Bremach
Fahrzeugwahl
Eine schwierige Entscheidung und auch eine nicht zu unterschätzende emotionale Angelegenheit, insbesondere wenn man sich die Grabenkämpfe Landrover vs. Landcruiser in den Internetforen anschaut.
Nachdem wir die excellente Homepage von Wolfgang und Birgit http://www.bush-sweepers.org im Internet gefunden haben, ist die Entscheidung für einen Bremach rasch gefallen:
- einfache, solide Fahrzeugtechnik ohne überflüssige Elektrik
- robustes Fahrwerk, was auf eine hohe Zuladung ausgelegt ist und somit nicht konstant überlastet ist
- moderner IVECO- Motor, der in hoher Stückzahl gefertigt wird und auf der ganzen Welt rumfährt
- niedriger Spritverbrauch (Durchschnitt etwa 10 Liter pro 100km bei moderater Reisegeschwindgkeit und einer Reisestrecke in
Australien von über 35.000 km, entsprechend gute Reichweite bei vollgetankt 250 Liter Diesel.)
- auch bei schlechtem Wetter ausreichendes Raumangebot
- Spurweite eines Landrover/ Landcruiser, was verhindert, dass wie beim LKW häufig eine Fahrzeugseite durch den Busch fährt
- Verlässlicher Service und Support auch unterwegs durch Erich Christ in Österreich http://www.bremach.at
sei es per e-mail oder auch Telefon.
Ausrüstung und Werkzeug
Ausrüstung, Werkzeug:
Es gibt diverse Ausrüstungslisten im Internet, hieraus muss man sich eine passende zusammenbasteln.
Ausrüstung gibt es bei den allseits bekannten Läden: Atlas Travel in Bern bzw. Ins, AMR in Lüneburg , Därr in München oder Woick in Filderstadt.
Aus eigener Erfahrung muss man aufpassen, nicht 1000 verschiedene Listen anzufangen.
Bremach:
Wir hatten eine "erweiterte Werkzeug- Grundausstattung" an Bord.
Im direkten Einsatz bei uns waren:
Schraubenschlüssel, Steckschlüssel, Imbusschlüssel, Schraubendreher, Waaserpumpenzange, Franzose, Hammer, Flachmeissel (in verschiedenen Grössen) und Montiereisen als Hebel, Durchschläge, Drahtbürste, Feilen, elektrisches Messgerät, Manometer, Radmutternschlüssel, Fettpresse, Schmirgelpapier, Kompressor
Mitgeführte Ersatzteile:
Kühler- und Kraftstoffschlauch, alle Filter ohne Luftfilter, Keilriemen, Tankdeckel, Ersatz Windschutzscheibe, 1 Öldruckdämpfer für das Klappdach, Dichtring Sprengringfelge, Allrad- Kontrollschalter, Wellendichtring Kardanwelle, Federbolzen, Radmuttern, Schmiernippel, Rollenlager (VTG), Lochband
Glühbirnen, Reparaturmaterialien (Dichtmassen und -kleber, Plastic-Steel, Kabel, Isolierband.....), .
Kleinteile: div. Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben, Schlauchschellen, Splinte, Kabelbinder, Sicherungen, Ersatzventile.....
Motoröl, Getriebe=Differentialöl, Hydrauliköl, Bremsflüssigkeit, Kühlwasserzusatz, WD40, Schraubensicherung, Kleber
Benötigt haben wir:
1 Kühlerschlauch (durchgescheuert)
1 Tankdeckel (verloren weil nicht richtig draufgeschraubt)
Kabelbinder und Gummimaterial als Scheuerschutz bzw. Vibrationsschutz
ca. 1 Liter Motoröl ausserhalb des Service, ca. 1 Liter Hydrauliköl
Gelenkwelle Lenkung (ausgeschlagen, per Post aus Österreich, Reparatur wäre whs. auch möglich gewesen)
Getriebeaufhängung (geschweisst, hält seit 20.000 km bestens)
2 Öldruckdämpfer fürs Klappdach (defekt im Abstand von 2 Wochen, problemlos in AUS zu bekommen)
Bremskraftregler (defekt, IVECO Parts, problemlos in AUS zu bekommen)
Schmirgelpapier und WD40 bei Kontaktproblemen am Scheibenwischer, der Hupe, am Tachogeber am Getriebe sowie am Dieselfiltersensor.
Generelle Tipps, Tricks, Bemerkungen
- Australische IVECO- Werkstätten haben uns in der Mehrzahl nicht überzeugt.
Es gibt immer jemanden, der sich offensichtlich gut mit den Iveco- Motoren auskennt und auch weiss, was zu tun ist. Problem ist, dass derjenige aber nicht selbst am Auto arbeitet, sondern irgendein "Mechaniker".
Nach entsprechend schlechter Erfahrung sind wir beim letzten Service nicht mehr vom Bremach gewichen. Das ist auch unser Tip für Iveco Werkstätten in Australien: daneben stehenbleiben, auch ohne extensives Fachwissen erkennt man, dass man eine Kardanwelle mit eingepresstem Fett blockieren kann und zum Dieselfilterwechsel nicht den halben Motorraum ausbauen muss.........
Überzeugend fanden wir den Buschmechaniker bei Iveco in Alice Springs, der uns die Getriebeaufhängung geschweisst und zusätzlich verstärkt hat. Das Ding hält immer noch. Aus- und Einbauen lässt sich das Teil selbst........
- Bergegurte (es braucht auch lange Gurte, ein 20m Gurt ist kein Luxus).
- ein wasserdichter Beutel aus dem Ausrüstungsladen ist ein guter Ersatz für die Bürstenkonstruktion an der Feststellbremse. Mit einem solchen Sackkonstrukt kommt deutlich weniger Staub in den Innenraum.
- Campingtisch mit höhenverstellbaren Beinen, hiermit lassen sich Unebenheiten/Gefälle problemlos ausgleichen.
- Eine Coleman- Benzinlaterne gibt ein wunderbares Licht. Auf der ganzen Reise haben wir 3 Glühstrümpfe gebraucht, der Generator ist immer noch original. 2 PVC- Blumentöpfe mit Isomatte ausgekleidet und zusammengesteckt schützen die Lampe unterwegs optimal.
- Gasanschluss australische Flasche auf deutschen Anschluss: Problem !!
Die deutsche Gasflasche darf nicht im Container verschifft werden. Wir haben weder in Deutschland noch in Australien jemanden gefunden, der uns eine Schlauchverbindung von der australischen Gasflasche auf den deutschen Anschluss herstellt.
Letztlich haben wir die Verbindung selber gebaut: australische Flasche, Druckregler und Anschlusschlauch mit deutschem Wandanschluss: mit Schlauchschellen und Gasdichtungsband geht das problemlos und ist dicht. Das Gas in Australien ist auch mit "Knoblauch-Aroma" versetzt, sodass man Undichtigkeiten riechen würde, zur Sicherheit haben wir aber bei Nichtgebrauch der Kochstelle die Gasflasche immer zugedreht.
- Richtig gekocht haben wir wegen Geruch, Fett usw. in der Regel nur draussen. Hier hat sich der MSR- Benzinkocher bestens bewährt. Mit Coleman Fuel gibts auch beim Benzinkocher keinerlei Probleme, der Benzinverbrauch ist gering.
- Wasservorrat in 4 Kanistern bewährt sich ausserordentlich. Das gute Trinkwasser lässt sich somit vom Brauchwasser z.B. fürs Duschen einfach separieren. Zudem kommt man an das Wasser jederzeit und problemlos auch ohne Pumpe ran.
Wartung unterwegs
Die bebilderte Bedienungsanleitung von Erich Christ beschreibt auch die Wartung unterwegs.
Erich´s Reparaturanleitung ist wunderbar allgemeinverständlich verfasst.
Somit haben wir mindestens einmal pro Woche unter dem Bremach gelegen und abgeschmiert und kontrolliert.
Nach Wasserdurchfahrten und sehr staubiger Piste entsprechend häufiger, insbesondere die Federbolzen lassen sich sonst nicht mehr abschmieren.
Nach heftigeren Passagen und Geländefahrten ist eine tägliche Kontrolle sinnvoll. Die gebrochene Getriebeaufhängung und den abvibrierten Stossdämpfer am Cape York haben wir so frühzeitig entdecken und beheben können. Der losvibrierte Stossdämpfer hätte sonst sicher die Bremsleitung durchgescheuert, liess sich mit Loctite und Duct-Tape aber sicher fixieren.
Serviceintervalle gemäss Serviceplan.
Fettkartuschen gibts in Australien am bestem beim Landmaschienenhandel. Vorsicht: es gibt verschiedene Kartuschengrössen.
