Tasmania

Tasmania

Das Einchecken klappt reibungslos und die Spirit of Tamania ist ein riesiges, recht modernes Schiff. Unsere Ocean View Recliners, auf denen wir die Nacht verbringen werden, erweisen sich als komfortabler als befürchtet und die Bass Strait zeigt sich heute ausnahmsweise mal von ihrer ruhigen Seite. Wir sehen noch einen sehr interessanten Film über Haie, die in den letzten Jahren millionenfach wegen ihrer Flossen getötet werden und daher heute teilweise vom Aussterben bedroht sind. Aus den Flossen wird in Asien Suppe hergestellt, die dort als Statussymbol gilt und entsprechend teuer ist. Dementsprechend lukrativ ist das oft illegale Fischen von Haien. Ein unglaubliches und Leben verachtendes Vorgehen, gute Informationen gibt es auf der Homepage zum Film: http://www.savingsharks.com
Die Nacht ist dennoch erwartungsgemäss unruhig , sodass wir ziemlich gerädert in Devonport ankommen. Tasmanien begrüsst uns aber nicht wie vorhergesagt mit Regen, sondern mit blauem Himmel und Sonnenschein. Wir fahren zunächst die Nordküste entlang nach Westen. Die Küste ist wunderschön und die Strasse geht überwiegend direkt am Meer entlang. Tasmanien ist hier extrem grün und der Frühling sorgt für eine schier unglaubliche Blütenpracht. Narzissen, Gazzanien, Rhododendren, Mohn, Margerithen, Tasmanische Waratahs und und und verwandlen den Strassenrand oftmals in ein wahres Blütenmeer. Der erste Stopp ist in Penguin. Die namensgebenden Tiere sind leider alle unterwegs, sodass wir uns mit der grossen Pinguinstatue an der Strandpromenade und den Pinguinmülleimern begnügen müssen. Penguin ist auch Ausgangspunkt für die Besteigung des Mount Montgomery, von dem aus man fantastische Aussichten auf die Küste haben soll. Grund genug für uns die Wanderschuhe auszupacken und loszulaufen. Trotz der gerade mal 471m Höhe ist der Aufstieg recht anstrengend, da ziemlich steil (auch hier führt der Weg mal wieder geradeaus den Berg hoch - scheint eine australische Spezialität zu sein). Oben angekommen wird man aber in der Tat mit einem fantastischen Ausblick belohnt. Bevor wir in Richtung der Berge fahren und die Nordküste verlassen geniessen wir in Burnie noch ausgiebig die Sonne. Kurz nachdem wir Burnie verlassen fängt es an zu regnen und der Rest des Tages wird von klassischem Aprilwetter bestimmt: Regen, Schnee und Sonnenschein wechseln sich ab. Wie prophezeit wird es ab 5 Uhr nachmittags empfindlich kühl und wir sind wieder einmal froh, um unser Auto, was wenigstens ein wenig die Wärme hält. Am nächsten Morgen brechen wir dann im Dauerregen zum Cradle Mountain, dem Ausgangspunkt des brühmten Overland Tracks, auf. Die Hoffnung, dass es dort vielleicht nicht regnet zerschlägt sich schnell. Offensichtlich haben wir nicht das Glück einen der 11 (!) komplett schönen Tage, die es hier pro Jahr (!) gibt zu erwischen. Auch den Plan den Cradle Mountain zu besteigen müssen wir schnell begraben. Es hat dort oben noch hüfthoch Schnee und schneit weiterhin heftig. Also fahren wir- nachdem wir fast alle Register unserer wärmenden und regendichten Kleidung gezogen haben mit dem Shuttle Bus zum Dove Lake, um denselben zu umrunden. Der Dove Lake liegt auf 960m und dementsprechend kalt ist es hier. Wenigstens lässt der Regen ein wenig nach als wir loslaufen. Dafür stürmt es weiterhin recht kräftig, sodass wir auf dem Glacier Rock doch kämpfen müssen, um nicht weggeblasen zu werden. Ein wenig weiter fängt es dann an zu schneien. Nichts desto trotz ist das Panorama hier oben einfach grandios. Der Cradle Mountain erhebt sich schroff aus der Umgebung und throhnt über dem Dove Lake. Alle umgebenden Berge haben noch mehr oder weniger Schnee und die Wolken und der Sturm machen das ganze unglaublich wild und nahezu mystisch. Glücklicherweise hört es zwischendurch immer mal wieder auf zu schneien und gegen Ende unserer Runde um den See kommt sogar ab und zu ein wenig die Sonne raus, sodass wir uns entschliessen, noch durch eine wunderschöne Buttongrass Ebene vorbei am Lake Lilla zum Ronnys Creek zu laufen. Zurück am Bremach sind wir aber dann doch ziemlich durchgefroren, sodass wir recht rasch zum Campingplatz fahren. Bei mittlerweile nur noch 1°C und nun konstantem Schneefall braucht´s dann aber doch die Standheizung und relativ bald auch den wärmenden Schlafsack. Am nächsten Morgen ist es ein wenig wämer, sodass es aufhört zu schneien, dafür nun aber konstant regnet, was die 3°C nicht wesentlich angenehmer macht. Wir laufen vom Visitor Centre aus zunächst zu den Pencil Pine Falls und dann zu den Knyvet Falls. Der Weg geht durch atemberaubenden Beech Forest mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Moosen und Flechten. Beide Wasserfälle haben dank des üppigen Regens und Schnees viel Wasser und sind daher trotz ihrer geringen Höhe recht beeindruckend. Am Ende des Enchanted Walks durch ein Stück Regenwald stolpern wir fast über ein Wombat. Das erste Mal, dass wir ein Wombat sehen. Es lässt sich von uns auch nicht gross stören und nimmt unbeirrt weiter sein Frühstück zu sich. Wir beschliessen uns nicht vom Regen und der Kälte unterkriegen zu lassen und noch den Cradle Valley Boardwalk zu laufen. Landschaftlich ein wunderschöner Walk, der durch Wälder mit riesigen Bäumen und über Buttongrass Ebenen zu Ronnys Creek führt. Dort angekommen erfahren wir, dass die Strasse aufgrund von Brückenbauarbeiten für eine Stunde gesperrt wurde, was uns eine Zwangspause beschert. Nachdem die Strasse schliesslich wieder frei ist, versuchen wir am Feuer im Visitor Centre unsere tropfnassen Anoraks und Schuhe zu trocknen, was aber nur teilweilse gelingt. Die Fahrt geht vom Cradle Mountain weiter in Richtung Queenstown und ist ziemlich bergig, sodass wir nur langsam voran kommen. Queenstown ist eine Bergbaustadt, rund um die man noch ziemlich deutlich die Folgen des früheren Abbaus, der "ohne Rücksicht auf Verluste" erfolgte, sehen kann. Die Hügel rund um die Stadt sind völlig kahl und braun. Nur langsam erobert sich das Grün die Hügel zurück, aber von Wald keine Spur. Ironischerweise halten manche Einwohner die kahlen Hügel für einen Touristenmagnet und hätten sie am liebsten weiterhin so kahl. Für uns sind die kahlen Hügel eher ein Zeichen schnell weiterzufahren. Etwas westlich von Queenstown campen wir an einem Stausee und hoffen, dass es endlich aufhört zu regnen. Es ist einfach zu kalt und feucht, um auch irgendwas im Auto trocken zu bekommen. Am nächsten Morgen sieht der Himmel nicht mehr ganz so hoffnungslos aus. Es hat immerhin ein paar blaue Flecken. Nach ein paar Kilometern hört es dann tatsächlich auf zu regnen und die blauen Flecken am Himmel werden grösser. Wir halten an den Nelson Falls an, die sehr viel Wasser haben. Man spürt noch im Abstand von 20 Metern die Gischt. Nach einer wunderschönen Fahrt durch dichte Wälder und hinauf auf eine Hochebene kommen wir schliesslich gegen Mittag am Lake St. Clair, dem Endpunkt des Overland Tracks, an. Mittlerweile ist der Himmel fast komplett blau und es ist angenehm warm. Wir brechen auf, um zum Shadow und Forgotten Lake zu laufen. Nachdem es die letzten 7 Tage komplett durchgeregnet hat ist der Weg ziemlich matschig aber wunderschön. Er geht durch Eukalyptuswälder auf ein Hochplateau mit Heidevegetation und Buttongrass. Unterhalb des noch schneebedeckten Mt. Rufous geht der Weg zum Shadow Lake und schliesslich weiter zum Forgotten Lake. Immer wieder bieten sich fantastische Ausblicke auf die umgebenden, schneebedeckten Berge. Am nächsten Morgen zeigt sich der Himmel wolkenverhangen aber es bleibt trocken und somit entscheiden wir uns mit der Fähre zum Echo Point - etwa auf 3/4 der Strecke zum anderen Ufer - zu fahren und von dort aus zurückzulaufen. Da die Rezeption, die die Fährtickets verkauft erst um 9 Uhr aufmacht, fährt die 9 Uhr Fähre halt typisch australisch - no worries - mit entsprechender Verspätung los. Der Weg geht erst durch wunderschönen subtropischen Regenwald, später dann durch ebenso schönen Eukalyptuswald mit riesigen Eukalypten am Seeufer entlang. Auch hier sorgen Matsch, Wurzeln, umgefallene Bäume sowie diverse grosse Pfützen, die einige akrobatische Einlagen erfordern dafür, dass der Weg recht anstrengend ist. Am nächsten Morgen fahren wir weiter zum Mt. Field NP. Der Mt. Field NP besteht bereits seit 1911 und ist damit einer der ältesten Nationalparks Australiens. Im Nationalparks steht auch die älteste Skihütte Australiens, leider ist die im Moment wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Berühmt ist der Nationalpark aber in erster Linie für seine Wasserfälle. Also machen wir am Nachmittag zunächst einen Rundweg, der zu den drei Wasserfällen im unteren Teil des Parks führt. Der Weg geht zunächst zu den Russel Falls, den wohl bekanntesten der Wasserfälle. Auch hier ist es wieder beeindruckend wie viel Wasser hier "fällt". Die Horseshoe Falls sind eher weniger beeindruckend, liegen aber sehr idyllisch. Weiter geht es durch ein Stück Wald voller Swamp Gums. Swamp Gums werden zum Teil über hundert Meter hoch. Für die Australier braucht es mal wieder einen Superlativ und somit sind die Swamp Gums die höchsten blühenden Bäume der Welt. Für uns sind sie einfach nur ziemlich riesig und beeindruckend. Weiter geht der Weg zu den Lady Barron Falls - auch hier wieder viel, viel Wasser. Der Rest des Nachmittags am Campingplatz ist sehr schön sonnig und endlich mal wieder schön warm. In der Dunkelheit machen wir uns noch auf die Suche nach Glühwürmchen, die es hier geben soll. Unterwegs sehen wir dann tatsächlich eines der seltenen Bandicoots, Glühwürmchen gibt es heute dafür nur vereinzelte. Am nächsten Morgen wollen wir den höheren, alpinen Teil des Nationalparks erkunden. Die steile Strasse hinauf zum Ausgangspunkt des Walks zum Mt. Field East trampen wir und gönnen unserem Bremach eine kleine Ruhepause, das klappt problemlos. Der Weg geht durch ein Hochmoor hinauf mit wunderschönen Blicken auf die umgebenden Berge. Das letzte Stück hinauf zum Gipfel geht es über ein Geröllfeld. Oben angekommen haben wir wieder eine herrliche Aussicht über die umgebenden Schneeberge. Hinunter geht der Weg dann nochmal durch einige Schneefelder zum Lake Nichols und zurück zur Strasse. Da es erst kurz nach Mitag ist, beschliessen wir nicht zu trampen, sondern die Forststrasse hinunter zurück zum Auto zu laufen. Die 9km Strasse konstant bergab ziehen sich dann doch ein wenig und so spannen die Waden die nächsten 2-3 Tage doch merklich. Da unser "Zeitplan" für Tasmanien ein wenig gedrängt ist, beschliessen wir noch ein Stück in Richtung Hobart zu fahren. In New Norfolk machen wir Halt auf einem schönen Campingplatz der Gemeinde direkt am Derwent River. Der Abend ist wunderschön warm und wir können nach langer Zeit abends mal wieder lange draussen sitzen. In der Nacht zieht dann die nächste Kaltfront mit Regen über uns hinweg, sodass es morgends leider mit der Wärme schon wieder vorbei ist. mit Regen über uns hinweg, sodass
die Wärme leider schon wieder vorbei ist - man merkt hier halt immer wieder, dass die Antarktis nicht weit weg ist.
Wir fahren weiter nach Hobart, um uns die südlichste der australischen Hauptstädte anzuschauen. Hobart ist klein und ein wenig verschlafen, hat aber viel Charme. Am Meer liegt ein recht grosser Hafen und im Hintergrund throhnt der Mt. Wellington über der Stadt. Die Stadt hat, vor allem am Battery Point noch viele wunderschöne viktorianische Häuser und alles scheint hier ein wenig langsamer voranzugehen als anderswo (ausser den Parkgebühren). Nach einem ausgiebigen Stadtbummel fahren wir noch zum Botanischen Garten. Er liegt wunderschön an einem Hang mit Blick auf die Mündung des Derwent River (leider ist noch ein Highway dazwischen). Es blüht recht üppig hier, aber es ist alles sehr steril und die Tulpen stehen in Reih und Glied. Uns fehlt hier ein wenig die Natur. Am nächsten Tag parkieren wir am Botanischen Garten und laufen von hier aus in die Stadt. Wir bummeln erneut durch den Battery Point und den Salamanca Square, hier hat es viele nette Pubs und Cafes und einige interessante Geschäfte. Wir finden sogar die guten alten Himbeerbonbons wieder. Zurück am Botanischen Garten entdecken wir noch einen Teil, der etwas weniger steril ist, und wo der Lavendel in verschiedenen Formen und Farben blüht, wirklich sehr schön. Wir beschliessen, dass wir noch ein wenig aus Hobart hinausfahren, um dort zu übernachten. Letztlich landen wir auf der ehemaligen Pferdekoppel des Dunalley Hotels mit wunderschönem Blick auf das Meer. Am nächsten Morgen geht es weiter nach Süden auf die Tasman Peninsula. Unterwegs fahren wir noch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man eine schöne Sicht auf die Steilküste der Tasman Peninsula hat. Ein Stück weiter ist das Tesselated Pavement. Hier haben das Salz aus dem Meerwasser und die Brandung ein Muster geschaffen, was wie Pflastersteine aussieht. Den Zugang zur Tasman Peninsula bildet der Eaglehawk Neck, der gerade mal 50 Meter breit ist. Kein Wunder, dass die Tasman Peninsula eine Sträflingskolonie war. Der Eaglehawk Neck wurde von bewaffneten Soldaten und Wachhunden bewacht. Sogar im Meer hatten sie Wachhunde auf Holzplattformen an gekettet, um die Flucht zu verhindern. Mittlerweile dient der Eaglehawk Neck dazu den Tasmanischen Teufel (hoffentlich) vom Aussterben zu bewahren. Aufgrund eines ansteckenden Gesichtstumors ist die Population der wilden Tasmanischen Teufel inzwischen um über 90% zurückgegangen und sie sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Da es bisher noch kein "Heilmittel" gibt, ist nun das Ziel auf der Tasman Peninsula eine kleine, tumorfreie Population zu etablieren, in der Hoffnung, dass sich der Tumor irgendwann mal selbst limitiert oder die Devils resistent werden. Wir gehen also in den Tasmanian Devil Park, um die Tiere zu sehen. Auf den ersten Blick scheinen sie ganz friedlich, aber wenn sie gefüttert werden und in Windeseile ein Stück Wallaby inclusive Knochen und Felle verspeisen ahnt man die Kraft, mit der sie zubeissen. In Zahlen sind das 2800 psi, im Gegensatz zu 200 psi des menschlichen Kiefers oder 3000 psi der Krokodile. Beim Fressen wird auch klar, warum die Ansteckungsgefahr mit dem Tumor, der über den Speichel übertragen wird, so gross ist. Es wird mit härtesten Bandagen um jeden Bissen gekämpft und zugebissen, wann immer etwas zwischen die Zähne kommt - das kann auch schonmal ein Stück Ohr oder Schnauze sein. Eine halbe Stunde später liegen sie dann wieder in trauter Einheit friedlich schlummernd in der Sonne - interessante Tiere. Eine wirklichlehrreiche und gut gemachte Vogelschau gibt es hier auch noch zu sehen. Der Park ist so eine Art Auffangstation für verletzte Tiere, die aufgepäppelt und so möglich wieder freigelassen werden. Der Rest bleibt. Auf dem Rückwg fahren wir noch zum Tasman´s Arch und zur Devils Kitchen. Recht eindrückliche Felsformationen, die Wind, Wetter und Erosion geschaffen haben. Am Nachmittag wollen wir eigentlich noch ein Stück weiter in Richtung Triabunna fahren, um am nächsten Tag nach Maria Island zu fahren. Zur Sicherheit rufen wir nochmal bei der Fähre an, um die Abfahrtszeiten der Fähre zu bestätigen. Dies geschieht dann auch so. Zum Schluss noch die Floskel - see you tomorrow! Woraufhin wir erfahren, dass die Fähre erst übermorgen, Freitag, wieder fährt. Also beschliessen wir eine weitere Nacht auf der Pferdekoppel in Dunalley zu verbringen und erst am nächsten Morgen weiter zu fahren. Zum Abendessen wollen wir noch frischen Fisch beim Fischmarkt erstehen. Fisch gibt´s grad keinen - die Saison hat gerade erst begonnen und das bisschen, was sie gefangen haben ist schon verkauft, aber wir erfahren, dass die Fähre nach Maria Island Donnerstags nicht fährt (wissen wir schon) und was der beste Weg nach Triabunna ist (wussten wir noch nicht). Die Fahrt nach Triabunna geht auf einer Gravel Road durch den Wielangata Forest parallel zur Küste, auf die man immer wieder schöne Blicke hat. In Triabunna angekommen, nutzen wir den Rest des Tages zum Wäschewaschen und für ein weiteres gut einstündiges Telefongespräch mit dem Callcenter der Lufthansa (unser neues Hobby) - offensichtlich war der Preis, den sie uns für´s umbuchen genannt haben zu niedrig. Nach heftigem Protest und viel Chaos bleibt dann am Schluss doch alles beim alten. Insgesamt eine doch wenig überzeugende Geschäftspolitik mit wenig kompetentem Personal. Am nächsten Morgen fahren wir mit der Fähre hinüber nach Maria Island. Unterwegs ändert der Kapitän plötzlich und abrupt den Kurs, leider war der Wal aber "nur" ein Basstölpel und somit setzen wir unsere Fahrt rasch wieder auf dem alten Kurs fort. Auf Maria Island angekommen laufen wir vom Fähranleger in Richtung der Fossil Cliffs. Unterwegs geht es vorbei an einigen alten Gebäuden, die von der früheren landwirtschaftlichen Nutzung der Insel zeugen. Weiter geht der Weg über eine grosse Wiese, auf der sich zahlreiche Känguruhs tummeln. An den Fossil Cliffs sind unzählige versteinerte Muscheln verschiedener Formen zu sehen. Von hier aus hat man auch einen wunderschönen Blick auf die Dolerit Gipfel Bishop and Clerk und zurück auf´s Festland. Die Suche nach Walen auf ihrem Weg zurück zur Antarktis ist jedoch auch hier leider erfolglos. Von den Fossil Cliffs aus laufen wir noch auf die nächste Anhöhe, von der aus man einen beeindruckenden Blick die Steilküste hinunter auf das kristallklare türkisfarbene Meer hat. Leider reicht die Zeit nicht aus, um bis auf den Gipfel von Bishop and Clerk zu laufen, sodass wir uns wieder auf den Weg zum Fähranleger machen. Insgesamt ist die Insel extrem trocken, was die Landschaft sehr karg erscheinen lässt. Auf dem Picknickplatz mal keine grillenden Australier, dafür Cape Barren Gänse mit ihrem Nachwuchs und Wombats, ebenfalls mit Nachwuchs im Beutel. Etwas ungewöhnlich sieht es schon aus, wenn knapp unterhalb des Hinterns so ein kleiner Kopf rausschaut und ebenfalls grast.
Vom Fähranleger laufen wir an die Westküste zu den Painted Cliffs. Die Klippen hier sind durch Eisenerze in den verschiedensten Brauntönen gefärbt. Das versickernde Grundwasser hat hierbei grandiose Muster geschaffen. An den Klippen sitzen wir eine ganze Weile in der Sonne und geniessen die wunderschöne Küste, bevor wir wieder zurück zur Fähre müssen. Als wir im Hafen von Triabunna ankommen ist gerade der tiefste Punkt der Ebbe erreicht. Das Schiff liegt somit mehr als einen Meter tiefer als bei der Hinfahrt am Morgen. Eine Leiter oder Treppe gibt es nicht, also müssen alle ein wenig klettern - No Worries....... Wir fahren noch ein Stück weit die Küste entlang bis zu einem schönen Bushcamp direkt am Strand der Mayfield Bay. Der nächste Tag beginnt mit Regen. Wir fahren über Swansea in den Freycinet NP. Als wir dort ankommen ist es bereits trocken und es zeigen sich blaue Abschnitte am Himmel. Also beschliessen wir in Richtung der berühmten Wineglass Bay zu laufen. Der Parkplatz ist riesig und bestätigt, dass die Wineglass Bay auf dem Programm eines jeden Tasmanien-Touristen steht. Dementsprechend belebt ist auch der Weg hinauf zum Wineglass Bay Lookout. Auch auf der Plattform drängen sich zig Menschen, um die besten Plätze zum fotografieren zu ergattern. Wir klettern auf einen benachbarten Felsen, von wo wir dann auch ungestört die einzigartige Aussicht auf die Wineglass Bay geniessen können. Der Grund für die Namensgebung ist bis heute ein Rätsel, aber die Bucht mit dem weissen Strand, dem Meer und den bewaldeten Hügeln im Hintergrund ist einfach klasse. Der weitere Weg hinunter in die Wineglass Bay ist dannviel ruhiger. Der Strand ist wunderschön und lädt zum Schwimmen ein, nur leider machen die Temperaturen (vor allem auch die Wassertemperatur) da nicht ganz mit. Über den Isthmus Track laufen wir durch schönen Eukalyptuswald zum Hazards Beach. Hier bietet sich ein fast surreales Bild mit weissem Strand, kräftig türkisem Wasser, einer kleinen Insel sowie blauem Himmel mit ein paar Schleierwolken - wirklich unglaublich. Der weitere Weg geht an der Küste entlang rund um die Bergkette "The Hazards" und wir haben immer wieder tolle Blicke auf die Coles Bay und die vorgelagerten kleinen Inseln. Zurück am Bremach beschliessen wir noch zum Leuchtturm am Cape Tourville zu fahren. Ein kurzer Weg führt rund um den Leuchtturm und von hier aus haben wir fantastische Blicke auf die Steilküste. Über eine kurze, aber sehr ausgewaschene Piste gelangen wir zum Bush-Camp. Das Camp liegt glücklicherweise gut vor dem stürmischen Wind geschützt in einem Waldstück. Wir erhalten regelmässigen Besuch von Wallabies und die Wattlebirds und Kookaburras sorgen für ein "Weck - Konzert" am nächsten Morgen. Das nächste Ziel ist der Douglas Apsley NP. Hier laufen wir über den Ridge Track ein Stück weit das Fluss-Tal hinauf. Erstaunlicherweise blüht es hier trotz der recht unwirtlich anmutenden Landschaft schon recht üppig. Zurück laufen wir durch das Flussbett, was einiges an Kletterei erfordert, sodass wir nicht allzu schnell vorankommen. Der Apsley River bildet immer wieder Wasserlöcher unterschiedlicher Grösse, in denen reichlich Forellen leben. Zwischen den Wasserlöchern finden sich momentan nur kleine Rinnsale. Die Schlucht ist am Anfang unseres Weges recht steil und eng und wird dann flussabwärts immer weiter und flacher, sodass sie Landschaft zunehmend sanfter wird. Wir fahren noch weiter zum Bushcamp am Lagoons Beach. Auch hier hat es wieder auffallend viele Vögel: Green Rosellas, Yellow Tailed Black Cockatoos, auf den Lagunen viele Black Swans und noch so einige andere, die wir nicht alle identifizieren konnten. Nach langem Hin und Her aufgrund des doch ziemlich durchwachsenen Wetters haben wir uns letztlich doch entschlossen, in die
Bay of Fires, nördlich von St. Helens zu fahren. Weil der Name am schönsten klang, haben wir uns das Bushcamp am Cosy Corner ausgesucht. Als wir dort ankommen, stellt sich rasch heraus, dass wir dabei einen absoluten Glückstreffer gelandet haben. Wir finden einen wunderschönen Platz hinter den Dünen mit Blick auf´s Meer und die berühmten mit orangeroten Flechten bewachsenen Felsen der Bay of Fires. Man mag denken, die orangeroten Flechten seien der Grund für den Namen der Bucht, aber es ist viel einfacher. Grund sind die Feuer der Aborigones, die die Seefahrer am Strand sahen. Die Bay of Fires ist mal wieder ein wunderschönes Plätzchen Erde. Wie schon so oft an der Ostküste Tasmaniens auch hier weisser Sand, türkises Meer und leider auch mal wieder grauer Himmel, gekrönt mit den orangeroten Felsen. Am Abend hört es dann auf zu regnen und es reisst sogar ein wenig auf, sodass die Felsen im Abendlicht richtig leuchten. Am nächsten Morgen machen wir, bei endlich blauem Himmel, noch einen kurzen Strandspaziergang bevor wir in Richtung Launceston aufbrechen. Die Fahrt geht durch hügeliges, teils bergiges Land, über Weideflächen und durch ausgedehnte Wälder nochmal hinauf bis über 600m, bevor es wieder hinunter nach Launceston geht. Launceston hat eine nette, lebendige Athmosphäre und erscheint uns keinesfalls so verschlafen und kleinstädtisch wie in unserem Reiseführer beschrieben. Nach einem Stadtbummel laufen wir noch in die Cataract Gorge, über den Main Track gelangen wir recht gemütlich hinauf bis zur Schlucht. Hier geht ein für europäische Verhältnisse recht antik anmutender Sessellift einmal quer über die Schlucht. Wir begnügen uns mit dem Blick von der Brücke. Zurück geht der Weg über den etwas steileren Zick-Zack Track mit schönen Blicken in die Schlucht und über Launceston und die Mündung des Tamar River. Wir übernachten in Westbury bei Andys Bakery, die 365 Tage im Jahr 24 Stunden offen hat - das auf Tasmanien und in Westbury, wer da wohl nachts um 3 Uhr Brot kauft ?
An unserem letzten Tag auf Tasmanien wollen wir uns bei Latrobe das Henry Sommerset Orchid Reserve anschauen. Hier soll es über 40 australische Orchideenarten geben. Wir fragen in der Touristeninformation nach dem Weg. Die Dame weiss zwar, dass es irgendwo sowas gibt, aber nicht genau wo. Wie so oft weiss sie aber, wen sie anrufen muss um das rauszufinden und somit bekommen wir schlieslich eine gute Wegbeschreibung. Das Orchideen-Reserve ist dann aber nicht wie von uns eigentlich erwartet eine Art Botanischer Garten sondern ein Stück Wald. Dummerweise hat es hier ausnahmsweise mal keine Schilder, sodass wir uns auf eigene Faust auf Orchideensuche machen. Statt der versprochenen 40 verschiedenen Arten, finden wir nur 2 - bestimmt blühen momentan auch nur 2....... Nachdem der Aufenthalt bei den Orchideen kürzer als geplant ausgefallen ist, sind wir bereits gegen Mittag in Devonport. Devonport ist leider mindestens so trostlos wie beschrieben, sodass der Nachmittag aus in der Sonne sitzen und lesen besteht.
Die Nacht auf der Fähre ist dann um einiges ruhiger als auf der Hinfahrt - die Schnarcher fehlen, sodass wir nicht ganz so gerädert wieder in Melbourne ankommen. Hier fahren wir bei gerade aufgegangener Sonne und blauem Himmel mit Blick auf die Skyline in den Hafen ein.

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