South Australia
South East
Kurz nachdem wir die Grenze nach Südaustralien überquert haben erreichen wir Bordertown, unser heutiges Ziel. Bordertown ist Heimat der berühmten weissen Känguruhs. Diese sind keine Albinos, sondern eine dominat vererbte Unterart des Western Grey Kangaroos. Leider kann man diese Kangaroos nur durch den Zaun des Wildlife Parks bewundern. Von Bordertown aus fahren wir wieder an die Küste in den Coorong NP. Dieser Nationalpark erstreckt sich über die ganze, etwa 100km lange Lagune, die ein Refugium für Wasser- und Zugvögel darstellt. Aufgrund des nur geringen Wasseraustausch mit dem Meer stinkt es zeitweilig doch recht erbärmlich, sodass wir den ursprüngleichen Plan hier zu campen fallen lassen. Dennoch ist die Landschaft hier traumhaft schön. Weiter fahren wir entlang des Lake Alexandrina und überqueren in Wellington mit einer kurzen Färpassage den Murray River. Der Murray River ist einer der grössten Flüsse Australiens und sichert die Trinkwasserversorgung von 90% Südaustraliens. Ein Stück weit hinter Wellington finden wir ein grandioses Plätzchen am See, wo wir unser Nachtlager aufschlagen. Der angekündigte Sturm kommt etwas früher als erwartet, sodass die Nacht etwas unruhig wird. Am nächsten Morgen fahren wir bei immer noch heftigem Sturm über Victor Harbour nach Cape Jervis an die Spitze der Fleurieu Peninsula. Am Abend fahren wir noch kurz zum Fähranleger und sehen bangen Blickes die in heftigem Seegang kräftig schwankende Fähre nach Kangaroo Island, mit der wir morgen fahren wollen.
Kangaroo Island
Am nächsten Morgen hat sich der Sturm glücklicherwiese doch ein wenig gelegt, sodass die verschiedenen Extra- Gepäcksicherungen gar nicht nötig gewesen wären. Auf Kangaroo Island angekommen fahren wir als erstes zur Eukalyptus- Öl Destillery. Hier wird schon seit Jahrzehnten in gleicher Art und Weise Eukalyptus- Öl hergestellt, das, glaubt man den Informationsblättern, für so ziemlich alles vom Pinselreinigen bis zur Wunddesinfektion gut ist. Wir sind skeptisch, nehmen aber trotzdem ein kleines Fläschchen (nicht für die Wunddesinfektion) mit. Somit gewappnet für alle Fälle fahren wir weiter zur Seal Bay, wo eine Kolonie von Australian Sea Lions lebt. Die Seelöwen halten sich jeweils für etwa drei Tage zum Fressen im Wasser auf und kommen dann zur Regeneration für drei Tage an Land, die sie hauptsächlichmit Schlafen verbingen. Dennoch herrscht immer ein wenig Bewegung in der Kolonie, sei es, dass die Jungtiere die Anwesenheit der Mutter nutzen um zu trinken, die heranwachsenden Bullen ihre Kräfte miteinander messen oder die Tiere, je nach Temperatur, den Schlafplatz wechseln. Man kann nur mit einer geführten Tour an den Strand, hierbei erfahren wir jedoch viel Interessantes, so zum Beispiel, dass die australischen Seelöwen die einzigen Tiere sind, die eine Tragezeit von 18 Monaten haben und somit ihre Jungen abwechselnd im Sommer bzw. Winter gebären. Das Junge wird praktisch bis zur Geburt des nächsten Jungen gesäugt und bereits sieben Tage nach der Geburt können die Weibchen wieder trächtig werden. Die Weibchen sind somit also quasi "dauerschwanger". Unterwegs zu unserem Camp in Vivonne Bay machen wir noch einen Abstecher zur Little Sahara, einer riesigen Sanddüne. Auf dem Kamm der Düne wähnt man sich beinahe wirklich in der Sahara, wenn da nicht das Meer im Hintergrund wäre. Am nächsten Tag fahren wir in den Flinders Chase NP am Westende der Insel. Hier hat vor knapp einem Jahr ein ausgedehntes Buschfeuer gewütet, dessen Spuren noch deutlich sichtbar sind. Auch viele der Tiere sind noch nicht wieder hierher zurückgekehrt, sodass über weite Strecken noch "Geisterwälder" vorherrschen, auch wenn es vielerorts schon heftig "grünt". Die Remarkable Rocks sind ähnlich wie der Hollow Mountain durch die Erosionskräfte von Wind und Sand geformt worden. Es ist schier unglaublich was dabei entstanden ist. Wir streifen fast zwei Stunden lang immer wieder um die Felsen und entdecken immer wieder Neues. Unweit der Remarkable Rocks befindet sich am Cape du Cuedic eine grosse Kolonie von New Zealand Fur Seals. Im Gegensatz zu den Seelöwen sind die Fur Seals deutlich aktiver und wir schauen Ihnen eine ganze Weile beim Spielen und Planschen zu. Sie scheinen dabei viel Spass zu haben und es fasziniert immer wieder wie sie sich durch die heftige Brandung an den Felsen vorbeimanövrieren. Nach den aktiven Fur Seals geht es zum Abschluss des Tages dann noch zum Koalawalk. Hier finden wir recht viele der trägen Beuteltiere. Es herrscht wie üblich überwiegend Tiefschlaf. Dafür sitzen ein paar Koalas recht weit unten im Baum, sodass wir sie mal aus der Nähe betrachten können. Wir übernachten ganz in der Nähe auf einem Campingplatz mit unglaublich vielen Vögeln, die vor allem in der Morgendämmerung ein schier unglaubliches Konzert veranstalten. Auch ein Koala muss in der Nähe unseres Stellplatzes sein Quartier haben - er weckt uns in der Nacht mit seinem "grunzen". Bevor wir am nächsten Morgen weiterfahren gehen wir am campingplatzeigenen Koalawalk noch Koalas suchen, finden aber heute nur zwei, offensichtlich haben sich die anderen über das riesige Areal verteilt. Unser erstes Ziel heute ist Emu Bay an der Nordküste der Insel. Ein wunderschöner, langer weisser Strand, der zum Baden einlädt, zumal hier auch das Meer deutlich wärmer ist als an der Südküste. Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang fahren wir nach Kingscote, der Inselhauptstadt, bei insgesamt gerade mal 4400 Einwohnern auf Kangaroo Island ist der Titel doch etwas fraglich. Zwischen Oktober und März steigt die "Einwohnerzahl" Kingscotes deutlich an, da eine Kolonie Little Penguins hierher zum Brüten kommt. Den Pinguinen gilt auch unser eigentliches Interesse und somit schliessen wir uns nach Einbruch der Dunkelheit einer Tour an, um die vom Fischen heimkehrenden Pinguine auf ihrem Weg aus dem Wasser zu ihren Bauten zu beobachten. In den Nestbauten warten die Jungen schon sehnsüchtig auf das "Abendessen". Da beinahe Vollmond ist scheint es die Mehrzahl der Pinguine heute vorzuziehen noch eine Weile zu warten bis der Mond etwas tiefer steht und die Dunkelheit sie besser schützt. Aber ein paar Heimkehrer können wir auf ihrem erstaunlich behenden Weg über den Strand und die Felsen beobachten. Dank kundiger Führung sehen wir auch einige der wartenden Jungtiere. Am nächsten Morgen fahren wir zunächst zu Cliffords Honey Farm, einer grossen Imkerei. Auf Kangaroo Island wurden Mitte des 19. Jahrhunderts ligurische Bienen eingeführt, die dank der Isolation der Insel bis heute krankheitsfrei und die einzig "genetisch reinen" Bienen dieser Rasse und deshalb unter Imkern weltweit offensichtlich sehr begehrt sind. Wir können hier in einem Bienenstock aus Glas den Bienen bei der Arbeit zuschauen. Das beste hier ist aber das hausgemachte Honig-Eis, wahrscheinlich weil auch der Honig an sich sehr lecker ist. Frisch gestärkt erklimmen wir als nächstes den Prospect Hill mit herlicher Aussicht über die Dudley Peninsula und die Küsten. Das Wasser der Südküste erscheint von hier oben unglaublich türkis, sodass wir direkt weiter zur Penington Bay fahren und schwimmen gehen. Nachdem wir uns abgekühlt haben - es ist der erste richtig heisse Tag seit langem - suchen wir uns in Penneshaw einen Schattenplatz und warten auf unsere Fähre zurück aufs Festland. Auf der Überfahrt geniessen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang. Da es bereits dunkel ist, als wir am Cape Jervis ankommen, suchen wir uns in unmittelbarer Nähe des Fähranlegers unseren Schlafplatz und stehen dann wunderschön zwischen Vollmond und Leuchtturm.
Adelaide and Barossa Valley
An der Westküste der Fleurieu Peninsula entlang fahren wir nach Norden und nach Adelaide. Die Landschaft scheint hier zunächst extrem trocken zu sein, weiter in Richtung Adelaide wird es dann grüner da hier, in der Gegend um Mac Laren Vale mit entsprechend intensiver Bewässerung, Weinbau betrieben wird. In Adelaide angekommen fahren wir als erstes zu Iveco, unser Bremach braucht noch ein paar neue Filter und einen Ölwechsel, bevor es wieder in den Busch geht. Diverse Stunden später ist auch das gemacht und wir können meine Eltern mit ein wenig Verspätung von Apollo abholen, wo sie ihren Camper abgegeben haben und sie zu ihrem Hotel bringen. Nachdem wir einen Campingplatz gefunden haben, machen wir uns noch am Abend auf zu einer ersten Erkundungstour durch die Stadt. Adelaide ist im Vergleich zu den letzten Grossstädten schön überschaubar und gefällt uns sehr gut, ob es daran liegt, dass Adelaide die meisten Restaurants und Kneipen pro Einwohner in Australien hat ? Am nächsten Tag gehen wir als erstes ins South Australian Museum. Ähnlich wie schon das Australian Museum in Sydney ein ganz hervoragendes Museum, in dem sich von Fossilien und Mineralien über einen alten Aufzugsschacht mit Tiefseefischen und ägyptische Mumien bis hin zu einer riesigen Sammlung mit Kunst- und Gebrauchsgegenständen der Aborigines alles findet. Wir schliessen uns zunächst einer hervoragenden Führung an, die einen guten Überblick über das Museum gibt und erkunden hinterher noch eine ganze Weile die Details des Museums. Für uns die Höhepunkte sind neben der Aborigine Sammlung die opalisierten Fossilien. So wie sich sonst Opaladern in Gesteinsspalten bilden, wurden hier die Skelette der ehemaligen australischen Megafauna und verschiedene Muscheln durch Opalgestein "ersetzt" und schimmern jetzt wie die Opale in den wunderbarsten Regenbogenfarben. Als nächstes besuchen wir noch die Jam Factory, ein Design "Museum". Hier werden die Werke australischer Designer ausgestellt, zum Teil wirklich sehr innovativ und schön. Den Nachmittag verbringen wir am Strand in Glenelg. Leider fährt die historische Strassenbahn nur am Wochenende, sodass wir mit einer "normalen" Tram hinfahren müssen. Aber Glenelg hat ein sehr entspanntes Flair mit vielen einladenden Cafes und einem, trotz der Hochhäuser, schönen Strand. Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug ins Barossa Valley, das wahrscheinlich bekannteste Weinanbaugebiet Australiens. Viele Weingüter hier wurden von deutschen Emigranten gegründet, sodass neben dem typisch australischen Shiraz und Chardonnay hier auch viel Riesling angebaut wird. Zur Einstimmung gehen wir zunächst ins National Wine Centre, ein imposantes Gebäude in Adelaide. Hier erfahren wir viel Interessantes über die verschiedenen australischen Weinanbaugebiete und deren klimatische Unterschiede. Virtuell kann man hier auch seinen eigenen Wein herstellen - wir versagen beide und es kommt eher Spülmittel als Wein dabei heraus. Wahrscheinlich sollten wir beim Trinken bleiben. Das Barossa Valley liegt etwa 60 Kilometer nordöstlich von Adelaide inmitten von sanften Hügeln. Im Gegensatz zu Europa wird in Australien Wein fast ausschliesslich in der Ebene angebaut. Der erste Halt und das erste Weingut sind das Chateau Barossa. Neben gutem Wein hat das Chateau einen riesigen üppig blühenden Rosengarten. Es scheint allerdings als würde beides noch von vergangenen Zeiten zehren. Als nächstes halten wir bei Jacobs Creek - ein wahrer Weinbaugigant im Barossa Valley und nicht nur dort. Dementsprechend gibt es hier auch keine Cellar Door sondern ein Visitor Centre und alles ist ein wenig zu gross und vor allem zu sehr auf die "Abfertigung" von grossen Reisebussen ausgelegt. Nach einem kurzen Stop in Tanunda mit seiner lutheranischen Kirche fahren wir zur Rolf Binder Winery, einem wunderschönen Weingut mit einer sehr stilvollen und humorvollen Weinprobe. Danach geben wir auf und heben uns die restlichen 127 Wineries für ein nächstes Mal auf. Auf dem Heimweg machen wir noch einen kurzen abstecher zum Maggie Beer Farmshop, der nicht nur wunderschön gelegen ist, sondern wo es auch hervorragende Pates und noch viel mehr zu probieren und zu kaufen gibt. Wieder zurück in Adelaide steuern wir den Central Market an, der freitags bis 21 Uhr geöffnet hat. Hier gibt es wunderbares, frisches Obst, herrliches Brot, frischen Kaffee und Käse und noch viel, viel mehr. Die Auswahl fällt schwer und man hätte gerne öfter die Chance so einzukaufen. Der letzte Tag in Adelaide beginnt mit dem botanischen Garten. Neben einem riesigen Rosengarten, in dem leider noch nicht allzu viel blüht, gefällt uns vor allem der Mediterrenean Garden mit seinen vielen kleinen Wasserläufen. Den Rest des Tages bummeln wir durch die Innenstadt und die Fussgängerzone. Hier herrscht schon die absolute Weihnachts - Mania und neben der Weihnachtsdekoration, inklusive etwas deplaziert wirkendem Schneemann, gigantischem Weihnachtsmann und Weihnachtsbaum wird man konstant mit Weihnachtsliedern beschallt - kaum zu glauben, dass die Australier das volle 2 Monate aushalten. Den Abend verbringen wir dann bei leckerem Essen und gutem Wein in einem belgischen Pub und verabschieden meine Eltern, die morgen zurück nach Deutschland fliegen. Bevor wir Adelaide verlassen laden wir noch das neue Update der Homepage hoch und spazieren über den Markt der Rundle Street. Der Markt ist eher spärlich besucht und hat vielleicht auch deshalb wenig Charme.
Flinders Ranges
Nach dem obligatorischen Einkaufsstop fahren wir in Richtung Norden an Gawler vorbei ins Clare Valley. Das Clare Valley ist ein kleines aber wohl feines Weinbaugebiet mit schmucken Örtchen. Im Gegensatz zu seinem Nachbartal, dem Barossa Valley, scheint es deutlich weniger touristisch erschlossen zu sein. Lediglich der Riesling Trail, ein Fuss- und Radweg, der durch das ganze Tal führt deutet auf touristische Aktivitäten hin. Reisebusse sucht man hier glücklicherweise vergebens. Abgesehen von Wein wird in der Gegend auch Getreide angebaut. Beidseits der Strasse goldene, zum Teil schon abgeerntete Getreidefelder bis zum Horizont. Ab und zu überholen wir einen Mähdrescher, der nahezu die gesamte Strassenbreite einnimmt. Die Getreidefelder bieten einen tollen Kontrast zu den rötlich-violetten Hügeln im Hintergrund. Wir übernachten auf einem sehr skurrilen Camp am Rande eines ehemaligen Cricketfeldes in Murray Town. Der Ort ist wohl eines der verlassensten Nester seit langem - fünf Menschen, drei Hunde - das war`s. Dementsprechend erinnert alles hier eher an ein längst nicht mehr genutztes Sportheim als an einen Campingplatz, aber es hätte sogar Strom. Der Caretaker hat grosse Pläne und erzählt uns von warmen Duschen und einer Camp - Kitchen in naher Zukunft. Wir würden mal eher mit aufräumen, Müll wegbringen und Rasenmähen anfangen, aber wir lassen ihn träumen. Am nächsten Morgen brechen wir früh auf, um den Mount Remarkable zu besteigen. Der Mount Remarkable verdankt wie vieles hier in South Australia seinen Namen Edward John Eyre und gehört zu den südlichen Ausläufern der Flinders Ranges. Ein schöner Weg führt, ganz unaustralisch in weitem Bogen, rund um den Berg herum auf den Gipfel. Unterwegs haben wir immer wieder unglaubliche Ausblicke auf auf das nicht enden wollende Getreidemeer. Der Gipfel ist bewaldet, sodass man von hier oben leider nicht so viel sieht, schade, wir hatten gehofft einen Blick auf den Spencer Gulf zu erhaschen. Am nördlichen Ende des Mount Remarkable NP liegt die Alligator Gorge, die hier allmählich ihren schroffen Outback Charakter verliert und sanfter und flacher wird. Leider hat der Alligator River momentan kein Wasser, weshalb die Schlucht ein wenig von ihrem Reiz verliert. Dennoch sind die steilen roten Felswände, die zum Teil nur wenige Meter voneinander entfernt sind sehr beeindruckend. Schön sind auch die riesigen River Red Gums, die in und am Rande der Schlucht wachsen. Abends beginnt es dann zu regnen und wir bangen, wenn auch noch nicht allzu heftig, ob wir den Oodnadatta Track wohl fahren können. Am nächsten Morgen erfahren wir dann, dass unsere Sorge nicht ganz unberechtigt war, denn der nördliche Teil des Oodnadatta Tracks ist tatsächlich wegen Regens geschlossen. Wir hoffen weiter und fahren über Hawker in Richtung Wilpena Pound im Flinders Ranges NP. Kurz vor Beginn des Nationalparks laufen wir ein kleines Stück zum Arkaroo Rock, wo es interessante Aborigine Art zu sehen gibt. Leider fehlen die Erklärungen, sodass wir nur vermuten können, was hier wohl dargestellt ist. Unterwegs laufen wir immer wieder an intensiv nach Weihrauch duftenden Sträuchern vorbei - unglaublich. Auf dem Rückweg fängt es richtig an zu regnen, sodass wir kurz überlegen zurückzufahren, entscheiden uns aber schlieslich doch weiter in den Wilpena Pound zu fahren. Die Visitor Information im Wilpena Pound Resort ist denkbar ahnungslos, hat aber immerhin die aktuellen Strasseninformationen. Erstaunlicherweise ist der Oodnadatta Track trotz neuerlichen Regens momentan wieder vollständig offen. Also abwarten und hoffen, dass das so bleibt. Nachmittags hört es dann endlich auf zu regnen, sodass wir in den Wilpena Pound hinein laufen. Der Weg geht vorbei am Hill´s Homestead, wo sehr anschaulich das Leben der früheren Farmer hier beschrieben ist zum Wangara Lookout. Der Wilpena Pound erscheint von hier oben wie ein Meteoriten- oder Vulkankrater, wird aber von verschiedenen Bergketten gebildet, die hier ein natürliches Amphitheater geformt haben. Es regnet die ganze Nacht durch und das zuweilen recht heftig. Nachdem es endlich aufgehört hat zu regnen, besteigen wir den Mount Ohlssen Bagge am Rande des Wilpena Pound. Die Hoffnung auf eine schöne Sicht auf den Wilpena Pound müssen wir aber recht bald begraben. Etwa ab halber Höhe kommen wir uns vor wie im November in Europa. Nebelschwaden und Wolkenfetzen ziehen über uns hinweg und es nieselt immer wieder. Nur die kurze Hose sagt einem, dass man wohl doch im australischen Frühling ist. Leider kommen wir auch auf dem Gipfel nicht über die Wolken, sodass die Sicht gleich Null ist. Wieder unten am Visitor Centre ist mittlerweile der ganze Oodnadatta Track gesperrt. Wir entscheiden uns nach kurzer Überlegung dafür hier auszuharren und auf besseres Wetter zu warten. Wir fahren also in den nördlichen Teil der Flinders Ranges ins Trezona Bushcamp. Unterwegs wird das Wetter besser, sodass wir einen schönen, sonnigen Abend haben. Am nächsten Morgen wachen wir dann bei annähernd vollständig blauem Himmel auf - es sieht aus als hätte es nie geregnet. Wir nutzen das schöne Wetter zum Trezona Hike mit wunderschönen Aussichten auf die umliegenden Berge und vielen Tieren am Wegesrand. Die weitere Fahrt entlang des Geological Trails, auf dem unterwegs immer wieder die verschiedenen Gesteinsschichten und deren Alter erklärt werden, geht schliesslich durch die Brachina Gorge. Die Schlucht ist wirklich atemberaubend. Immer wieder ändern sich die Gesteinsformationen und die Rottöne und im Tal hat es riesige River Red Gums. Die Piste schlängelt sich entlang des weitgehend trockenen Flussbetts. Als wir die Schlucht nach Westen verlassen, kommen wir ziemlich unvermittelt in topfebenes, unendlich weites Land. Von hier fahren wir nach Parachilna, das nächste Roadhouse in Richtung Marree, dem Startpunkt des Oodnadatta Tracks. Hier erfahren wir dann, dass der Oodnadatta Track immer noch vollständig gesperrt ist und das Wetter auch vorerst keine grosse Besserung verspricht. Die Wirtin zeigt uns Bilder aus der Zeitung von ein paar Australiern, die in Innamincka mitten im Outback in einer grossen Pfütze sitzen und Bier trinken - sie haben offensichtlich das beste daraus gemacht, dass sie da feststecken. Sie meinte, das könne ja also auch ganz lustig sein. Wir geben nun aber doch vorerst auf, die Aussicht mehrere Tage irgendwo festzusitzen und sich danach durch den Schlamm rauszuwühlen erscheint uns nicht allzu verlockend. Wir fahren also zurück nach Port Augusta und suchen nach einem Plan B. Der gestaltet sich etwas schwierig, da die Wettervorhersage für die ganze nächste Woche immer wieder zum Teil kräftige Schauer vorhersagt und auch die Great Central Road, über die man von Yulara aus nach Western Australia fahren könnte ist wegen Regens gesperrt. In Alice Springs hat es in den letzten Tagen soviel geregnet wie schon seit Jahren nicht mehr und dementsprechend steht dort alles unter Wasser. Wir wollen aber dennoch nicht ganz aufgeben und eine der beiden Outback Routen fahren. Also entscheiden wir uns schliesslich über den geteerten Stuart Highway nach Coober Pedy zu fahren und dann zu schauen, welche Tracks nun offen sind, vielleicht haben wir ja Glück und bis dahin ist der Oodnadatta Track wieder offen. Wenn weiterhin alles geschlossen ist bleibt uns immer noch die Rückfahrt auf gleicher Strecke über den Highway. Am nächsten Morgen schauen wir vor unserer Abfahrt nochmal im Internet nach und mittlerweile ist der südliche Teil des Oodnadatta Tracks wieder offen - vielleicht haben wir tatsächlich Glück.
Coober Pedy and Oodnadatt Track
Also fahren wir über den Stuart Highway nach Norden. Schon 5km nachdem wir Port Augusta verlassen haben, befinden wir uns mitten im Nichts. Mal wieder sind Zäune beidseits des Highways der einzige Hinweis menschlichen Lebens. Der Stuart Highway folgt über weite Strecken der Route, die John MacDouall Stuart 1860 - 1862 wählte, als er im Auftrag der Regierung Südaustraliens eine Inlandroute an die Nordküste auskundschaftete. Die erste Expedition scheiterte etwa auf der Höhe des heutige Tenant Creek, nachdem die von Skorbut geschwächte Mannschaft von Aborigines angegriffen wurde. Die zweite scheiterte wenige Monate später nur etwa dreihundert Kilometer weiter nördlich auf Grund von Wassermangel. Im dritten Versuch gelang es ihm jedoch 1862 die Nordküste zu erreichen. Stuart verlor auf diesen drei Expeditionen sein rechtes Augenlicht und war so schwer an Skorbut erkrankt, dass er alle seine Zähne verlor und auf einer Trage liegend Adelaide wieder erreichte und vier Jahre später starb. Die Regierung Südaustraliens erlangte jedoch durch seine erfolgreiche Expedition die Kontrolle über das heutige Northern Territory, was damals noch zu New South Wales gehörte und begann wenige Jahre später mit dem Bau der Überlandtelegraphenlinie nach Darwin. Die Dürre und Landschaft, die zunehmend lebensfeindlicher wirkt je weiter man nach Norden kommt lassen auch heute noch erahnen, wie schwierig eine solche Unternehmung damals gewesen sein muss. Ohne die Ortskenntnis der Aborigines, die wenn nötig auch mit Gewalt eingeholt wurde, wäre sie wohl kaum möglich gewesen. Etwa 100km vor Coober Pedy wird die Landschaft dann noch karger und völlig baumlos. Wir übernachten kurz vor Coober Pedy auf einem Rastplatz inmitten schier unendlicher Weite. Auf der Weiterfahrt nach Coober Pedy beginnen dann die für diese Gegend charakteristischen "Maulwurfshügel" zu beiden Seiten des Highways. Die hiesige Umgebung war vor ca.120 Millionen Jahren von einem Binnenmeer bedeckt. Im Laufe mehrere Jahrmillionen sammelte sich auf dem Meeresboden Sedimentgestein an, das einer Reihe chemischer Verwitterungsprozesse ausgesetzt war, in deren Rahmen Kieselsäure freigesetzt wurde. Das mit Kieselsäure angereicherte Wasser sickerte durch Spalten des Sedimentgesteins, bis es sich auf einer wasserundurchlässigen Schicht sammelte. Durch permanenten Wechsel von Wasserentzug und -anreicherung verdichtete sich die Kieselsäure zu einem amorphen Kieselgel, das sich schliesslich zu Opal verfestigte. 1915 wurden hier die ersten Opale gefunden - auf der Suche nach Wasser. Schon bald strömten, trotz der widrigen Lebensbedingungen, zahlreiche Opalsucher hierher. Binnen kurzer Zeit entstanden hunderte von Maulwurfshügeln und -löchern. Die ortsansässigen Aborigines nannten den Ort daraufhin treffenderweise "kupaku piti", also "das Loch des weissen Mannes" oder "weisser Mann im Loch". Wie so Vieles verstanden die englischen Ohren auch das nicht so richtig und so wurde aus "kupaku piti" Coober Pedy. Aus Coober Pedy stammen 80 - 90% der jährlichen Opalproduktion, sodass es sich den Titel Hauptstadt der Opale nicht ganz zu Unrecht verliehen hat. Coober Pedy ist abgesehen davon wahrscheinlich die skurrilste und wohl eine der hässlichsten Städte weltweit. Wegen der zumTeil extremen Aussentemperaturen, die zwischen weit über 40°C tagsüber im Sommer und knapp 0°C in Winternächten schwanken, sowie der äussertst geringen Niederschlagsmengen lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung unterirdisch in sogenannten "doughouts". In den doughouts herrscht unabhängig von der Aussentemperatur eine relativ konstante Temperatur von angenehmen 22°C. Neben normalen Häusern hat es also eingezäunte Grundstücke auf denen sich nichts als ein Maulwurfshügel findet. Viele dieser doughouts sind auch in einen der Hügel gegraben, aus denen dann ein Wald an Be- und Entlüftungsröhren ragt, dazwischen und in den Vorgärten stehen die Blowers und sonstige, meist ziemlich rostige Gerätschaften. Touristisch gut erschlossen wie Coober Pedy mittlerweile ist, gibt es hier natürlich auch Underground Hotels, Backpacker, Campingplätze, Restaurants etc.. Momentan ist aber offensichtlich keine Saison, sodass Coober Pedy ziemlich ausgestorben erscheint. Wir machen zunächst eine Führung durch Tom´s Working Mine. Hier erfahren wir, dass ein Neuseeländer hier in Coober Pedy das Hauptwerkzeug des Opalabbaus, den sog. Blower erfunden und damit den Opalabbau revolutioniert hat. Der Blower ist nichts als ein riesiger Staubsauger, der das Gestein, das beim opalabbau anfällt an die Erdoberfläche saugt. Man erspart sich also viel Hand- und Tragearbeit. Mittlerweile gibt es auf den 60 Quadratkilometern, auf denen Opal abgebaut wird, schätzungsweise 1,5 Millionen Schächte, also 1,5 Millionen Maulwurfslöcher und -hügel. Die Opalsuche braucht aber neben den Maschinen vor allem unglaublich viel Glück. Nur etwa 20% des Opals sind überhaupt als Schmuck tauglich und davon nur etwa 20% wirklich wertvoll. Dazuhin ist der Verlauf der Opaladern nur schwer zu berechnen und zu verfolgen, sodass es immer wieder vorkommt, dass man sie nur um Zentimeter verfehlt. Opalsuche ist also eine Schatzsuche im wahrsten Sinne des Wortes. Danach besteigen wir einen kleinen Hügel von dem man das ganze skurrile Stadtbild von oben betrachten kann - wenn man´s nicht gesehen hat, kann man sich das wirklich kaum vorstellen. Das Underground-Cafe ist hingegen ziemlich behaglich, die Wände sind lackiert und wirken sehr wohnlich. Am Nachmittag machen wir noch eine Rundfahrt durch das Breakaways Reserve. Die Fahrt geht zunächst über die Moon Plains. Wenn da nicht der Dog Fence wäre und man nicht in einem Auto sässe, könnte man tatsächlich meinen man wäre auf dem Mond. Hier ist nichts als eine steinige Ebene, kein Busch, kein Gras, Nichts. Ein Stück weiter beginnt die Breakaways Range. Die Hügel sind vor langer Zeit von der Stuart Range "abgebrochen" und leuchten jetzt durch unterschiedliche Verwitterungsprozesse in leuchtendem Weiss, Gelb oder Orange aus der roten Ebene hervor. Die unglaublich Weite und Leer des Landes sind zusammen mit dem Farbenspiel zutiefst beeindruckend. Über den Stuart Highway geht es zurück nach Coober Pedy. Man fährt vorbei an unzähligen Maulwurfshügeln zu beiden Seiten - hat was von einem grossen Sandkasten. Eigentlich wollten wir uns noch die Serbische Undergroud Church anschauen, aber die ist heute geschlossen. Wir fahren also direkt weiter in Richtung William Creek und Oodnadatta Track, der tatsächlich noch offen ist. Mittlerweile wohl auch bis Oodnadatta, aber da für diese Region heute noch Regen vorhergesagt ist, beschliessen wir das Risiko mehrere Tage in Oodnadatta festzusitzen nicht einzugehen und nur den südlichen Teil des Oodnadatta Tracks von William Creek bis Marree zu fahren. Leider entgeht uns so das berühmte Pink Roadhouse in Oodnadatta - sehr schade ! Nach etwa 15 km durchqueren wir den Dog Fence. Der Dog Fence ist ein Paradebeispiel für die australische Vorliebe für Zäune - insbesondere lange Zäune. Er ist 9600 (!!!) km lang und reicht on der Great Australian Bay in Südaustralien nahe der Genze zu Westaustralien bis nach Surfers Paradise an Queenslands Gold Coast. Er wurde errichtet, um die Schafsherden des Südostens vor den Dingos zu schützen, bis heute mit Erfolg. Für die Instandhaltung des Zaunes müssen alle Farmen, die innerhalb des Zaunes liegen eine Gebühr entrichten. Etwa 50km von Coober Pedy entfernt schlagen wir unser Bushcamp auf und geniessen einen wunderschönen Abendhimmel. Die Gegend hier ist immer noch unglaublich weit und weitestgehend baumlos und so stören nur ein paar wenige Wolken den Blick auf den Sonnenuntergang. Unser erstes Ziel am nächsten Morgen ist William Creek, mit 2-10 Einwohnern (je nachdem wo man nachliest) die kleinste Stadt Australiens. Zu Zeiten der Old Ghan Railway war hier ein Bahnhof und eine kleine Stadt, mittlerweile gibt es fast nur noch ein Roadhouse. Das Roadhouse ist, typisch für das Outback, mit unzähligen Visitenkarten, BHs, Unterhosen, T-Shirts etc. "dekoriert". Gegenüber steht in the middle of nowhere eine Parkuhr und ein Schild warnt vor Fussgängern und Flugzeugen auf der Piste - Outback Australia. Wir fahren weiter, nun auf dem Oodnadatta Track in Richtung Marree. Neben der Piste immer wieder Reste der Old Ghan Railway, die einst Australien von Norden nach Süden durchquerte. Ursprünglich fuhren hier Dampfloks, die alle 40km aufgetankt werden mussten. Dementsprechend findet sich heir alle 40km ein sog. Rail Siding, wovon die meisten allerdings inzwischen verfallen sind. 1954 wurden die Dampfloks dann durch Dieselloks ersetzt und 1980 wurde die Bahn stillgelegt. Der "Old Ghan" verkehrt jetzt auf neuer Strecke - meist entlang des Stuart Highways - zwischen Adelaide und Darwin. Um die Dampfloks aufzutanken wurde Wasser aus artesischen Quellen verwendet, das allerdings sehr korrosiv war und daher erst entsalzt werden musste. Am Beresford Rail Siding sprudelt noch Wasser aus der artesichen Quelle, es wid aber leider vollständig abgeleitet, sodass das Thermalbad, was in unserem Reiseführer noch beschrieben ist ausfallen muss. Hier liegt Anna Creek, mit 30.000 Quadratkilometern die weltweit flächenmässig grösste Rinderfarm. Aufgrund der äussert kargen Böden braucht jedes Rind zum Überleben etwa zwei Quadratkilometer, sodass hier "nur" etwa 12.000 Rinder gehalten werden können. Wahrscheinlich können die Rinder das Wasser besser brauchen als ein paar Touristen zum Baden. Auf der Weiterfahrt nach Coward Springs bleibt das Land wüstenhaft karg, aber unendlich weit und wunderbar rot. Coward Springs ist eine Oase inmitten dieser ansonsten recht lebensfeindlichen Umgebung. Hier sprudelt eine artesische Quelle und unterhält ein angrenzendes Feuchtgebiet, das unter anderem Zufluchtsort für zahlreiche Vögel ist. Es wachsen Palmen und Schilf. Hier hat es einen sehr netten Campingplatz, auf dem man für die warme Dusche sein Wasser in einem kleinen Ofen selber warmmachen kann und ein Teil der artesischen Quelle wurde zu einem natürlichen Whirlpool hergerichtet. Leider hat es hier auch Unmengen an Fliegen und Stechmücken, sodass wir uns entschliessen weiterzufahren und nicht, wie initial angedacht, hier zu übernachten. Ein kleines Stück weiter auf dem Oodnadatta Track findet sich der Abzweig zu den
Mound Springs. Hier haben abgestorbene Pflanzenteile dazu geführt, dass sich um die Quelle zunächst ein Randwall gebildet hat. Im Laufe der Zeit lagerte sich dann auch im Zentrum Material ab, sodass schliesslich eine Quelle an der Spitze eines Hügels entstand. In und um diese Quellen hat sich eine ganz eigene Fauna entwickelt - es gibt hier sogar kleine Fische. Die munter vor sich hin plätschernden Quellen mit ihrem üppigen Grün wirken fast unwirklich inmitten dieser kargen Landschaft. Diese Quellen, die sich bis weit nördlich von Oodnadatta erstrecken, waren und sind aber auch der Garant für Leben in dieser so lebensfeindlich anmutenden Gegend. Jahrhundertelang zogen die Aborigines entlang dieser Quellen und ohne diese Quellen wäre auch der Bau der Telegraphenlinie und der Eisenbahn nicht möglich gewesen. Die nächste artesische Quelle gibt es beim Curdimurka Rail Siding. Hier gab es mal eine Outbackdusche mit Badewanne. Wir finden auch sowohl die Dusche, die aus einem Schlauch und einem Topf mit Löchern im Boden besteht und die alte, mittlerweile etwas löchrige Badewanne, leider gibt´s aber auch hier kein Wasser mehr. Unser Ziel des heutige Tages ist der Lake Eyre South, mit 12 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt Australiens. Das Wassereinzugsgebiet des Sees beträgt ein sechstel ganz Australiens. Allerdings sind seine Zuflüsse, ebenso wie der See in der Regel trocken. Nur etwa einmal alle zehn Jahre regnet es so viel, dass sich der See mit Wasser füllt. Leider (oder zum Glück) hat der Regen der letzten Tage nicht dafür ausgereicht und so leuchtet uns eine unendlich grosse, weisse Salzfläche entgegen. An diesem Abend haben wir zum ersten Mal seit langem wieder einen völlig sternenklaren Himmel und können so noch einmal den unglaublichen Sternenhimmel des Outbacks geniessen. Dafür fängt es am nächsten Morgen dann mal wieder an zu regnen, sodass wir uns sehr frühzeitig auf die letzten 100 km nach Marree machen. Unterwegs fahren wir an einer Aborigine Siedlung vorbei, die entlang der Strasse einige interessante Schrott - Kunstwerke aufgestellt haben und fahren ein weiteres Mal durch den Dog Fence. In Marree schliesslich endet der Oodnadatta Track und wir verlassen mit etwas Wehmut die letzte Outback Piste unserer Reise. Hier stehen noch die alten Dieselloks des Old Ghan. Marree hat mit der Ausfgabe der Bahnlinie auch seine Funktion als "Railhead" verloren, besteht aber weiter als wichtiges Zentrum für die Aborigines der Umgebung. Wir fahren weiter über Lyndhurst, Leigh Creek und Hawker wieder nach Süden. Etwas nördlich von Quorn fahren wir auf guter gravel road in die Warren Gorge. Eine kurze, aber sehr schöne Schlucht mit einem schönen, weitläufigen Bushcamp. In der Dämmerung entdecken wir sogar eines der seltenen Yellow Footed Wallabies. Am nächsten Morgen werden wir von einem kräftigen Gewitter geweckt, sodass wir schleunigst aufbrechen, um uns vor dem grossen Regen auf den Asphalt zu flüchten. Wenig später erreichen wir wieder Port Augusta, wo wir einen "Campingplatztag" verbringen.
Nullarbour Plain
Am nächsten Morgen füllen wir vor der Nullarbour Plain nochmal unsere Vorräte und Tanks auf und fahren nach einem kurzen Zwischenstop im Arid Lands Botanical Garden auf dem Eyre Highway nach Westen. Die Fahrt ist recht eintönig, nach einem kurzen Stück geht es fast konstant durch riesige Getreidefelder und die auf der Karte eingezeichneten "Orte" sind lediglich grosse Getreidesilos, manchmal mit Tankstelle. Als wir am Abend unser Dach aufmachen wollen, versagt nun auch der zweite Öldruckdämpfer seinen Dienst. Den ersten hatten wir - mit dem mitgebrachten Ersatz - schon in Bordertown ersetzt, aber einen zweiten Ersatz haben wir natürlich nicht dabei. Wir basteln also eine Halterung für die Nacht und hoffen, dass wir irgendwo Ersatz bekommen. In Wudinna, dem ersten wirklichen Ort am nächsten Morgen fragen wir mal auf gut Glück in einer Landmaschinenwerkstatt. Dort haben sie den Dämpfer natürlich nicht, wissen aber erstaunlicherweise und glücklicherweise wo man sowas bekommt und organisieren uns - völlig "fachfremd" zwei neue Dämpfer, die nach Ceduna geschickt werden und dort morgen eintreffen sollen - ein Hoch auf die australische Hilfsbereitschaft. "Haben wir nicht" bekommt man hier eigentlich nie zu hören ohne den entsprechenden Hinweis, wo man es noch versuchen könnte und viele versuchen einem darüberhinaus auch "fachfremd" weiterzuhelfen. In Ceduna sind wir nach weiterhin recht unspektakulärer Fahrt schon gegen Mittag und so gibt es also mal wieder einen halben Campingplatztag, den wir unter anderem zum Homepage schreiben nutzen und hoffen, dass die Dämpfer tatsächlich morgen hier eintreffen. Den nächsten Vormittag verbringen wir in der Bibliothek im Internet. Gegen Mittag versuchen wir unser Glück und fragen nach, ob die Dämpfer schon eingetroffen sind. Die Dame weiss Bescheid, aber der Kurier war noch nicht da. Zwei Stunden später kommt dann der Anruf, dass das Paket nun angekommen sei. Wir können uns dort auch eine Leiter ausleihen und so die Dämpfer gleich auswechseln. Sie sind wenige Millimeter zu kurz, aber mit zwei Unterlegscheibe bringen wir sie schliesslich auf die gewünschte Länge. Schliesslich funktioniert das Dach wieder einwandfrei. Wir fahren raus aus Ceduna und am Quarantäne Checkpoint für die Einreise nach Südaustralien vorbei. Kurz darauf fällt uns ein, dass wir eigentlich nochmal volltanken wollten, also drehen wir um und hoffen, dass wir am Quarantäne Checkpoint wegen des Obsts und Gemüses, was wir noch haben (und für die Einreise nach Südaustralien eigentlich nicht haben dürften) nicht in Erklärungsnot kommen. Der Quarantäne - Beamte öffnet uns lächelnd die Schranke - "ihr seid doch gerade erst rausgefahren" - manchmal ist es dann doch gut mit dem Bremach ein auffälliges Auto zu haben. Vollgetankt starten wir dann ein zweites Mal in Richtung Westen. Die ersten hundert Kilometer geht es durch ausgedehnte Getreidefelder. In Penong halten wir an, um die zahlreichen Windräder, die hier tatsächlich Wasser pumpen zu fotografieren. Neben den Windrädern besteht Penong nur noch aus ein paar wenigen Häusern und mehreren riesigen Getreidesilos - " a unique Australian Skyline". Weiter nach Westen werden dann die Felder weniger und weichen schliesslich einem lockeren Eukalyptuswald. Kurz nach der Yalata Aboriginal Commuity beginnt dann die eigentliche Nullarbour Plain. Damit man es auch sicher nicht verpasst weist ein grosses Schild darauf hin. Das Buschland hier ist wohl dank des Regens der letzten Tage und Wochen erstaunlich grün und bei genauem Hinsehen blüht es auch vielerorts. Ein kleiner Abstecher führt zum Head of Bight. Hier kann man von Mai bis Oktober südliche Glattwale beobachten, die hier entlang der australischen Südküste ihre Jungen zur Welt bringen. Auch ohne Wale lohnt der Abstecher für die schöne Küste. Im Osten ausgedehnte weisse Sanddünen und im Westen beginnen die Bunda Cliffs, die spektakuläre Steilküste der Nullarbour Plain, die sich von hier aus 200km nach Westen erstreckt. Ein Stück weiter fahren wir zu einem Aussichtspunkt etwa in der Mitte der Bunda Cliffs von dem aus man einen fantastischen Blick auf die Steilküste hat. Die weissen und cremefarbenen Sandsteinfelsen bilden einen tollen Kontrast zum tiefblauen Southern Ocean. Knapp 500km nach Ceduna erreichen wir schliesslich Bordervillage und die Grenze zu Western Australia.
