fühlt man sich angesichts der Häuser und des Wetters eher in England als in Australien. Wir übernachten am Dumaresq Damm etwas ausserhalb von Armidale. Am nächsten Morgen ist es dann vollkommen bedeckt und damit noch kälter als bisher und es regnet immer mal wieder. Wir fahren ein Stück in Richtung Süden nach Walcha. Da wir auf besseres Wetter für den Barrington Tops NP hoffen und ausserdem eine warme Dusche brauchen, beschliessen wir auf dem hiesigen Campingplatz zu bleiben, zumal die Duschen dort angeblich "award winning" sind. Wir versuchen uns am Bollerofen im Camp Kitchen zu wärmen, was nur teilweise gelingt und geben auch hier schliesslich auf und setzen uns in den Bremach. Mittlerweile haben wir genug vom Frieren, sodass wir kurzerhand die Standheizung einschalten. Am nächsten Morgen fängt es dann an zu regnen und hört nicht wieder auf. Gegen Mittag regnet es dann nicht mehr sondern schüttet regelrecht - wenigstens ist es hier unten etwas wärmer. Wir hoffen immer noch auf rasche Wetterbesserung und bleiben daher kurz vor Gloucester auf einem schönen Bush-Camp an einem Fluss. Es schüttet aber immer weiter, sodass wir den Bremach den ganzen Tag nicht verlassen. Bereits am Abend ist der Wasserstand im Fluss deutlich gestiegen und am nächsten Morgen ist der Fluss dann gut doppelt so breit und hoch wie am Vortag. Glücklicherweise stehen wir so gut, dass wir trotzdem keine nassen Füsse bekommen haben. Mittlerweile hat es aber immerhin mal kurz aufgehört zu regnen. Auch auf der Weiterfahrt sind die Flüsse alle über die Ufer getreten und zahlreiche Wiesen stehen unter Wasser, sodass wir entscheiden nicht in den Barrington Tops NP zu fahren, da die Gravel Roads wahrscheinlich alle völlig aufgeweicht und zu erwarten ist, dass auch einige Wasserdurchfahrten unpassierbar sind. Eine Regenpause nutzen wir zu einem Spaziergang durch Gloucester. Kurz darauf fängt es wieder an zu regnen und heftig zu stürmen. Unterwegs weiterhin das gleiche Bild: Alle Flüsse und Bäche haben Hochwasser und grosse Gebiete sind überschwemmt. In Bulahdelah braucht es dann auch ein paar Umwege um zur Touristeninformation zu gelangen, da einige Strassen überflutet sind. Wir entschliessen uns in Hawks Nest, am südlichen Rand des Myall Lakes NP auf besseres Wetter zu warten - es soll angeblich heute noch aufklaren, um vielleicht doch noch die Myall Lakes sehen zu können. Auch Hawks Nest steht zur Hälfte unter Wasser. Ein weiterer Nachmittag im Bremach bei strömendem Regen, Stromausfall in der ganzen Stadt und stürmischem Wind, der immer mal wieder das Auto auch bei geschlossenem Dach ganz gehörig durchschaukelt. Wider Erwarten hört es dann tatsächlich am späteren Abend auf zu regnen und am nächsten Morgen hat es sogar blauen Himmel zwischen den Wolken. Endlich !!!! Wir fahren in den Myall Lakes NP, zunächst zum Dark Point. Hier kraxeln wir die steile Sanddüne hinauf und finden uns oben angekommen in einer Mondlandschaft wieder. Weisser Sand soweit das Auge reicht. Der gestrige Sturm hat für allerlei Sandverwehungen gesorgt, was das ganze noch aussergewöhnlicher macht. Am Meer herrscht trotz vorgelagerter Inseln eine heftige Brandung und die Flut nimmt den kompletten Strand ein. Vom Mungo Brush Camp aus laufen wir den Rainforest Walk, der immer wieder über weite Strecken unter Wasser steht, sodass wir uns einige Male quer durch den Regenwald schlagen müssen. Unser Mittagessen müssen wir gegen heftige Attacken der Kookaburas verteidigen, sodass wir das ganze eher kurz halten. Leider sind auch die weiteren Wege unter Wasser, sodass wir uns nach einem kurzen Spaziergang am See wieder auf den Rückweg machen. Für die Nacht fahren wir in den Karuah State Forest. Die in unsrem Buch beschriebenen Bushcamps finden wir nicht, sodass wir am Wegesrand stehenbleiben. Sieht nicht so aus als käme hier heute noch jemand.
Für den nächsten Tag steht Newcastle auf unserem Programm. Der Lonely Planet schreibt, man solle hier mindestens 2-3 Tage bleiben - hört sich vielversprechend an. Wir parken an der Hafeneinfahrt und laufen ins Stadtzentrum. In der Fussgängerzone sind nur eine handvoll Menschen unterwegs und auch nur etwa die Hälfte der Geschäfte ist geöffnet. Nach nicht einmal 10 Minuten sind wir am anderen Ende angelangt. Wir beschliessen, dass das nicht alles gewesen sein kann und machen uns auf die Suche nach mehr. Wir finden noch einen Aussichtsturm, der den schönen Spitznamen Giant Penis und eine schöne Aussicht auf den Hafen und die Stadt hat und eine schöne Kirche, die hoch über der Innenstadt throhnt aber leider geschlossen ist. Zu guter letzt machen wir noch einen Spaziergang zum Leuchtturm am Ende einer langen Mole. Von hier aus sehen wir die Delphine in der Hafeneinfahrt spielen - faszinierende Tiere. Am frühen Nachmittag brechen wir dann auf ins Hunter Valley, einer der ältesten Weinbauregionen Australiens, das bereits 1830 gegründet wurde. Die Fahrt dorthin ist landschaftlich schön, wenn auch die Weinreben noch ziemlich kahl sind. In Cessnock angekommen wollen wir uns eigentlich ein Bushcamp im nahegelgenen Nantionalpark suchen, aber der Nationalpark gleicht einer grossen Müllhalde. Überall liegt Müll rum, zwischendurch noch ein paar tote Kälber - schrecklich ! Wir ergreifen die Flucht und fahren auf den nächsten Campingplatz. Am nächsten Morgen geht es zu den Weingütern. Aus den gut 100 verschiedenen Weingütern haben wir uns 2 herausgesucht, die angeblich am schönsten liegen. Zuerst geht es zu Audrey Wilkinson. Das Weingut liegt wunderschön auf einem Hügel mit Blick auf die umgebenden Gebirgszüge der Great Dividing Range. Audrey Wilkinson war einer der grossen Weinbaupioniere der Hunter Valley. Er übernahm das von seinem Vater 1866 angelegte Weingut und baute es Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem grossen und florierenden Weingut aus. Nach seinem Tod jedoch verfiel das Weingut und wurde als Farmland genutzt. In den 70er Jahren wurde wieder mit dem Weinbau begonnen, aber bis heute wird der Wein extern gekeltert. Die Weinprobe ist sehr interessant, der Winzer weiss ausgesprochen viel auch über europäische Weine. Obwohl das Hunter Valley auch für seinen Shiraz bekant ist, schmeckt uns der Weisswein besser, sodass wir schliesslich 2 Flaschen Chardonnay erstehen. Das zweite Weingut, Peppertree, liegt ebenfalls wunderschön. Es besteht aus mehreren alten roten Backsteingebäuden inmitten englischer Gärten. Hier probieren wir Semillon, ein Weisswein, für den das Hunter Valley ebenfalls bekannt ist, er schmeckt uns sehr gut und wandert in Flaschenform ebenfalls in den Bremach. Angesichts der Tageszeit - es ist später Vormittag - beschliessen wir, dass es nun gut ist mit Weinprobe und verlassen das Hunter Valley in südöstlicher Richtung und fahren in den Watagans NP. Hier geht es über Stock und Stein zu einem schönen, sonnigen Bushcamp. Wir machen noch einen Bushwalk zu den nahen Wasserfälen und geniessen dann die Sonne am Camp. Bei immer noch kühlen Temperaturen eine echte Wohltat.
Sydney and Blue Mountains
Am nächsten Morgen geht es dann Richtung Sydney. Wir wollen in der Touristeninformation nochmal nachfragen, welcher Campingplatz am günstigsten liegt, d.h. von wo aus man am besten mit Bus und Bahn ins Stadtzentrum kommt. Die ertse Touristeninformation in Hornsby suchen wir vergebens und fahren daher weiter nach Parramatta. Dort weiss man eigentlich gar nichts, noch nicht mal ob Haupt- oder Nebensaison ist (Hallo?!?), also sind wir so schlau wie vorher. Wir telefonieren die in Frage kommenden Campingplätze durch und entscheiden uns schliesslich für den Lane Cove River Tourist Park. Die Fahrt dorthin gleicht mangels guter Karte dann einer kleinen Odyssee, als wir dort ankommen erweist sich der Platz aber als hervorragende Wahl. Er liegt am Rand des wunderbar grünen Lane Cove NP und wird auch durch den Nationalpark verwaltet. Es hat eine gute Verbindung mit Bus und Zug in die Stadt und extrem freundliche und hilfreiche Menschen an der Rezeption. Am Nachmittag machen wir noch einen schönen lange Spaziergang entlang des Lane Cove River - hier ist es kaum zu glauben, dass man mitten in einer Millionenmetropole ist. Am nächsten Morgen geht´s dann mit Bus und Zug über die Harbour Bridge in die Stadt. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm (endlich!), was die Stadt noch schöner macht. Das erste Ziel ist natürlich die Oper. Ein unglaubliches Bauwerk an unglaublicher Lage. Umrahmt von Hafen, Harbour Bridge, Botanischem Garten und mit der Skyline im Hintergrund verständlicherweise das meist fotografierte Objekt Australiens. Nachdem wir unseren grosszügigen Beitrag dazu geleistet haben gehen wir weiter in den Botanischen Garten. Hier blüht es an vielen Stellen schon wunderbar. Inzwischen ist es Mittagszeit und bei den vielen joggenden Menschen ist man hier auf den Wegen entlang des Wassers im Schritttempo ein echtes Verkehrshindernis. Wir gehen ein Stück weiter in den Botanischen Garten hinein in die Middle Gardens. Hier blüht es unglaublich üppig. Tulpen, Rhododendren, Ranunkeln, Stiefmütterchen und zahlreiche andere uns unbekannte Sträucher blühen hier um die Wette - grossartig. Am Nachmittag geht´s dann per Fähre nach Manly, wo wir erst am Surf Beach und dann am windgeschützteren Fähranleger die Sonne und das Meer geniessen. Zurück am Circular Quay beschliessen wir zum Sonnenuntergang geschwind noch über die Harbour Bridge zu laufen. Leider schaffen wir es nicht schnell genug die Treppen hinauf, sodass das schöne Licht schon verschwunden ist. Die Aussicht ist aber trotzdem sehr lohnenswert. Am nächsten Morgen wollen wir mit der Fähre von Parramatta aus in die Stadt fahren. Wir haben gesehen, dass unser Bus weiter nach Parramatta fährt, aber natürlich nicht gefragt wo lang und wie lange das dauert. Schliesslich machen wir eine gut eineinhalbstündige Busfahrt auf der gefühlsmässig weitesten Verbindung zwischen Lane Cove NP und Parramatta. Dank eines kurzen Sprints erreichen wir aber die Fähre doch noch und es folgt eine wunderschöne, ruhige Bootsfahrt entlang des Parramatta Rivers zum Circular Quay. In der Stadt angekommen geht´s zum Shoppen. Die Suche nach einem Uhrarmband für meine Uhr gestaltet sich mal wieder frustran, dafür finden wir Wanderschuhe und Sandalen für Dirk. Die alten Wanderschuhe werden schon seit gut drei Monaten nur noch von einer ausgeklügelten Kombination aus Klebstoff, Klebeband, Draht und Schnur zusammengehalten. Nachmittags fahren wir dann nach Bondi Beach, dem wohl bekanntesten Strand Sydneys. Hier herrscht der Surf Kult. Es tummeln sich auch an die fünfzig Surfer auf dem Wasser und der Surf ist besser als in Manly, aber unmittelbar am Strand ist ein grosser Parkplatz und auch die Strasse, die am Strand entlang führt ist ziemlich verkehrsreich, sodass kein richtiges Strandgefühl aufkommen mag. Der recht kräftige Wind wird von einigen genutzt, um die wildesten Drachen steigen zu lassen, von Charley Chaplin bis hin zu einem grünen Geist ist hier alles dabei. Am nächsten Morgen geht´s auf zum Sydney Fischmarket. Hier gibt´s kistenweise frischen Fisch, Krabben und Hummer zu kaufen. An einem der zahlreichen Verkaufsstände probieren wir Sashimi - roher Fisch mit Wasabi Paste und Soja Sauce - sehr lecker. Zurück in die Stadt geht es per Fähre, da die Tram nicht in unserer Wochenfahrkarte eingeschlossen ist, das merken wir aber erst als wir schon drin sitzen - Touristenfalle. Weiter geht´s dann auch mit der Fähre in den Zoo. Der Zoo liegt am nördlichen Ufer des Hafens und hat neben vielen Tieren und ziemlich vielen Menschen (es ist Samstag und schönes Wetter) eine wunderbare Sicht auf den Harbour Bridge, Oper und Skyline. Am beeindruckendsten ist das ganze vom Giraffengehege aus, wo die Giraffen vor der Harbour Bridge oder der Oper stehen - skurriler Kontinente-Mix.
Am nächsten Morgen regnet es dann mal wieder, sodass wir ins Australische Museum gehen. Hier gibt es neben einigen anderen interessanten Ausstellungen auch "Surviving Australia". Eine Ausstelung über alles was hier so kreucht und fleucht, angenehmes wie weniger angenehmes. Wir lernen viel Neues, so zum Beispiel, dass etwa 120 000 Menschen pro Jahr in Australien versterben, hiervon aber weniger als eine Handvoll aufgrund von Schlangen- und Spinnenbissen sowie auch Hai- oder Krokodilattacken. Es scheint also tatsächlich möglich sein Australien zu überleben (wir hatten nach den gut zwanzig Seiten in unserem Reiseführer über giftige Schlangen, Spinnen, Quallen, Tintenfische, Mücken, Zecken, Amöben und und und doch daran gezweifelt). Nachmittags geht´s dann - es hat aufgehört zu regnen - auf den Markt in The Rocks, dem ältesten Viertel Sydneys. Hier kann man noch ein kleines Stück, der ehemals mit Holzbohlen gepflasterten Strasse sehen. Unser letzter Tag in Sydney beginnt mit einem Spaziergang durch den Hyde Park zum Supreme Court. Nachdem wir Fotoapparat und Taschenmesser an der Sicherheitskontrolle gelassen haben, dürfen wir in das Cafe im 14. Stock. Hier gibt´s hervorragenden Kaffee und eine fast noch besseres Aussicht über den Hafen. Weiter geht´s durch den Botanischen Garten an den Circular Quay und mit der Fähre nach Watsons Bay. Bei Doyle´s gibt´s Fish and Chips mit Meerblick. Danach laufen wir nach Rose Bay, vorbei an riesigen Villen, nicht alle so geschmackvoll wie gross. Von Rose Bay fahren wir mit der Fähre zurück in die Stadt. Wir geniessen den Sonnenuntergang am Wasser mit Blick auf die Oper.
Am nächsten Morgen verlassen wir Sydney in Richtung Westen und fahren in die Blue Mountains. Bereits beim ersten Stop an den Wentworth Falls müssen wir feststellen, dass es hier oben auf knapp 1000 Metern doch empfindlich kühl ist. An den Wentworth Falls wird kräftig gebaut und so können wir leider nicht zu den Fällen. Also fahren wir direkt weiter nach Leura in die Everglades Gardens. Hier oben ist die Natur noch deutlich weniger weit als in Sydney, alles ist noch voller Knospen, die nur noch auf ein paar Tage warmes Wetter warten. Dennoch blüht schon einiges, sodass die Gärten trotzdem sehr schön sind. In ein paar Wochen sind sie wahrscheinlich traumhaft. Weiter geht´s nach Katoomba zu den Three Sisters. Nach der Aborigine Legende wurden hier drei Schwestern versteinert. Sie verliebten sich in drei Brüder vom Nachbarstamm und wollten sie heiraten. Das war aber nach der Stammestradition verboten. Die drei Brüder raubten daher die Schwestern, um sie trotzdem heiraten zu können. Daraufhin entbrannte ein heftiger Stammeskampf. Um die Schwestern zu schützen wurden sie vom Magier des Stammes versteinert. Leider wurde aber der Magier, der einzige, der diesen Zauber wieder rückgänging machen konnte in diesem Kampf getötet, sodass die Schwestern bis heute versteinert sind. Dass dies hier die Hauptattraktion der Blue Mountains ist, merkt man nicht nur an den Parkgebühren von $4 pro Stunde, sondern auch an den für diese Jahreszeit recht zahlreichen Touristen. Wir müssen ein wenig Schlange stehen, um die Giant Stairs zu den Three Sisters hinunter gehen zu können. Im hiesigen Internetcafe können wir dann auch endlich unsere Homepage aktualisieren - offenbar waren tatsächlich die Verbindungen in Sydney zu schlecht. Wir übernachten bei Perrys Lookdown, dem Bushcamp, auf dem wir auch vor 5 Jahren übernachtet haben - sieht aus als wäre hier in den letzten 5 Jahren nicht viel passiert. Am nächsten Morgen regnet es und bei unangenehm nasskalten 8°C brechen wir erst spät auf. Wir fahren zu Govetts Leap und laufen hinab zum Fuss der Wasserfälle, der steile Wiederaufstieg ist dann trotz der niedrigen Temperaturen eine schweisstreibende Sache. Zurück am Camp frieren wir dann aber wieder, sodass wir uns recht früh in unsere Schlafsäcke verkriechen.
South Coast
Am nächsten Morgen verlassen wir die Blue Mountains und fahren wieder an die Küste nach Jervis Bay, bzw. in den Booderee NP, ein wunderschönes Fleckchen Erde: Traumhafte menschenleere Strände und eine Heidelandschaft voller Frühlingsblumen. In der Dämmerung tummeln sich Kakadus, Papageien und Känguruhs auf dem Camp und in der Dunkelheit werden die Possums aktiv. Am nächsten Morgen laufen wir noch einen kurzen Bushwalk von Murrays Beach aus und sehen dabei endlich eine blühende Waratah - die Nationalblume von New South Wales. Bisher hatten wir immer nur die vielversprechenden Knospen gesehen. Die Blüte ist dann auch dementsprechend prächtig. Neben den Waratahs hat es aber auch noch eine schöne und spektakuläre Steilküste und einen Strand mit ganz vielen schönen Muscheln - unsere Schatzkiste füllt sich zusehends. Wir fahren weiter Richtung Süden über Uladulla zum Pigeon House Mountain, an dessen Fusse wir ein schönes Bushcamp finden. Der Pigeon House Mountain wurde, wie so vieles hier 1770 von James Cook so benannt und stellte eine wichtige Orienierungshilfe für die Seefahrt dar. Am nächsten Morgen machen wir uns früh auf, um den Berg zu besteigen. Für den steilen Aufstieg (die Australier legen gerne Wege senkrecht den Berg hoch an) wird man oben mit einer herrlichen Aussicht auf das Meer und das Hinterland belohnt. Wir sind die ersten auf dem Gipfel und schon wieder auf dem Rückweg als der grosse Run auf den Berg einsetzt. Nachmittags fahren wir weiter nach Mystery Bay, ein verschlafener kleiner Ort etwas südlich von Narooma mit einem schönen Bushcamp. Heute ist es auch warm genug für die eiskalten Duschen hier. Die Küste ist einsam und wild und wir geniessen es wieder ein Stück mehr "Busch" zu haben als an der touristisch doch zum grossen Teil sehr erschlossenen Küste zwischen Sydney und Cairns. Das Ziel des nächsten Tages ist der Mimosa Rocks NP. Die Strasse dorthin führt von Bermagui landschaftlich wunderschön an der Küste entlang in Richtung Tathra. Wir entscheiden uns für das Camp am Gillards Beach etwa 10 km nördlich von Tathra. Das Camp liegt traumhaft direkt am Strand und ist sehr grosszügig angelegt. Wir machen einen Strandspaziergang, bei dem wir kräftig durchgepustet werden. Der starke Wind sorgt aber auch für eine rauhe See, die einen tollen Kontrast zu der einsamen Küste bietet. Entlang der Küste finden sich immer wieder grandiose bunte Felsformationen, die dem ganzen einen noch wilderen Charakter geben. Zurück am Camp werden wir von zwei Känguruhs begrüsst, die sich nicht weiter um uns kümmern und munter weiter fressen bzw. lässig in der Sonne liegen. Nachmittags läuft noch ein Riesenwaran über unseren Platz. Abgesehen davon hat es hier unglaublich viele Vögel und es zwitschert den ganzen Tag um uns herum. Am nächsten Morgen machen wir nochmal einen Strandspaziergang, bevor wir diesen traumhaften Ort - sicher eines der Highligts unserer Reise - dann doch verlassen und weiter gen Süden fahren. Das heutige Ziel ist Eden. Der Ort, an dem wir vor fünf Jahren einen denkwürdigen Tag bei strömendem Regen in einem Toyota Corolla verbracht haben. Eden ist noch genauso sympathisch verschlafen wie damals und am Hafen gibt´s auch immer noch hervorragende Fish und Chips. Da das Wetter etwas instabil ist und es eine Sturmwarnung gibt, beschliessen wir auf dem Campingplatz zu bleiben und morgen dann je nach Wetter zu entscheiden, ob wir hier nochmal zum Whale Watching hinausfahren. Am nächsten Morgen ist das Wetter besser als erwartet und somit ist die Entscheidung rasch gefallen. Heute gibt es nur eine etwas kürzere Tour, die mittags beginnt und somit bleibt uns noch etwas Zeit den Fischereihafen anuzschauen. Die hier ansässige professionelle Fischfangflotte gehört zu den Hauptlieferanten des Sydney Fish- Markets. Das Whale Watchingist wieder ein ganz besonders tolles Erlebnis. Wir sehen bestimmt 10 Wale, zum Teil aus nächster Nähe. Diesmal sind die Wale nicht so aktiv wie beim letzten Mal, d.h. es gibt heute keine spektakulären Sprünge zu sehen, dafür sind die Wale offensichtlich hungrig und fressen. Anscheinend ist Eden der einzige Ort in Australien, an dem die Wale während ihrer langen Reise aus den antarktischen in die tropischen Gewässer und zurück, fressen. Der Blick in so ein weit geöffnetes Walmaul ist doch ziemlich beeindruckend und es ist kaum vorstellbar, dass diese riesigen Tiere mehrere Monate und tausende von Kilometern fast ohne Nahrung auskommen. Wie beim letzten Mal vor fünf Jahren hat uns die ehrliche Begeisterung mit der die beiden Schiffseigentümer die Touren leiten besonders gut gefallen.
