Western Australia
Fahrzeugeinfuhr
"What a Mission"
Der erste Gang sollte zur Frachtfirma sein mit der man den Container nach Australien verschifft hat. Dort sollte man eigentlich ein Delivery Order bekommen. Auch wenn das - wie bei uns - nicht beim ersten Besuch klappt, lohnt es sich doch dort Präsenz zu markieren.
Als nächstes solte man sich ein australisches Handy besorgen, da in den nächsten Tagen unzählige Telefonate notwendig sind.
Nun braucht man ein Unternehmen, das den Container vom Hafen, wo er vom Schiff abgeladen wurde zum Zoll- und Quarantänedepot bringt. Hierfür hat man, den Tag der Ankunft nicht mitgezählt, drei Tage Zeit. Danach wird vom Hafen eine Gebühr erhoben, welche wohl 150 - 200 Australische Dollar pro Tag beträgt. Wichtig in Fremantle ist dabei zu beachten, dass der Hafen offensichtlich 2 Arbeitstage Vorlauf braucht, bevor der Container abgeholt werden kann. Es eilt also !!!
Bei uns hat den Transport dann schliesslich auch die FRACHT Australia übernommen bzw. organisiert. Um eine einigermassen konkrete Zusage hierfür, bzw. für die zum Transport vereinbarten Termine zu erhalten waren allerdings stetes Drängeln und "auf die Füsse stehen" notwendig.
Ein sehr gutes Angebot haben wir von Anthony French, Fremantle Customs Brokers Pty. Ltd., 3 Norfolk Street in Fremantle erhalten. Dort wurden wir sehr kompetent beraten und hatten nach 30 Minuten alle Terminangebote. Die Fracht AG war aber dann doch einen Tag schneller und etwas günstiger, sodass sie schliesslich den Zuschlag erhielten.
Die Transportfirma organisiert das "Unpacking" des Containers. Dies sollte möglichst an einem Ort passieren, wo Zoll- und Quarantäneinspektion stattfinden können und das Auto schlimmstenfalls auch nachgereinigt werden kann, da sonst wieder teure Transportkosten anfallen. In Fremantle ist das anscheinend ausschliesslich das Fremantle Container Depot (FCD).
Beim Zoll sollte man auch schon frühzeitig vorbeigehen. Der Zoll ist in Fremantle direkt in der Stadt (2 Henry Street), also problemlos zu erreichen. Vom Zoll bekommt man (auf Nachfrage) auch schon bevor man das Delivery Order hat, ein Formular für die "unaccompanied personal effects statement" und einen gelben Zettel für die Quarantäne (personal effects - appliance for quarantine inspection).
Sobald man das Delivery Order hat und weiss, wann der Container ausgepackt wird geht es zum Zoll zurück (möglichst mindestens 24 Stunden bevor der Container ausgepackt wird). Beim Zoll bekommt man dann den Termin zur Zollinspektion. Unbedingt auch schon das personal effects Formular mit den entsprechenden Listen abgeben (wir wurden nicht danach gefragt, man muss also im Zweifelsfall selber daran denken). Die Liste für die personal effects kann relativ grob sein (Kleidung, Geschirr, etc.), die Medikamente müssen jedoch auf einer gesonderten Liste recht detailliert aufgeführt werden. Man braucht ausserdem die Delivery Order, das Carnet und den Pass. Man bekommt dann eine Telefonnummer, die man einige Stunden später anrufen soll, um telefonisch das Clearing für die personal effects zu bekommen. Das hat bei uns nicht geklappt. Wir haben dann nochmal persönlich nachgefragt und einen Tag später dann vom gleichen Zollbeamten die Auskunft erhalten man erhalte das Clearing bei der Inspektion der Autos. Was nun stimmt ????
Nachdem das erfolgt ist kann man eigentlich telefonisch einen Termin mit der Quarantäne (AQIS) ausmachen - zumindest hatten wir das bisher immer so gelesen. Bei uns fehlte aber noch die Quarantine entry number und ohne die geht gar nichts. Wo man die sonst herbekommt - ob die Transportfirma das eigentlich organisiert oder ob man sich die immer selber besorgen muss, haben wir nicht rausbekommen. Jedenfalls mussten wir, um diese Nummer so schnell wie möglich zu bekommen, direkt zu AQIS gehen und alle Dokumente dort vorlegen. Das Problem hierbei ist, dass das AQIS Büro am Internationalen Flughafen ist und dass der nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Es gibt einen Bus zum Domestic Airport und eigentlich einen Shuttle Bus zwischen dem Domestic und dem International Airport. Das Problem dabei ist nur, dass man den "aus Sicherheitsgründen" nur benutzen darf, wenn man von Flug zu Flug unterwegs ist - wir also nicht. So mussten wir Taxi fahren, was immerhin 22 Dollar pro Fahrt kostet. Mit Zug und Bus und Taxi ist man von Fremantle etwa 2 Stunden pro Strecke unterwegs....
Alternativ gibt es einen dirketen Airportshuttle von und nach Fremantle - der fährt aber zum Teil sehr unregelmässig (immer dann, wenn ein Internationaler Flug landet) und kostet 35 Dollar für 2 Personen pro Strecke. Im Zweifelsfall lohnt es sich also für diesen "Ausflug" ein Auto zu mieten.
Hat man es dann zu AQIS geschafft muss man dort das Carnet, die Delivery Order und die packing declaration (dass nur behandeltes Holz verwendet wurde etc. von der Firma, die den Container eingepackt hat) vorlegen. Dann erhält man die erste Nummer. Mit dieser Nummer geht es dann zur Kasse (wir haben für die zwei Autos im Container 87.50 Dollar bezahlt). Nachdem man bezahlt hat, braucht es dann nochmals 5 - 10 Minuten und dann erhält man die heissbegehrte Quarantine entry Nummer. Mit dieser kann man dann - wieder bei einer anderen Person per Haustelefon, einen Termin für die Quarantäne-Inspektion vereinbaren.
Zwischendurch kann man schon das temporary movement permit besorgen, dass man braucht, um aus dem Hafen zum vehicle examination centre zu fahren. Dieses kann im Voraus auf einen bestimmten Zeitpunkt ausgestellt werden. Das geht theoretisch telefonisch - nach 10 Minuten in der Warteschleife haben wir jedoch aufgegeben und sind direkt hingegangen. Das nächste Licensing centre ist an der Ecke Leach Hwy. / Stock Rd. (erreichbar von Fremantle am Besten mit dem Bus Nr 502 (?) - zu Fuss dauerts 45 min....). Dort erhält man dann das Permit und bezahlt am Besten neben dem Permit auch gleich die Inspektion, da das dort wohl nicht mit Kreditkarte geht. Alles zusammen kostet etwa 95 Dollar. Wir brauchten nur das Kennzeichen anzugeben, Fahrgestell- und Motornummer wurden bei uns nicht verlangt.
Wenn man dann alles zusammen hat, kann dann der grosse Tag der Containerentladung kommen. Den geplanten Termin fürs Unpacking sollte man sich kurzfristig mit Namen des Ansprechpartners nochmal bestätigen lassen, damit das Unpacking auch wirklich "gebucht" ist. Das Fremantle Container Depot ist im North Port und am Besten per Taxi zu erreichen. Zum Containerentladen unbedingt feste Schuhe anziehen - sonst darf man dort (eigentlich) nicht herumlaufen. Dort angekommen - wird dann nochmal die Containernummer verlangt und schliesslich der Container geholt. Die Holzplanken und Zurrgurte werden entfernt und die Autos herausgeschoben.
Bei uns erfolgte zuerst die Quarantäneinspektion und die war wirklich so genau wie man immer liest und hört. Der Inspektor ist mit seinem Rolllboard unter jeden Winkel des Autos gerollt und hat jede Ritze inspiziert. Er war jedoch zum Glück fast vollauf zufrieden ("good job"). Zwischen zwei Kabeln hat er noch ein oder zwei Grashalme gefunden, welche innerhalb weniger Minuten mit einem Staubsauger entfernt wurden. Die Prüfung des Innenraums gestaltete sich dagegen sehr kurz. Die Schuhe inklusive Schuhsohlen wurden kontrolliert und nachdem auch das zu seiner Zufriedenheit gereinigt worden war und wir keine Nahrungsmittel dabei hatten, wurde das Auto als sauber deklariert und nach neuerlicher Rückversicherung mit dem Hauptquartier freigegeben. Also hatte sich die stundenlange Putzerei vor der Abfahrt doch gelohnt !
Etwas später kam dann zum vereinbarten Termin auch der Zollinspektor. Die Zollinspektion fiel zeimlich kurz aus. Der Zollbeamte hat lediglich die Fahrgestellnummer des Autos mit der auf dem Carnet eingetragenen verglichen, das Carnet abgestempelt und uns dann eine gute Reise gewünscht.
Losgehen konnte es aber dann trotzdem noch lange nicht. Unsere Frachtfirma hatte wohl dem Zoll (?) noch nicht gemeldet, dass unser Container in das Fremantle Container Depot (FCD) transportiert worden war, sodass er im Computer des Zolls immer noch im Hafen stand. Anscheinend hatte der Zoll das Problem schon vor einigen Tagen festgestellt, es uns aber nicht gesagt. Letztlich mussten wir also solange warten bis unser Container auch im Computer im Container Depot angekommen und von dort freigegeben wurde, bevor wir losfahren konnten. Glücklicherweise waren im FCD alle sehr hilfsbereit und nett und haben das ganze Problem in die Hand genommen und immer wieder mit dem Zoll und Fracht Australia telefoniert. Um uns die Wartezeit zu verkürzen bekamen wir sogar einen Kaffee. Drei Stunden später war es dann tatsächlich soweit und wir konnten unseren Bremach erstmals auf Australiens Strassen fahren.
Die Fahrt ging dann geradewegs zum Vehicle Inspection Centre, um die notwendige Fahrzeugprüfung hinter uns zu bringen.
Das Vehicle Inspection Centre ist an der Ecke Stockdale Rd. / Stock Rd. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Öffnungszeiten 7.30.- 12 Uhr und 13 Uhr bis 15.45 Uhr. Die Warteschlange war zum Glück nicht allzu lange, sodass wir nach ca. einer weiteren Stunde schliesslich an der Reihe waren. Die Prüfung beschränkte sich auf die Prüfung aller Lichter und eine visuelle Prüfung des Autos von unten. Nach weiteren 20 Minuten Warten erhielten wir dann schliesslich die nötigen Papiere, um damit zum Office am gleichen Ort zu gehen und unseren Bremach auch offiziell zuzulassen. Das erforderte nochmal ein bisschen Paperwork, aber dann erhielten wir schliesslich gegen eine Gebühr von 240 Dollar für 12 Monate den heissersehnten Kleber mit der offiziellen Zulassung. Sprich es kann nun endlich losgehen !!!!
Insgesamt dauert der ganze Spass ca. eine Woche und ist recht zeit- und nervenaufreibend. Die Kommunikation ist zum Teil mangelhaft und immer wieder ist jemand anders zuständig, von dem man dann wieder eine andere Auskunft erhält. Es hilft also nur immer wieder zu fragen und zu drängeln. Wir haben immer mehr erreicht, wenn wir hingegangen sind. Auch wenn theoretisch fast alles alles telefonisch geregelgt werden kann, geht es praktisch deutlich schneller und besser, wenn man selber vor Ort ist.
alles telefonisch zu erledigen ist, geht alles wesentlisch schneller und einfacher vor Ort.
In Kürze:
1) Transportfirma
- stellt das Delivery Order aus
- Angebot machen lassen für den Transport aus dem Hafen zum Containerdepot, wo die Inspektion stattfinden kann
2) ev. andere Angebote für den Containertransport einholen
3) Zoll
- personal effects Formular abholen
- gelben Zettel für die Quarantäne mitnehmen (personal effects - appliance for quarantine inspection)
4) Zeitpunkt für den Containertransport und Unpacking abmachen, dabei unbedingt eine Kontaktperson für das Unpacking verlangen, mit der man kurzfirstig den genauen Termin nochmal absprechen kann
5) Falls noch nicht erfolgt Delivery Order abholen (haben wir per e-mail bekommen)
6) Zoll
- mitnehmen: Carnet, Pass, Delivery Order, Inventarliste, Medikamentenliste
- Termin für Zollinspektion abmachen
- Personal effects Formular und Listen abgeben - man erhält dann eine Telefonnummer, wo man einige Stunden später anrufen kann, um das customs clearing für die personal effects zu erhalten. (Hat bei uns nicht geklappt, auf neuerliche Nachfrage haben wir am nächsten Tag vom gleichen Zollbeamten die Auskunft bekommen, das Clearing würde bei der Inspektion des Autos erfolgen !?!)
7) AQIS
- erst nach dem Zoll, da AQIS immer fragt, ob man schon beim Zoll war und das Clearing bekommen hat (reicht aber wenn man glaubhaft versichert man habe das bekommen - die Papiere sollten aber da sein)
- mitnehmen: Carnet, Delivery order, packing declaration
- Erhalt der Quarantine entry number
- Termin für die Quarantäne Inspektion abmachen
8) Lincensing centre
- mitnehmen: Carnet (falls ausser dem Kenzeichen doch Fahrgestell- und Motornummer verlangt werden)
- man erhält ein temporary permit, um das Auto zu fahren
9) Containerentladung
- feste Schuhe anziehen
- Zoll - und Quarantäneinspektion
10) Vehicle Inspection Centre
- mitnehmen: Carnet. Temporary permit mit Quittung der bereits bezahlten Gebühr, Pass, Fahrzeugschein
- man erhält die Zulassung (max. 12 Monate)
11) Gute Reise
Im Nachhinein haben wir uns überlegt, wo eventuell die Möglichkeit besteht das ganze zu beschleunigen. Möglicherweise kann man nachdem man das Bill of Lading erhalten hat schon von zu Hause aus Kontakt mit einigen Speditionen in Fremantle aufnehmen und Angebote einholen, dann kann bereits unmittelbar nach Ankuft der Auftrag erteilt werden.
Ausserdem spart man sich viel Zeit, wenn man gleich nach der Ankunft am International Airport zu AQIS geht und sich dort eine Nummer geben lässt (spart einem später den erneuten Weg dorthin). Allerdings bekommt man offiziell erst eine AQIS Nummer, nachdem man beim Zoll gewesen ist (ist aber wahrscheinlich trotzdem einen Versuch wert).
