Western Australia - South
Nullarbour Plain
Nach dem obligatorischen Foto des grossen Schilderbaumes mit den Entfernungen zu verschiedenen Grossstädten (16.600 km nach Berlin) müssen wir durch die Quarantänekontrolle. Wir haben "ordnungsgemäss" alles Obst und Gemüse aufgegessen und haben auch sonst nichts "Verbotenes" mehr an Bord. Die Kontrolle geht dann auch recht flott vonstatten. Der obligatorische Blick in den Kühler sowie in die Vorratsschublade und der Quarantänebeamte ist zufrieden - er scheint überrascht, dass wir gewusst haben, was wir nicht mitnehmen dürfen. Interessant! Nun sind wir wieder in Western Australia und der Kreis hat sich fast schon wieder geschlossen - so langsam beginnen wir, dann auch ein wenig wehmütig zu realisieren, dass unsere Reise nun dem Ende zugeht. An der Grenze zu Western Australia beginnt auch eine eigene Zeitzone, die Western Australia Central Time - 45 Minuten zurück gegenüber Südaustralien. Dies ist wohl die einzige Zeitzone der Welt, die nur für dreihundert Kilometer und wahrscheinlich auch etwa 300 Menschen gilt. Ab Caiguna gilt nämlich bereits die Western Australia Standard Time, weitere 45 Minuten zurück. Im Norden geht die ganze Zeitumstellung auf einmal - warum hier nicht haben wir nicht rausgefunden. Kurz nach Eucla fährt man hinunter in die Roe Plains und die Landschaft erinnert nun an eine afrikanische Savanne. Die Roe Plain endet am Madura Pass, von dem aus man nochmals eine fantastische Aussicht über die weite Ebene hat. Westlich von Caiguna geht´s dann 90 Mile Straight oder 146,6 Kilometer geradeaus - der längste gerade Strassenabschnitt Australiens, der auf der Nullarbour aber gar nicht gross auffällt, da es ohnehin kaum merkliche Richtungsänderungen gibt. Er endet kurz vor dem Balladonia Roadhouse, das 1979 kurzfristig in aller Munde war. Damals verliess die US Raumstation Skylab ihre "stabile" Umlaufbahn und stürzte auf die Erde. Das grösste Teil stürzte in den Southern Ocean, aber zwischen Balladonia und Esperance landeten auch verschiedene Einzelteile. Glaubt man der Ausstellung im Roadhouse, wo auch noch ein Teil der Raumstation zu bewundern ist, hat damals sogar Jimmy Carter im Roadhouse angerufen und sich für eventuelle Unannehmlichkeiten entschuldigt und Enschädigung für alle entstandenen Schäden versprochen. Von Balladonia wollen wir eigentlich direkt nach Süden in den Cape Arid NP fahren. Wir fragen am Roadhouse nach, ob die Piste angesichts der massiven Regenfälle der letzten Wochen geöffnet ist. Sie können diese Frage nicht beantworten, aber es habe in den letzten Wochen dreimal soviel geregnet wie sonst in einem Jahr und insofern sei es wahrscheinlich ohnehin nicht zu empfehlen. Also ist mal wieder Plan B gefragt und wir fahren auf dem Highway weiter. Die letzten 200 Kilometer bis Norseman geht es über die Fraser Range und auch hier ist die Landschaft wieder auffallend grün und es blüht recht zahlreich am Strassenrand. Norseman ist dann die erste Ortschaft nach 1205 Kilometern und eher ein verschlafenes Nest als das "Tor" zur Nullarbour oder nach Western Australia. Hier wurde 1893 eine Goldader entdeckt, die ebenso wie die daraufhin gegründete Stadt den Namen ihres Entdeckers erhielt . Kurios hierbei ist, dass es sich bei dem "Entdecker" gemäss der Stadtgeschichte (oder Legende ?) um ein Pferd namens Hardy Norseman handelte, das mit seinem Hufgescharre die Goldader freigelegt hat. Wir fahren von Norseman aus weiter nach Süden in Richtung Esperance.
Esperance and The Great South
Unterwegs nach Esperance wieder ausgedehnte Getreidefelder beidseits der Strasse. Die intensive landwirtschaftliche Nutzung scheiterte hier lange an den kargen Böden. Mitte der fünfziger Jahre wurde schliesslich ein spezielles Düngeverfahren entwickelt, das die landwirtschaftliche Nutzung möglich machte. Damit erlebten Esperance und sein Hafen (der tiefste Südaustraliens - es leben die Superlative) nach dem Ende des Goldrausches wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auch heute noch ist die Landwirtschaft neben dem Tourismus einer der Hauptwirtschaftsfaktoren hier in der Gegend. Bereits der erste Blick auf die Küste verrät, was die Touristen anlockt: Türkisblaue Buchten zwischen flachen Landzungen mit grauen Granitfelsen, weisser Sand und im Hintergrund die pittoresken Inseln des Recherche Archipelagos. Die Touristeninformation ist dementsprechend gut organisiert, teilt uns aber mit, dass der Cape Arid NP wegen der heftigen Niederschläge der letzten Wochen, die die Pisten dort annähernd vollständigt weggeschwemmt hätten, gesperrt sei. Der Cape Le Grand NP sei aber offen. Der Regen hier wird dann nun doch wirklich mühsam. Wieder müssen wir - wie so oft in den letzten Wochen - unsere geplante Route ändern und können mal wieder nicht dorthin, wo wir eigentlich hinwollten. Wir sind derzeit auf die geteerten Strassen und Hauptrouten angewiesen. Wir fahren also wohl oder übel in den Cape Le Grand NP. Auf der Zufahrt dorthin sehen wir sehr viele Emus, die friedlich zwischen den Schafen und Kühen umherstolzieren. Im Park schliesslich wunderschön grüne "Heidevegetation" mit recht vielen Wildblumen und eine traumhaft schöne Küste. Wieder weisser Strand, türkisfarbenes Wasser und graue Granitfelsen, die vor dem grünen Hintergrund fast noch schöner wirken als in Esperance. Das Camp an der Lucky Bay hat ein wenig Parkplatzcharakter, wofür aber die wunderschöen Lucky Bay mehr als entschädigt. Der Sand ist unglaublich fein und knirscht beim Laufen wie ganz trockener Schnee, die Bucht ist perfekt halbkreisförmig und durch einige vorgelagerte Inseln geschützt. Um das ganze noch zu perfektionieren tummeln sich die Känguruhs am Strand, die offenbar das Seegras für sich entdeckt haben. Auf dem Camp treffen wir Zafira und Klaus, Deutsche, die vor knapp dreissig Jahren nach Perth ausgewandert sind und Jasmin und Louis, Motorradreisende Züricher mit denen wor zwei schöne Tage an der Lucky Bay verbringen. Am ersten Tag machen wir einen kurzen Bushwalk zur Thistle Cove. Neben grandiosen Blicken auf die Küste fasziniert vor allem die schier unglaubliche Vielfalt an Wildblumen. Man geht kaum mehr als zwei Meter und schon gibt es wieder eine neue Blütenform zu bestaunen. Die meisten Blüten entpuppen sich aus der Nähe als sehr filigran und noch wunderbarer als auf den ersten Blick. An der Thistle Cove hat es einen zum Meer hin leicht ausgehölten Felsen, an dem man das Echo der Meeresbrandung hören kann. Abends treffen wir dann den Ranger, der meint, dass der Cape Arid NP vielleicht Ende der Woche wieder geöffnet wird. Wir entscheiden uns, noch einen Tag hier zu bleiben, das kleine "Paradies" hier zu geniesen und hoffen, dass wir vielleicht doch noch Glück haben. Am nächsten Tag regnet es allerdings wieder einmal recht kräftig und somit ist die Hoffnung recht rasch begraben. Also brechen wir nach einem Regentag, den wir mal wieder mehr drinnen als draussen verbringen, weiter nach Westen auf. Klaus und Zafira haben uns mit jeder Menge guter Tips versorgt und der Campgroud Host "verspricht" uns, dass es nächste Woche besseres Wetter gibt. Kommt uns irgendwie bekannt vor und wir fragen uns wie viele nächste Wochen es wohl noch braucht, bis es hier wirklich Sommer wird. Als wir abfahren zeigt sich das Wetter wieder von seiner sommerlichen Seite und so besteigen wir noch den Frenchmans Peak, von dem aus man eine wunderbare Sicht auf den Nationalpark und die Küste hat. Von Esperance aus fahren wir ein Stück direkt an der Küste entlang, wo sich eine wunderschöne Bucht an die nächste reiht und können sogar im Meer baden. Auf dem Weg zum South Coast Highway geht es vorbei am Pink Lake, der heute jedoch nicht das hält was sein Name verheisst. Etwa 100 Kilometer westlich von Esperance faren wir wieder an die Küste, an den Munglinup Beach. Vom Camp aus hat man leider keine Sicht auf´s Meer und der Strand ist recht schmal, aber es hat viele schöne Muscheln, sodass der Strandspaziergang mal wieder etwas länger dauert. Am nächsten Morgen regnet es dann zur Abwechslung mal wieder. Wir fahren über Hopetoun in den östlichen Teil des Fitzgerald River NP. Hier angekommen müssen wir ein weiteres Mal feststellen, dass vieles geschlossen ist (entweder als Folge des aktuellen Regens oder in Folge des letzten Buschfeuers - super). Also bleibt uns nur der Hamersley Drive für die Fahrt durch den Park und auch nur das Hamersley Inlet Camp zum Übernachten - Schade! Immerhin können wir wie geplant den East Mount Barren besteigen. Entlang des Weges offenbart sich dann zumindest ein Teil der unglaublichen botanischen Vielfalt des Nationalparks, der immerhin Heimat 1800 verschiedener Pflanzenarten ist. Der komplette Weg ist gesäumt von Farbtupfern und die Farben- und Formenvielfalt ist sogar noch grösser als im Cape Le Grand NP. Entgegen unserer Befürchtungen bei all den grauen Wolken bleiben wir trocken und am Nachmittag am Camp wird es sogar noch teilweise sonnig (heute ist Freitag - vielleicht klappt es ja doch noch mit "nächster Woche"). Am nächsten Morgen fahren wir dann aus dem östlichen Teil des Nationalparks hinaus und hinein in den westlichen Teil. Hier scheint nicht ganz so viel geschlossen zu sein wie im Osten. Wir fahren zum Camp Point Ann, wo wir einen wunderschönen Platz, windgeschützt und mit Meersicht finden. Am Nachmittag machen wir einen kurzen Bushwalk um die Landspitze herum, der zum Teil am ehemaligen Kaninchenzaun entlang führt. Im Gegensatz zum Dingozaun war der Kaninchenzaun nie wirklich von Erfolg gekrönt. Bereits 1950 wurden die Kaninchenzäune aufgegeben, nachdem insgesamt drei, mehrere hundert Kilometer lange Zäune um immer kleiner werdende Gebiete in Western Australia gezogen wurden. Mit der Myxomatose wurde zu dieser Zeit eine wirksamere Methode zur Eindämmung der Kaninchenplage gefunden. Auch hier lassen sich entlang des Weges immer neue Wildblumen entdecken. Auf dem Rückweg laufen wir am Strand entlang und bestaunen eine weitere, wunderschöne Bucht. Anders als im Cape Le Grand NP erscheint die Küste hier wilder, wohl auch weil ohne vorgelagerte Inseln und damit ungeschützt. Der Wind und somit auch die Brandung sind recht kräftig und im Hintergrund throhnen der East und der Mid Mount Barren. Am nächsten Tag ist dann strahlend blauer Himmel und somit beschliessen wir einen "Strandtag" einzulegen. Da der Wind am Strand immer noch zu kräftig ist beliben wir allerdings auf unserem gut geschützten Campingplatz, wo es richtig schön warm wird. Am nächsten Morgen fahren wir nach Südwesten hinaus aus dem Nationalpark. Zunächst aber besteigen wir noch den West Mount Barren. Matthew Flinders hatte wohl bei der Benennung dieser drei Berge nicht seinen kreativsten Tag ... . Der Aufstieg ist recht steil und ziemlich schweisstreibend, aber die Aussicht ist ,trotz des mal wieder dunkelgrauen Himmels aus dem auch immer mal wieder ein wenig Wasser fällt, grandios. Auf der Weiterfahrt nach Südwesten am Quaalup Homesteadt vorbei in Richtung Bremer Bay scheint dann die Vegetation noch üppiger zu werden, hier blühen auch einige Banksien. Vom Homesteadt aus nach Süden wird der Weg schlechter und es hat immer wieder zum Teil recht viel Wasser auf der Piste. Die letzten zehn Kilometer bis Bremer Bay gleichen dann eher einer Seenplatte als einer Strasse. Das Wenige, was von der Strasse nicht unter Wasser steht, ist ziemlich zerfahren und matschig. Wir sind mal wieder froh um unseren Bremach, der sich seinen Weg problemlos durch Wasser und Matsch bahnt, sodass wir schliesslich ohne steckenzubleiben in Bremer Bay ankommen. Wir versuchen hier noch interessehalber rauszufinden, ob die Strasse denn wirklich offen ist, bekommen aber keine ganz schlüssige Antwort. Von Bremer Bay aus fahren wir über Boxwood Hill weiter in Richtung Borden und Stirling Ranges NP. Am Nordrand des Stirling Ranges NP gehen wir auf einen Campingplatz, wo wir Louis und Jasmin zufällig wieder treffen. Der Bluff Knoll, mit 1094,97 Metern der höchste Berg Westaustraliens, ist fast vollständig in Wolken gehüllt, sodass wir die Besteigung auf den nächsten Tag verschieben. Am Nachmittag machen wir noch einen kurzen Bushwalk in der Umgebung des Campingplatzes. Am nächsten Morgen besteigen wir dann den Bluff Knoll. Der Aufstieg ist stufenreich und anstrengend, aber die vielen wunderschönen Wildblumen und die fantastische Aussicht lohnen die Mühe. Am Campingplatz hat man uns gesagt es sei ein Privileg, die Stirling Ranges so grün zu erleben. Die vielen unterschiedlichen Blumen und das satte Grün lassen einen das dann auch tatsächlich glauben. Der andauernde Regen nervt trotzdem, zumindest bleiben die vorhergesagten weiteren Regenschauer bislang aus. Vom Gipfel aus hat man dann einen tollen Rundumblick über das umgebende Farmland, aus dem sich die Stirling Ranges wie eine grosse Gebirgsinsel erheben. Am Abend und in der Nacht regnet es dann fast ununterbrochen und zum Teil ziemlich heftig. Auch am nächsten Morgen ist kein Ende in Sicht. Der Regen nimmt eher zu und es schüttet mitunter sintflutartig. Unsere Pläne den Scenic Drive durch die Stirling Range zu fahren und noch einen weiteren Berg zu besteigen sind somit hinfällig - die Berge sind kaum zu erahnen. Wir fahren also auf direktem Weg ein Stück weiter nach Süden zum Porongurup NP. Leider kann man im Nationalpark nicht campen, also bleibt uns nur der ziemlich spiessige Campingplatz am Rande des Nationalparks. Wir schlagen unser Lager auf und hoffen auf besseres Wetter. Die Hoffnung am Nachmittag noch ein wenig im Nationalpark wandern zu können erfüllt sich leider nicht. Es regnet den ganzen Tag. Am nächsten Morgen hat es am Himmel dann wenigstens ein paar blaue Flecken und es regnet nur noch intermittierend. Wir starten also in den Nationalpark und zum Nancy Peak Circuit. Schon bei der Fahrt in den Nationalpark fahren wir zum ersten Mal seit langem wieder durch einen richtigen Wald. Die Vegetation ist ganz anders als in den Stirling Ranges. Der Weg geht durch dichten Wald, mit Farnen, Moosen, Flechten und Schlingpflanzen und vielen Wildblumen. Die Vegetation ist wesentlich üppiger, aber nicht so vielfältig wie in den Stirling Ranges. Dennoch hat man zeitweilig den Eindruck durch eine Blumenwiese zu laufen so zahlreich sind die Wildblumen am Wegesrand. Schliesslich geht der Weg über ein Hochplateau von dem aus man heute leider nur eine etwas eingeschränkte Aussicht hat. Wir machen noch einen Abstecher zur Devils Slide, dem höchsten Berg der Porongorup Range. Mittlerweile ist die Sicht ein wenig besser geworden, sodass man die Gebrigskette der Stirling Range in der Ferne sehen kann. Die beiden Gebirgsketten erinnern an Inseln, die sich aus dem Ozean des Farmlandes erheben. Unser nächstes Ziel sind der Balancing Rock und der Castle Rock. Ein kurzer Weg führt zunächst hinauf zum Balancing Rock, einer Granitkugel mit einem Umfang von 16 Metern und geschätzten 186 Tonnen, die auf gerade mal 1,2 Quadratmetern auf dem darunterliegenden Felsen aufliegt. Ein kurzes Stück weiter ist der Castle Rock, der mit seinen steil abfallenden Wänden tatsächlich ein wenig an eine Burg erinnert. Von hier aus hat man wieder einen schönen Blick hinüber auf die Stirling Ranges, bis zum Meer reicht die Sicht heute aber leider nicht.
Weiter geht es nach Albany, der einzigen "richtigen" Stadt an der Südküste Westaustraliens. Albany ist eine nette Stadt, mit allem was man so braucht. Mal wieder ein richtig grosser Supermarkt, Internet-Cafes und ein paar Läden zum Shoppen, die allerdings wie überall in Australien auch hier mehrheitlich praktisch und erst in zweiter Linie einladend sind. Eigentlich wollte ich hier einen Tauchkurs machen, aber das Wetter ist noch immer durchwachsen und das Wasser ziemlich kalt, sodass das auf wärmere Zeiten verschoben wird. Wir bleiben zwei Tage in Albany und geniessen das "Stadtleben". Zum Abschied aus Albany ist dann am nächsten Morgen richtig schönes Wetter, blauer Himmel und Sonne schon frühmorgens. Wir fahren in den Torndirrup NP vor den Toren Albanys. An der Frenchman Bay herrscht Hochbetrieb - es ist Sonntag und so nutzen die Australier das schöne Wetter, um ihrem Lieblingshobby, dem "Barbie" nachzugehen. Barbeque auf australisch heisst, mindestens den halben Hausrat inklusive eines Esky in Kühlschrankgrösse (für viel Fleisch und ganz viel kaltes Bier) einzupacken und sich einen Picknickplatz vorzugsweise am Strand (da kann man auch noch angeln - dann ist das australische Glück perfekt) zu suchen. Es riecht überall schon ziemlich lecker und alle haben viel Spass. Die geschützte Bucht mit ihrem weissen Sandstrand und türkisen Wasser ist trotz des Trubels ein friedliches Plätzchen. Wir machen auf der Rückfahrt noch einen Abstecher zum Stony Hillvon dem aus man den geschützten King George Sound und die rauhere Südküste auf der anderen Seite der Halbinsel sehen kann. Hier hat die Brandung an den senkrecht ins Meer abfallenden Granitklippen deutliche Spuren hinterlassen. Darunter sind auch einige interessante Felsformationen wie The Gap, ein schmaler Einschnitt in dem sich die Wellen aus unterschiedlichen Richtungen brechen und sich so auch heute bei relativ ruhiger See beeindruckende Gischtberge auftürmen. Dazuhin gibt es noch eine riesige Felsbrücke - The Natural Bridge. Wir fahren weiter über Torbay nach Shelley Beach. Die Fahrt entlang der Old Denmark Road ist wunderbar idyllisch - lauter Wildblumen entland der Strasse, Kühe und Schafe grasen auf sattgrünen Weiden und dazwischen immer wieder schöne, gepflegte Landhäuschen. Shelley Beach ist ein traumhaftes Plätzchen Erde, eine kleine Bucht mit weissem Sandstrand und türkisem Wasser zu beiden Seiten begrenzt von Granitfelsen und im Hintergrund grüne Berghänge. Absolut perfekt wird das ganze natürlich durch das wunderschöne Wetter. Offensichtlich eignet sich Shelley Beach darüberhinaus gut zum Geltschirm- oder Drachenfliegen und so kreisen den ganzen Nachmittag bunte Punkte am Himmel und wir sind die einzigen ohne "Flugzeug" auf dem Camp. Leider bleibt das Wetter nicht ganz so schön, sodass wir am nächsten Morgen bei recht schwarzem Himmel nach Denmark fahren. Denmark ist ein kleiner, netter, gemütlicher Ort inmitten von wunderschönem Wald. Alles hier scheint gemütlich, etwas alternativ angehaucht und mit einer Prise Flower-Power, insgesamt eine sympathische und angenehme Mischung. Nach langem Hin und Her - es regnet inzwischen mal wieder - entscheiden wir uns schliessich doch noch in den William Bay NP zu fahren. In einer Regenpause erkunden wir zunächst die Madfish Bay, eine hübsche Bucht mit einer vorgelagerten Insel, die dafür sorgt, dass die Wellen aus beiden Richtungen in die Bucht hineinlaufen - daher die verrückt Fische Bucht. In der benachbarten Bucht, der Elephant Bay, liegen besonders grosse und wuchtige Granitfelsen am und im Wasser, die tatsächlich entfernt an eine Elephantenherde erinnern. Die bekannteste Bucht im Nationalpark ist Greens Pool. Hier schirmt eine vorgelagerte Felsbarriere die Bucht von den Wellen ab, sodass ein grosser Seewasser - Pool resultiert - eine der beliebtesten Badebuchten an der Südküste - leider fehlt uns heute die Sonne dazu. Unser heutiges Ziel ist Parry Beach am westlichen Ende der William Bay. Der Rest des Nachmittags ist wie auch der nächste Vormittag komplett verregnet, sodass wir uns entschliessen nicht weiterzufahren sondern den Regen "auszusitzen". Am Nachmittag wird es dann doch noch richtig sonnig, sodass wir zumindest einen langen Strandspaziergang machen können.
South West
Das nächste Ziel ist Walepole und das Valley of the Giants, in dem die letzten Eukalyptusriesen, die den Kahlschlag der Holzindustrie überstanden haben zu bewundern sind. Besonders beeindruckend sind die Giant Tingle Trees, die bis zu 70 Meter hoch sind. Die Red Tingle Trees haben trotz ihrer stolzen Höhe nur ein flaches Wurzelwerk. Um dem Baum genügend Stabilität zu geben, ist die Basis des Stammes bauchig verdickt. Bei den älteren Bäumen ist diese durch eine Kombination aus Feuer, Insekten- und Pilzbefall ausgehölt, sodass die Bäume oft nur noch "auf Stelzen" stehen. Wir bestaunen die Baumriesen zunächst vom Boden aus und sind immer wieder fasziniert wie riesig diese Bäume zum Teil sind und dass sie auf ihren "Stelzen" tatsächlich noch stehen. Die Höhe der Bäume kommt fast noch besser vom Tree Top Walk zur Geltung. Auf einem ziemlich schwankenden stählernen Gerüst erklimmt man immerhin vierzig Meter, aber die meisten Bäume sind immer noch deutlich höher. Auf der Weiterfahrt machen wir noch einen Abstecher zum Giant Tingle Tree. Er ist mit einem Umfang von 20 Metern der grösste weltweit. Obwohl ihm seine Krone fehlt und die Stammbasis quasi vollständig ausgehöhlt ist lebt er noch. Man kommt sich neben diesem riesigen Baum ziemlich klein vor. Gegen Mittag kommen wir in Walepole an. Vor der Touristeninformation werden wir von Kerstin und Björn aus Wien angesprochen ob wir nicht versuchen könnten ihren Toyota Hilux aus einem Wasserloch zu ziehen. Sie hätten sich dort festgefahren und der Abschleppdienst sei nicht zu erreichen. Also zurück in Richtung Valley of the Giants und über kleine Tracks zum festgefahrenen Toyota Hilux. Um dorthin zu kommen müssen wir durch ein kurzes Stück Schlamm leicht bergab. Der Hilux lässt sich problemlos aus dem flachen Wasserloch an dessen Rand er festsitzt hinausziehen und wir machen uns auf den Rückweg. Bergauf entpuppt sich der Schlamm, der vorher bergab problemlos passierbar war dann doch als tiefer und wir scheitern beim Versuch dort wieder hinauszufahren. Dummerweise ist in der anderen Richtung ein tiefes, schlammiges Wasserloch, sodass wir einen weiteren Versuch starten. Es kommt dann wie es kommen musste und der Bremach sinkt so tief ein, dass nichts mehr geht. Das Differential sitzt vollständig auf und die Reifen stecken einen halben Meter tief im Schlamm. Auch der Versuch uns mit dem Hilux nach hinten rauszuziehen scheitert. Schaufeln ist ebenfalls ziemlich frustran, da der Boden so weich ist, dass alles was man rausschaufelt sofort wieder nachläuft. Dementsprechend helfen auch Wagenheber und ohne Bäume in der Nähe auch unser Greifzug nicht weiter. Schliesslich kommt Kerstin mit dem Abschleppdienst wieder. Er versucht erst vergeblich uns nach vorne rauszuziehen - keine Chance. Schliesslich gelingt es aber doch, nachdem wir alle verfügbaren Bergegurte aneinander gehängt haben und der Hilux somit auf festem Grund stehen kann, den Bremach nach hinten rauszuziehen. Nun stecken wir aber zwischen unpassierbarem Matsch auf der einen und einem tiefen, ebenfalls schlammigen Wasserloch auf der anderen Seite. Alf vom Abschlepdienst meint das Wasserloch wäre das geringere Übel bzw. die einzige Chance hier wieder rauszukommen. Nachdem wir watenderweise die beste Fahrspur gesucht haben, versuchen wir unser Glück. Der Hilux kämpft, schafft es aber schliesslich. Dem Bremach bleibt der nun auch noch zerfahrene Matsch durchs Wasserloch. Mit Allrad und Sperren klappt das dann aber gut. Erleichtert, erschöpft und ziemlich dreckig machen wir uns schliesslich auf den Rückweg nach Walepole, froh wieder festen Boden unter den Rädern zu haben. Frisch geduscht geht es uns dann schon deutlich besser und so wird der Abend trotz des kuriosen Tages richtig nett. Am nächsten Tag besteigen wir als erstes den Mount Pingerup, etwas westlich von Walepole. Vom Gipfel hat man eine wunderbare Aussicht auf das Broke Inlet und den D´Entrecasteaux NP. Wir beschliessen daraufhin kurzerhand nicht über den Highway sondern durch den Nationalpark weiter zu fahren. Leider lässt die Beschilderung im Nationalpark zu wünschen übrig und im angrenzenden Staatswald gibt es viele neu angelegte Strassen für die Holzwirtschaft, sodass die Fahrt deutlich länger dauert als geplant, da wir so einige unfreiwillige Schleifen fahren (wahrscheinlich hätten wir ähnliches ahnen sollten, als der Ranger uns kurz nachdem wir in den Nationalpark gefahren sind, gefragt hat, ob wir wissen wo wir sind und wo wir hin wollen). Schliesslich kommen wir aber dann doch noch da an, wo wir hinwollten - nach Windy Harbour. Windy Harour ist eine kleine Feriensiedlung inmitten des D´Entrecasteaux NP mit gepflegten Ferienhäuschen und einem schönen Campingplatz. Mal wieder ein schönes Fleckchen Erde. Am nächsten Morgen fahren wir hinauf zum Point D´Entrecasteaux. Die Kalksteinklippen hier sind etwa 70 Meter hoch. Die Brandung und der stetig recht kräftige Wind hat an den Klippen deutliche Spuren hinterlassen und auch die Heidevegetation ist durchgehend flach und damit "windschnittig". Von der Küste fahren wir wieder ein Stück ins Landesinnere nach Pemberton. Pemberton ist das Zentrum der hiesigen Holzwirtschaft, wobei "Zentrum" doch ein weng relativ ist. Pemberton ist ein verschlafenes Nest, in dem man das Gefühl hat, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Gäbe es den Gloucester Fire Tree nicht, würde sich wohl auch kaum ein Tourist hierher verirren. Der Gloucester Tree ist einer von ehemal acht Feuermeldebäumen der Region. Auf diesen Bäumen wurden in luftiger Höhe Plattformen errichten, von denen aus die Wälder der Umgebung beobachtet und etwaige Feuer gemeldet wurden. Durch Kombination der Koordinaten der verschiedenen Bäume konnten die Feuer rasch und präzise lokalisiert und entsprechend frühzeitig und gezielt bekämpft werden, was vor allem für die Holzwirtschaft essentiell war und ist. Seit Ende der 70er Jahre übernehmen Flugzeuge und heute auch Satelliten diese Funktion und die Fire Trees wurden zu Touristenattraktionen. Dementsprechend heisst es erstmal anstehen. Es dürfen immer nur sechs Personen gleichzeitig auf den Baum. Über eine Leiter aus zirkulär in den Baum gebohrten Eisenstäben geht es schliesslich hinauf auf die Aussichtsplattform, die in 60 Metern Höhe errichtet wurde. Die Aussicht von hier oben über die Baumwipfel und das angrenzende Weideland ist fantastisch, einige - wahrscheinlich kontrollierte Buschfeuer inbegriffen. Wieder unten angekommen bewundern wir die vielen Ringneck Parrots und Western Rosellas, die fast ebenso zahlreich wie die Menschen den Picknickplatz bevölkern. Einmal auf den Geschmack gekommen fahren wir weiter in den Warren River NP zum Bicentennial Tree, dessen höchste Aussichtsplattform sich in 75 Metern Höhe befindet. Hier oben ist das Schwanken des Baumes wesentlich deutlicher spürbar. Die Aussicht ist wieder unglaublich - eine ganz und gar ungewöhnliche Perspektive. Wir campen im Nationalpark direkt am Fluss. Unser Platz hat sogar einen eigenen Badesteg - ein wunderschöner Ort. Der nächste Morgen bringt mal wieder Regen. Glücklicherweise sind wir früh genug aufgebrochen und sind so die steile Gravelroad entlang des Warren River aus dem Nationalpark hinaus noch vor Einsetzten des ganz grossen Regens gefahren. Die Weiterfahrt nach Augusta geht dann konstant durch strömenden Regen. In Augusta hat ein Stramausfall die ganze Stadt lahmgelegt, die meisten Geschäfte sind geschlossen, nur ein paar wenige können sich mit einem Camping - Generator behelfen. Wir verbringen notgedrungen mal wieder einen Tag im Bremach auf dem Campingplatz. Am nächsten Morgen machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Cape Leeuwin, dem südwestlichsten Punkt Australiens. Hier treffen der Southern Ocean im Süden und der Indian Ocean im Westen aufeinander. Der Leuchtturm ist in den Wintermonaten ein guter Ort zum Wale beobachten. Da die Wale schon wieder zurück in den antarktischen Gewässern sind, verzichten wir auf die Leuchtturmbesichtigung. Wir fahren weiter entlang der Caves Road durch den Leeuwin Naturaliste NP durch einen wunderschönen etwa 100-jährigen Karriwald. 182 eröffnete die erste Sägemühle hier in der Region und es wurden an der Flinders und der Hamelin Bay zwei Häfen für den Export des Holzes gebaut. Der ersten Sägemühle folgten zwei weitere und nach knapp dreissig Jahren stand kein einziger Baum mehr. Die Sägemühlen wurden geschlossen und die Menschen zogen weiter. Geblieben sind die Samen der Bäume, aus denen der heutige Boranup Forest - ein wunderschöner, schattiger Karri Wald - wieder heranwuchs. Am nördlichen Rand liegt das wunderschön grosszügig angelegte Conto Camp im Nationalpark. Schon als wir ankommen ahnen wir, dass wir hier unseren "Weihnachtsplatz" gefunden haben. Ganz sicher sind wir als wir am nächsten Morgen an die Küste gehen. Eine Steilküste mit wunderschöner Heidevegetation, ein weisser Sandstrand und das Meer mit schönen, grossen Wellen. Wir bleiben gut eine Woche und verbringen die Zeit am Strand (mittlerweile ist es endlich richtig Sommer geworden), in der Hängematte und mit kleineren Bushwalks. Am Heiligen Abend machen wir einen Ausflug nach Dunsborough und Busselton auf der Suche nach einem Tauchkurs für mich. Tauchkurse gibt es, aber sämtliche Campingplätze sind wegen der australischen Sommerferien und der Feiertage restlos ausgebucht. Dementsprechend gross ist auch der Trubel und es geht unglaublich hektisch zu - der ganz normale Weihnachtswahnsinn. Wir sind so viele Menschen und so viel Hektik definitiv nicht mehr gewohnt und sind heilfroh als wir bei Jasmin und Louis ankommen. Sie haben sich bei Margaret River über Weihnachten ein Häuschen am See gemietet und uns zum Weihnachtsessen eingeladen. Mit ihnen verbringen wir einen wunderschönen Wiehnachtsabend an einem wunderschönen Ort - ganz australisch mit Barbeque und Kookaburras. Am 26.12. setzt dann der ganz grosse Ansturm ein und wir sind froh um unser schönes Plätzchen im Nationalpark. Jasmin und Louis kommen uns auch noch zwei Tage hier besuchen. Nach gut einer Woche im Nationalpark beschliesen wir aber dann doch weiterzufahren. Zunächst fahren wir nach Prevelly Beach, um dort die Windsurfer und Surfer zu bewundern. Bei viel Wind und Wellen wird rasch klar, dass hier die absoluten Könner am Werk sind und wir staunen, was sie mit ihren Brettern so alles zaubern. Nachdem der Wind nachgelassen hat fahren wir weiter nach Busselton. Wir wollen noch zur Jetty - mit 1837 Metern die längste der südlcihen Hemisphäre. geht es weiter nach Busselton. . x wirch
wollen noch zur Jetty - mit 1837 Metern die längste der südlichen Hemisphäre. Seit 1974 der hiesige Hafen stillgelegt wurde dient die Jetty als Anglertreffpunkt, Flaniermeile und Touristenattraktion. Ebenfalls seitdem wird die Jetty mehr schlecht als recht (nur noch von einem Bürgerverein mit Spendengeldern) in Stand gehalten und mutet so recht morsch an, aber sie hält (noch). Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Bunbury. Das Stadtzentrum hat viele Geschäfte aber wenig Flair und so fahren wir recht rasch weiter. Eigentlich wollten wir in den Leschenault Peninsula CP aber auf dem dortigen Camp hat es zu viele Fliegen und Stechmücken und keine Bademöglichkeit, sodass wir weiter nach Binningup fahren. Hier bekommen wir den letzten Platz auf einem hässlichen Campingplatz in einem ebenso hässlichen Ort. Auch der Strand ist nicht wirklich schön, aber man kann Baden und das ist bei 37°C unschlagbar gut. In der Hoffnung auf etwas weniger Menschen fahren wir am nächsten Morgen ein Stück ins Landesinnere an den Waroona Dam. Hier tummeln sich aber die gesammelten Motorboot - Helden von Western Australia. Es ist so laut, dass man sein eigenes Wort kaum mehr versteht. Wer nicht Motorboot fährt fährt Auto - und das mit quietschenden Reifen durch das Camp. Wir fahren also weiter in das Lane Poole Reserve. Hier ist die direkte Zufahrt aus dem Süden zu dem meisten Camps über Neujahr gesperrt. Um zu den Camps zu kommen müsste man einen Umweg von 30km fahren und das gleiche dann Morgen wieder zurück. Also bleiben wir stattdessen auf einem kleinen Camp, leider direkt an der zum Glück kaum befahrenen Strasse, aber sonst sehr schön. Viele Schmetterlinge und Vögel - und vor allem wunderbar ruhig. Wir geben trotzdem noch nicht auf und wollen es nochmal mit einem Platz am Wasser versuchen. Daher fahren wir am nächsten Morgen wieder in Richtung Küste und Mandurah. Die ganze Küste ist aber unglaublich voll und hektisch, sodass wir uns recht rasch entschliessen die Küste wieder zu verlassen und ins Landesinnere nach Dwellingup zu fahren. Hier haben Louis und Jasmin einen schönen Campingplatz gefunden. Unterwegs finden wir noch eine Obstplantage, auf der man selbst Himbeeren pflücken kann - unglaublich lecker. Mitten im Wald finden auch wir ein schönes, friedliches Plätzchen. Der nächste Tag ist schliesslich richtg heiss und so mieten wir uns ein Kanu und paddeln auf dem Murray River im Lane Poole Reserve, eigentlich ist der beste Platz im Wasser, sodass wir immer wieder ausgiebige Badepausen einlegen. Am nächsten Morgen fahren wir schliesslich nach Fremantle. Wie schon bei unserer Ankunft in Australien ist Fremantle ein sehr lebendiger und einladender Ort mit vielen schönen Cafes. Nach einem kurzen Bummel durch Fremantle fahren wir weiter in den Norden von Perth, um Greg und Renae, die wir in und um Alice Springs immer wieder getroffen haben, und die inzwischen wieder zu Hause sind zu besuchen. Wir verbringen ein schönes Wochenende mit ihnen. Am Montag fahren wir dann zurück nach Fremantle. Unterwegs klären wir noch die letzten Details mit der Spedition mit der wir unseren Bremach zurück nach Hamburg verschiffen werden. Der Campingplatz in Fremantle ist eine Enttäuschung, eng schattenlos und völlig ohne Atmosphäre - ist aber leider der einzige Campingplatz in Laufnähe zu Fremantle, sodass wir bleiben müssen. Die nächsten Tage mache ich nun doch noch meinen Tauchkurs und Dirk organisiert alles, was es noch für den Rücktransport braucht. Eine unschätzbare Hilfe sind hierbei Klaus und Zafira, die uns zum Bauen der Keile für die Containerräder nicht nur ihre Werkstatt sondern auch ihre tatkräftige Unterstützung und Zeit zur Verfügung stellen. Auf diesem Wege nochmal vielen Dank. Nachdem die Keile gebaut und der Radwechsel auf die Containerräder zumindest einmal geprobt ist, gehen wir noch einen Tag zum Tauchen nach Rottnest Island. Für mich der letzte Tag meines Tauchkurses, für Dirk die ersten nicht tropischen Tauchgänge. Danach heisst es den Bremach reisefertig machen und in unser Appartment in Fremantle umziehen, in dem wir die letzten Tage hier in Australien verbringen werden. Der Abschied aus unserem Bremach fällt schwer, war er doch für die letzten neun Monate unser Zuhause. Dann ist es soweit und der Bremach muss in den Container. Wir treffen schon frühmorgens auf dem Hof der Spedition ein und beginnen mit der Montage der Containerräder. Ein wenig später kommt dann der Zollbeamte. Er ignoriert uns weitgehend und auch die Fahrgestellnumer kann er in den knapp 30 Sekunden, die er da war nicht wirklich kontrolliert haben. Aber das Carnet ist abgestempelt und somit soll uns das recht sein. Nachdem alle vier Containerräder montiert und die Federn vorgespannt sind, passt der Bremach dann in den Container, knapp aber er passt. Wie schon in Zürich klappt auch hier alles reibungslos. Noch ein paar Erinnerungsfotos und jetzt sind wir autolos und das heisst auch, dass der Abschied von Australien nun wirklich unmittelbar bevorsteht. Wir versuchen aber weiterhin den Gedanken so gut es geht zu verdrängen. Je näher er rückt, desto weniger wollen wir es wahrhaben. Nach einem kurzen Einkaufsstop in Perth fahren wir mit dem Zug zurück nach Fremantle. Die letzten zwei Tage verbringen wir so weit es geht draussen um möglichst viel Sonne und Wärme zu tanken, bevor es wieder zurück in den Winter geht. Am 16.1. ist es schliesslich soweit und der Tag des Abflugs ist da. Früh morgens werden wir vom Airport Shuttle an unserem Appartment abgeholt und nachdem wir noch einige andere abgeholt haben geht´s zum Flughafen. Dort angekommen ist überall Polizei und die Menschen stehen alle vor dem Flughafen. Wir finden schliesslich heraus, dass der Flughafen evakuiert wurde. Also heisst es warten. Mittlerweile drehen auch schon die ersten Fernsehhubschrauber ihre RUnden über dem Flughafengebäude und die ersten Journalisten machen sich auf die Suche nach Interview -willigen und werden rasch fündig. Nach etwa zwei Stunden schliesslich werden Wasserflaschen und wenig später auch Sandwiches verteilt - was das wohl heissen mag...... Schliesslich aber teilt die Polizei mit, dass es einen Kabelbrand gegeben hat und die genaue Brandlokalisation noch nicht gefunden ist, der Flughafen aber wohl in einer Stunde wieder geöffnet werden wird. Zwei Stunden später ist es dann tatsächlich soweit. Anstatt wie angekündigt immer nur 50 Personen auf einmal dürfen dann doch alle rein. Das Einchecken geht recht zügig voran, dafür ist die Schlange bei der Pass - und Sicherheitskontrolle umso länger. Mt etwa vier Stunden Verspätung verlassen wir dann Australien und fliegen über Phuket und Bangkok zurück nach Frankfurt.
