Victoria

Gippsland

Nach einer durch Holz-Trucks zeitweilig etwas lauteren Nacht fahren wir am nächsten Morgen weiter nach Orbost. Von hier aus wollen wir eigentlich die Küste mal wieder verlassen und in die Australischen Alpen fahren, um dort durch die Frühlingsblumen zu wandern. In Orbost erfahren wir aber, dass in und um Omeo noch reichlich Schnee liegt und man dort noch wunderbar Ski langlaufen kann. Für Schnee und Langlaufen sind wir dann doch nicht ausgerüstet, sodass Omeo gestrichen ist. Also fahren wir weiter in Richtung Lakes Entrance. Hier machen wir einen schönen Spaziergang am Seeufer und zurück am Strand entlang. Für die Nacht finden wir ein schönes Bushcamp im naheliegenden State Forest. Unser Ziel für den nächsten Tag ist Golden Beach. Golden Beach ist etwa in der Mitte des 90 Mile Beach, der sich von Lakes Entrance im Osten bis Port Albert im Westen erstreckt. Bei Golden Beach kann man hinter den Dünen campen. Leider ist man dadurch immer noch ein ganzes Stück weg vom Strand. Trotzdem mal wieder ein schönes Fleckchen Erde. Der Strand reicht in beide Richtungen bis zum Horizont und es hat viele schöne Muscheln. Nach langer Zeit ist es auch mal wieder warm genug für unsere Outdoor Dusche. Abends kühlt es deutlich ab, aber wir haben seit langem mal wieder ein erstklassiges Lagerfeuer um uns zu wärmen. Am nächsten Morgen werden wir von zahlreichen Vögeln geweckt, wie immer sind die Kookaburras die ersten, die noch vor Anbruch der Dämmerung Ihren Weckruf erschallen lassen. Die Aborigine Legende sagt, dass die Kookaburas die Himmelsleute wecken, die dann die Tagesfeuer für Licht und Wärme anzünden.
Statt Omeo haben wir uns den Rand des Baw Baw Plateaus rund um Walhalla und Erica als "alpines" Wanderziel ausgesucht. Wir fahren über Traragon nach Walhalla. Walhalla ist ein kleines Dorf mit gerade mal 18 Einwohnern. Hier wurde früher Gold gesucht und gefunden und die alten Häuser sind alle liebevoll restauriert. Man kommt sich ein wenig vor wie in einem Freiluftmuseum, in das sich ein paar Einwohner geschlichen haben. Von hier aus startet der Great Alpine Track, ein Langstreckenwanderweg, der über mehr als 700km nach Canberra führt. Wir beschränken uns auf die ersten 8km und laufen zur alten Stahlbrücke, die hier 1900 über den Thomson River gebaut wurde um den Transportweg zu den Goldminen zu erleichtern. Wir übernachten auf einem schönen Campingplatz am Nordende von Walhalla. Am nächsten Morgen wollen wir rund um Erica nochmal ein wenig laufen. Als wir nach Erica kommen und auf den umgebenden Bergen keinen Schnee sehen, beschliessen wir ein wenig höher hinauf zu fahren. Wir wollen zum Parkplatz am Mount Erica, da hier einige Wanderwege beginnen. Es geht auf einer Forststrasse immer weiter bergauf und als wir schliesslich am Parkplatz ankommen trauen wir unseren Augen kaum - er liegt auf 1090 Metern (die Australier fahren gerne auf ihre Berge). Zum Gipfel des Mt. Erica muss man dann aber doch noch laufen. Der Weg ist ein weiteres Teilstück des Great Alpine Track und führt durch einen wunderschönen Wald mit vielen Farnen und schönen Eukalypten zunächst zu den Mushroom Rocks. Eine Ansammlung sehr beeindruckender Felsbrocken - wirkt etwas gespenstisch hier oben. Ein Stück weiter hat es dann die ersten Schneereste am Wegesrand, die mit zunehmender Höhe dichter werden. Den letzten Kilometer geht der Weg dann über eine geschlossene Schneedecke und wir versinken immer wieder bis über die Knie im Firn. Schliesslich schaffen wir es dann aber doch noch auf den Gipfel. Leider ist die Aussicht vom Gipfel sehr eingeschränkt, da er komplett bewaldet ist. Nachdem wir uns durch den Schnee wieder runter gekämpft haben, muss dann der letzte Schneerest dran glauben und wir bauen noch einen Schneemann. Der Firn will nicht so wie wir wollen, aber schliesslich klappt es dann doch. Er wird zwar nicht besonders schön - ist aber aus echt australischem Schnee. Jetzt haben wir vom tropischen Regenwald und Wüste bis hin zum Schnee alles erlebt - und das in 5 Monaten und in einem einzigen Land ! Australien ist schon einfach unglaublich vielseitig.
Nach einem Tag auf dem Campingplatz in Drouin mit Pflege von uns, unserer Wäsche, der Homepage und des Bremach, fahren wir am nächstem Morgen nach Olinda in den Dandenong Ranges am Ostrand von Melbourne. Hier wollen wir den National Rhododendron Garden anschauen, von dem es heisst er habe tausende blühender Pflanzen. Schon auf den ersten Blick ist klar, dass das nicht übertrieben ist. Der Blick schweift über einen ganzen Hang voller in allen Farben blühender Pflanzen. Wir streifen begeistert und immer wieder überrascht, ob der Farben- und Formenvielfalt der Rhododendren, Camelien, Proteen und all der übrigen Gewächse trotz 10°C und ein wenig Regen mehrere Stunden durch den Garten.

Melbourne

Unser erster Tag in Melbourne ist ein wenig plan- und ziellos. Wir streifen durch die Innenstadt mit ihren zahllosen Geschäften. Immer wieder findet sich zwischen all den modernen Gebäuden ein wunderschönes altes, viktorianisches Kleinod. Schliesslich kommen wir noch an den Federation Square mit seinen futuristischen Gebäuden, die einen tollen Kontrast zur St. Pauls Kathedral und der Flinders Station bilden. Schon am ersten Tag erscheint uns Melbourne sehr facettenreich und lebenswert. Es gibt hier viele unkonventionelle Menschen und Läden. Dazuhin gibt es unzählige Cafes und Kneipen, die zum Verweilen einladen. Am nächsten Morgen gehen wir zunächst in den Botanischen Garten, eine riesige Parkanlage mit einigen Seen. Hier blüht ausser den Rhododendren und Camelien leider noch nicht so viel. Wir entdecken aber das "William Tell Rest House", das der Wilhelm Tell Kapelle in Luzern nachempfunden ist. Das Original müssen wir dann mal anschauen, wenn wir wieder zurück sind. Weiter geht es zum Shrine of Remembrance, der an die Gefallenen des ersten Weltkriegs erinnert. Er ist für uns ein wenig zu wuchtig, aber von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Weiter nach St. Kilda, dem berühmten Melbourner Strand. Zuerst geht es hinaus aufs Pier - eines der längsten Holzpiere der Welt. Auch von hier aus hat man wieder schöne Aussichten zurück auf die Skyline. Am Ende des Piers brüten Little Penguins. Die meisten sind aber - wie tagsüber so üblich - unterwegs auf Nahrungssuche und werden erst abends wieder zurückkehren. Unter einem Felsen entdecken wir dann aber doch noch einen, der wohl bereits brütet. Bei schönem Wetter geniessen wir anschliessend die Esplanade. Ein schönes und völlig entspanntes Strandcafe erinnert an Cape Town, hier bleiben wir, geniessen die Sonne und Kaltgetränke. Es dauert dann auch ein paar Stunden bis wir uns aufraffen können und weiterlaufen. Bevor wir wieder zurück in die Stadt fahren, machen wir noch einen Spaziergang durch St. Kilda und bewundern die vielen viktorianischen Häuser. Das erste Ziel am nächsten Morgen ist der Queen Victoria Market. Ein riesiger Markt, auf dem man von Turnschuhen und T-Shirts über Motoröl und Computer bis hin zu Obst, Gemüse und Fleisch alles bekommt. Leider dürfen wir nach Tasmanien kein Obst und Gemüse mitnehmen, sodass wir nur wenig hiervon einkaufen können. Weiter geht´s in Richtung der State Library, einem wirklich schönen, riesigen Gebäude mit wunderschönen Lesesälen.
Die nächsten 2 Stunden sind wir mit der Umbuchung unseres Rückflugs beschäftigt. Wir haben uns entschieden erst im Januar zurückzufliegen, um mehr Zeit für den Süden Westaustraliens zu haben. Nach verschiedenen Telefonaten und mehreren Besuchen im STA Reisebüro, landen wir schliesslich fälschlicherweise im Büro von Singapore Airlines. Mit tatkräftiger Unterstützung von Singapore Airlines gelingt es uns schliesslich nach einem weiteren, gut halbstündigen Telefonat mit Lufthansa doch noch den Flug umzubuchen - und das für knapp 500 Euro weniger als uns am Vortag gesagt wurde. Das nächste Ziel ist die Brunswick Street in Fitzroy - die wohl verrückteste Strasse Melbournes. Hier wechseln sich Cafes, Kneipen, Ökoläden, Gärtnereien, Designerläden und Second Hand Läden ab. Das Publikum ist auch entsprechend bunt gemischt, insgesamt eine ausgesprochen interessante Mischung. Hier gibt´s auch ENDLICH wieder frischen Kaffee. Am nächsten Morgen gehen wir zunächst ins Univiertel, um uns nach medizinischen Büchern umzuschauen. Nach ein wenig Umherirren finden wir dann auch das entsprechende Büchergeschäft mit wunderbaren Büchern, drei davon werden uns auf der weiteren Reise begleiten. Weiter geht es - es regnet mittlerweile - zum Federation Square und in die National Gallery of Victoria. Hier gibt es eine hervorragende Ausstellung mit Aboriginal Art. Der Rest ist zeitgenössische australische Kunst und für uns etwas gewöhnungsbedürftig. Den nächsten Tag verbringen wir zum grössten Teil am Computer mit der Organisation unseres Container-Rücktransports. Nachmittags spazieren wir durch Carlton, das italienische Viertel Melbournes, in dem wohl die "Kaffeekultur" Melbournes ihren Ursprung hat. Mittlerweile dominiert hier jedoch ganz eindeutig die Pizza. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bremach in die Stadt und finden, weil Sonntag, sogar recht zentral einen Parkplatz. Selbst der Bremach hat eine Affinität zu Krankenhäusern - wir parken vor dem Melbourne Hospital. Das Wetter ist wunderschön, sodass wir zum Yarra River laufen. Am Federation Square geniessen wir zunächst eine Weile die Sonne und ein paar exquisite Kleinkünstler, bevor wir durch das Senioren Festival spazieren. Es hat hier verschiedene Stände der Seniorenuniversitäten Victorias, zum Teil mit Tanz- und Theateraufführungen. Wieder einmal imponieren uns die australischen Rentner durch viel Aktivität und eine sehr herzliche Selbstironie. Ein Stück weiter, direkt am Yarra River ist das Dream Festival, in dessen Rahmen es unter anderem grosse aufblasbare Skulpturen auf dem Yarra River zu bewundern gibt. Es scheint, dass halb Melbourne heute hier am Yarra River ist und - wie wir - das schöne Wetter geniesst. Am späten Nachmittag verlassen wir unseren Sonnenplatz und fahren zum Station Pier und zur Fähre nach Tasmanien.

Wilsons Promontory

Der Weg vom Station Pier hinaus aus Melbourne in Richtung Wilsons Promontory zeigt wieder einmal wie riesig diese Stadt ist. Fast eine Stunde dauert es bis wir die Vororte Melbournes verlassen haben. Der weitere Weg erinnert landschaftlich stark an das Allgäu, nur die schneebedeckten Alpengipfel fehlen. Das Wilsons Promontory ist der südlichste Punkt des australischen Festlandes und landschaftlich grandios: Grün bewaldete Hügel laufen aus an weissen Stränden, die wiederum an glasklares, türkises Meer grenzen. Die Strasse durch den Park wird gesäumt durch unzählige, weiss blühende Büsche. Nachdem wir uns auf dem Campingplatz eingerichtet haben, laufen wir noch geschwind auf den Mount Bishop hinauf. Vom Gipfel haben wir eine wunderbare Aussicht auf die Strände der Westküste und das Hinterland. Zurück am Campingplatz sind dann auch meine Eltern eingetroffen, die uns die nächsten drei Wochen bis Adelaide begleiten werden. Am späteren Nachmittag machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Pillar Point, von dem aus man wiederum eine wunderbare Aussicht auf das Meer und die vorgelagerten Inseln hat. Leider haben wir keine Taschenlampe dabei, sodass wir vor Sonnenuntergang wieder zurücklaufen müssen. Wäre sonst nach langer Zeit mal wieder eine Gelegenheit gewesen, einen Sonnenuntergang über dem Meer zu sehen. Für den nächsten Tag haben wir uns die Wanderung zur Oberon Bay vorgenommen. Der Weg geht konstant an der Küste entlang und führt über den Norman Point zunächst zur Little Oberon Bay und dann weiter zur Oberon Bay. Beide Buchten sind absolut paradiesisch und menschenleer. Da es hier vor nicht allzu langer Zeit gebrannt hat, besteht die Vegetation hauptsächlich aus Büschen und unzähligen Wildblumen, die den Wegesrand in ein Blumenmeer in gelb, weiss und blau verwandeln. Nachmittags bekommen wir am Camp regelmässigen und zahlreichen Besuch von Crimson Rosellas und gegen Abend inspiziert auch ein Wombat unsere Campsite. Am nächsten Morgen machen wir noch einen kurzen Ausflug an den Strand bei Cotters Lake, der schier endlos scheint. Danach geht die Fahrt wieder zurück nach Melbourne.

Melbourne II

In Melbourne steuern wir wieder den gleichen Campingplatz an wie das letzte Mal. Am nächsten Morgen fahren wir mit der Tram einmal quer durch die Stadt nach St. Klida auf den dortigen Markt auf der Esplanade. Hier bieten lauter Kleinkünstler ihre Werke an und es gibt viel Einzigartiges und Interessantes zu entdecken. Auch dieses Mal kommen wir nicht am Cafe am Strand vorbei und geniessen ein weiteres Mal die wunderschöne Lage. Das nächste Ziel ist der Queen Victoria Market, auf dem wir uns mit reichlich Obst und Gemüse eindecken, bevor es zum Federation Square und ans Southgate geht, wo wir den Abend in Melbourne in der Abendsonne ausklingen lassen. Den nächsten Vormittag verbringen wir mal wieder am Computer mit der weiteren Organisation des Containerrücktransports, der so langsam Gestalt annimmt. Am Nachmittag spazieren wir nochmal durch Carlton, wo es uns diesmal deutlich besser gefällt als letztes Mal. Irgendwie ist die Athmosphäre deutlich netter. Heute finden wir auch unser Lieblingscafe von vor 5 Jahren wieder und es ist immer noch excellent. Auf dem Heimweg laufen wir ein weiteres Mal durch die Brunswick Street in Fitzroy, wo es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Natürlich nutzen wir auch die Gelegenheit hier wieder frisch gerösteten Kaffee zu kaufen. Am letzten Tag in Melbourne zeigt sich dann doch noch die Sonne, sodass wir nochmal in den Botanischen Garten gehen. Hier blüht nun deutlich mehr vor drei Wochen und es gefällt uns entsprechend auch deutlich besser als das letzte Mal.

Great Ocean Road

Am nächsten Morgen verlasen wir Melbourne in Richtung Great Ocean Road. Der erste Stopp ist in Geelong. Geelong ist einer der grössten Industriehäfen in Australien und dementsprechend vor allem eine Industriestadt, versucht aber in den letzten Jahren zunehmend auch für den Tourismus interessant zu werden. In diesem Rahmen hat ein Künstler vor ein paar Jahren knapp 100 verschiedene bunte Holzstatuen hergestellt, die vom Fischer über die Beachvolleyballer bis hin zur Feuerwehrkapelle Menschen in den verschiedensten Lebenslagen darstellen. Wir spazieren ein Stück an der Strandpromenade entlang und entdecken immer wieder neue, auf 100 kommen wir aber dann doch nicht. Die bunten Männchen lassen die Strandpromenade sehr fröhlich und einladend wirken. Wir fahren dennoch weiter auf die Bellarine Peninsula zu den Port Philipp Heads in Queenscliff. Hier befindet sich der nur 3,1 km breite Eingang in die Port Philipp Bay. Kaum zu glauben, dass sich neben der Fähre nach Tasmanien noch diverse grosse Containerschiffe täglich durch diese Meerenge manövrieren. Gleichzeitig sieht man sogar heute bei schönem Wetter und wenig Wind ziemlich deutlich den Unterschied zwischen der ruhigen See in der geschützten Port Philipp Bay und der rauhen Bass Strait. Wir sind wieder einmal froh, dass wir sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt nach Tasmanien so schön ruhige See hatten. Über Barwon Heads geht die Fahrt schliesslich weiter nach Torquay, dem Surf-Mekka Australiens. Hier sind sogar die Parkbänke und die Mülleimer in Surfbrettform gehalten. Natürlich sind hier auch sämtliche Surf-Läden wie Ripcurl, Billabong, Quicksilver und Co zu finden. Heute ist es aber bereits zu spät zum Shoppen, sodass wir das auf den nächsten Morgen verschieben. Abends gehen wir dann nach langer Zeit mal wieder essen und es ist absolut köstlich. Am nächsten Morgen gehen wir dann auf Shoppingtour, müssen aber das ein oder andere Mal doch feststellen, dass wir nicht so ganz die Zielgruppe sind. Gegen Mittag brechen wir dann auf zur eigentlichen Great Ocean Road, die offiziell erst hier in Torquay beginnt. Das Wetter zeigt sich heute eher von seiner wilden Seite und somit haben wir auf dem ersten Lookout in Lorne auch recht wenig Aussicht. Die Fahrt entlang der Küste ist trotz oder vielleicht auch gerade wegen des schlechten Wetters sehr spektakulär. Die Felsküste fällt unterschiedlich steil in das türkisblaue Meer ab und die kräftige Brandung sorgt für reichlich weisse Gischt und Schaumkronen. In Kennet River wird der Weg bergauf entlang des Koala Walks mit zahlreichen Koalas belohnt. Die Koalas sitzen wie üblich schlafend in einer Astgabel. Erst wenn man sich geräuschvoll den Weg durchs Unterholz zu ihrem Baum bahnt wird ein Auge geöffnet und die Lage gepeilt. Ab und zu hat man sogar Glück und sie heben kurz den Kopf. Da sich die Koalas ausschliesslich von Eukalyptus ernähren und Eukalyptus extrem nährstoffarm ist, müssen die Koalas etwa 20 Stunden pro Tag schlafen, für mehr reicht die Energie nicht. Logisch also, dass kaum wleche für so komische Touristen vergeudet wird. Das Ziel des heutigen Tages ist das Cape Otway, Standpunkt eines der ältesten Leuchttürme Australiens, der früher eine unverzichtbare Navigationshilfe für die Schiffe und oft das erste war, was sie nach monatelanger Fahrt auf dem Ozean vom Australischen Festland sahen. Leider ist der alte, schöne Leuchtturm aus Kosten- und Effektivitätsgründen mittlerweile von einem neuen abgelöst worden. Vom Leuchtturm aus hat man einen tollen Blick auf die Bass Strait im Osten und den Southern Ocean im Westen. Wir übernachten auf dem wunderschön hoch über dem Meer gelegenen Bushcamp am Parker Hill mit traumhafter Aussicht. Für den nächsten Tag stehen die Twelve Apostels auf unserem Programm. Die Apostels sind Kalksteinsäulen, die in einem langen Erosionsprozess durch das Meer geschaffen wurden. Da die Erosionskräfte aber weiter wirken sind von den ursprünglich zwölf mittlerweile nur noch sechs zu sehen, die Übrigen sind bereits eingestürzt, der letzte erst vor ein paar Jahren. Das Wetter ist heute wieder einmal mässig bis schlecht mit viel Wind und grauem, wolkenverhangenem Himmel. Dadurch wirkt die ganze Szenerie jedoch unglaublich "wild" und dramatisch. Wir warten trotzdem ein paar Stunden auf besseres Wetter, werden jedoch nicht belohnt. Da wir bereits vor 5 Jahren hier schlechtes Wetter hatten, geben wir aber nicht so schnell auf und beschliessen ganz in der Nähe, in Princetown, zu übernachten und morgen nochmal unser Glück zu versuchen. Aber auch am nächsten Morgen ist das Wetter nicht wirklich besser, sodass wir, nachdem wir die Apostels ein weiteres Mal bestaunt haben, schliesslich doch aufgeben und weiterfahren. Ein paar Kilometer weiter ist die Loch Ard Gorge. Hier sind die einzigen zwei Überlebenden des Schiffes Loch Ard gestrandet, die hier kurz vor der Ankunft in Melbourne im dichten Nebel auf die Felsen aufgelaufen und gestrandet ist. Ein tragisches Ende der etwa drei Monate dauernden Schiffspassage zwischen England und Australien. Hier kann man auch an den Strand hinunter laufen und die verwitterten Kalksteinfelsen aus der Nähe betrachten.
Auch auf der weiteren Fahrt entlang der Great Ocean Road gibt es immer wieder interessante Kalksteinformationen zu bewundern: The Arch, The Grotto, Bay of Martyrs und die London Bridge. Die London Bridge war ürsprünglich eine zweibogige Brücke, die mit dem Festland verbunden war und über die man laufen konnte. 1990 ist jedoch ein Bogen eingestürzt, sodass nur noch eine einbogige Brücke im Meer zurückgeblieben ist. Von dort mussten damals einige Touristen mit dem Helikopter gerettet werden - gibt wahrscheinlich angenehmeres als wenn hinter einem die Brücke mit der einzigen Verbindung zum Festland zusammenbricht. Die Nacht verbringen wir im Killarney Foreshore Reserve, einem netten Camp am Rande eines Cricket Grounds. Als wir ankommen wird das Spiel gerade für die Nacht unterbrochen.

The Grampians and Little Desert NP

Am nächsten Morgen verlassen wir die Küste und fahren nach Norden in den Grampians NP. Nach einem Besuch im Brambuk Aboriginal Cultural Centre, wo es viel Wissenswertes über die hiesigen Aboriginies zu erfahren gibt, fahren wir über Halls Gap hinauf zum Bororka Lookout, von dem aus man trotz wieder einmal schlechten Wetters eine wunderbare Aussicht über die Hochebene im Osten der Grampians und die Bergkette der Grampians hat. Weiter geht die Fahrt zu den Balconies. Auf dem kurzen Fussweg zu den Balconies sind die Spuren des grossen Buschfeuers von Anfang 2006 besonders deutlich zu sehen. Gleichzeitig ist es immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Natur von einem solch massiven Brand wieder erholt. Die Balconies darf man leider nicht besteigen, auch wenn in fast jedem Reiseführer ein Bild mit auf den Balconies picknickenden Menschen abgebildet ist. Wir beschränken uns also darauf, den Blick auf die Balconies und in die Ferne zu geniessen.
Das nächste Ziel sind die Mac Kenzie Falls. Der Weg zum lookout ist gesäumt von grasstrees mit riesigen "kangaroo-tails". Der Wasserfall hat relativ wenig Wasser und ist somit trotz seiner beachtlichen Höhe nicht besonders imposant. Wir übernachten im Smith Mill Camp, das wunderschön im Wald an einem kleinen Flusslauf gelegen ist. Ganz in der Nähe gibt es noch die alte Dampfmaschine der Sägemühle zu entdecken. Für den nächsten Tag haben wir uns die Besteigung der Pinnacles vorgenommen - wahrscheinlich der berühmteste Berg der Grampians. Dementsprechend gleicht der Aufstieg zum Teil einer Völkerwanderung, von 1 bis 99 Jahren sind hier heute alle unterwegs. Der Weg führt zunächst durch den schroffen Grand Canyon mit beeindruckenden Steilwänden und dann weiter vorbei an immer wieder unterschiedlich geformten Felsformationen. Vom Gipfel, der ein wenig einem Balkon gleicht, hat man wieder eine unglaubliche Aussicht in die weite Ebene weit unten im Tal. Bevor wir uns wieder auf den Rückweg zum Camp machen laufen wir von Parkplatz aus noch ein Stück am Bach entlang zu den Venus Baths. Hier ist die Vegetation plötzlich ganz anders und viel grüner als auf den kargen Felsen der Pinnacles. Die letzte Station an den Grampians ist der Hollow Mountain. Erosion durch Wind und Sand haben hier spektakuläre Höhlen und Felsformationen geschaffen. Der Aufstieg erfordert relativ viel Kletterei, macht aber aus diesem Grund auch besonders viel Spass. Der Blick vom Gipfel reicht über schier endlose Weide- und Ackerflächen. Am Fusse des Berges befindet sich auch der Gulgurn Manja Shelter der Aboriginies, wo ein paar Hände und Emuspuren abgebildet sind. Die Weiterfahrt nach Horsham führt durch ausgedehnte Getreidefelder.
Am nächsten Tag ist der Little Desert NP unser Ziel. Hier findet sich keine eigentliche Wüste, zahlreiche Pflanzen und Tiere, darunter des vom Aussterben bedrohte Thermometerhuhn sind hier trotz der Dürre heimisch. Wir machen zunächst einen kurzen Nature Walk, auf dem unter anderem ein Bruthaufen des Thermometerhuhns zu sehen ist, das Huhn sehen wir jedoch leider nicht. Auch entlang des anschliessenden Albert Mill Walks lässt sich das Huhn nicht blicken. Leider sind auch die meisten Frühlingsblumen schon verblüht, sodass die Landschaft sehr karg anmutet.

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