Containerrücktransport

Containerverschiffung nach Australien

Die Containerverschiffung ist ein deutlich kurzfristigeres Geschäft als man ursprünglich denkt. Wir haben erst ca. 2-3 Monate vor der geplanten Abfahrt überhaupt Angebote der einzelnen Unternehmen erhalten. Für alle, die nicht in der Nähe eines grossen Fährhafens wohnen lohnt es sich zu schauen, ob es die Möglichkeit gibt den Container wohnortnah zu beladen. Man sollte unbedingt Angebote mehrerer Anbieter einholen, da die Unterschiede z.T. erheblich sind.
Was das für Australien obligatorische Reinigen des Autos angeht ist eine Waschanlage mit Hebebühne eine deutliche Erleichterung. Die Suche nach einer solchen lohnt sich also. Das Waschen ist auch so noch mühsam und langwierig genug. Also auf jeden Fall genug Zeit einplanen.
In Europa gibt es leider die 20 Zoll Container nicht in der "high cube" Version, was für den Bremach das Montieren von Containerrädern und Federn nachspannen erfordert, um ihn unbeschadet in den Container hinein zu fahren. Wir hatten das Glück, dass wir einen zweiten "mitreisenden" Bremach hatten und so den 40 Zoll Container nehmen konnten. Den gibt es nämlich auch in Europa in der high cube Version, sodass wir einfach reinfahren konnten. Das Verlaschen und Sichern wurde von der Firma übernommen (das ist schon aus versicherungstechnischen Gründen notwendig).

Hier einige Beispiele für Unternehmen, die 2008 aus der Schweiz nach Fremantle verschiffen. Sie haben uns z.T. sehr gute Angebote gemacht, sodass wir zu guten Konditionen aus der Schweiz verschiffen konnten.
I.T.S. Transport über MSC http://www.its-transport.ch
Freight Factory http://www.freightfactoryintl.ch
Schenker Schweiz http://www.schenker.ch
Beat Suter AG http://www.beat-suter.com
Müller Gysin http://www.muellergysin.ch
Fracht AG Zürich http://www.fracht.com

Wir haben uns schliesslich für die Fracht AG entschieden. Die Fracht AG hat dann für uns das Beladen des Containers in Zürich Niederglatt durch die Firma T- Link Transpo- Pack AG organisiert. Das hat alles problemlos funktioniert.

Einige Tage nachdem der Container gepackt wurde, erhält man von der Transportfirma das Sea way bill und für Australien eigentlich auch eine "Packing declaration", die besagt, dass nur behandeltes Holz verwendet wurde, etc. (fehlte bei uns und wurde dann aus Australien organisiert).

Die Transportversicherung ist oft günstiger, wenn man sie separat abschliesst. Auch hier ist es wieder lohnenswert verschiedene Angebote einzuholen, da es auch hier z.T. erhebliche Unterschiede bezüglich Versicherungspreis gibt (etwa 0,7 - 1,5 % des versicherten Fahrzeugwertes). Unterschiede gibt es ausser im Preis dahingehend, ob die Versicherung den Transport von Containerverlad zu Containerentlad oder von Hafen zu Hafen versichert, ausserdem, ob auch Beschädigungen oder nur "total loss" versichert ist.
Wir haben und schliesslich für GGR http://www.ggr.de entschieden. Eine gute Alternative hierzu ist die Delvag.

Containerverschiffung zurück nach Deutschland

Auch hier macht es erst etwa zwei bis drei Monate vor dem geplanten Rückreistermin Sinn sich um den Containertransport zu kümmern.
Wir haben verschiedene Speditionen mit Sitz in Perth per e-mail kontaktiert. Letztlich haben wir von folgenden Speditionen Angebote erhalten (für das Packing des Containers in Perth und den Transport von Perth bis nach Hamburg, das Ausladen in Hamburg haben wir separat organisiert):
- Worldlink (Ivor Mofflin) http://www.worldlinkau.com , imofflin@worldlinkperth.com
- Challenge Freight (Nick Taylor) http://www.challengefreight.com.au , info@challengefreight.com.au
- Schenker (Penny Shen) http://www.Schenker.com.au , penny.shen@schenker.com
- Deugro (Richard Jürgens oder Bryan Chew) http://www.deugro.com richard.uergens@deugro.com oder Bryan.Chew@deugro.com
- Express Link - XLI (Leigh Moss) http://www.xli.com.au , leigh@xli.com.au
Beim Vergleichen der Preise ist wichtig, die unterschiedlichen Umrechnungskurse von US Dollar in Australische Dollar, die dem Preisangebot zugrunde liegen zu berücksichtigen. Die Preise lagen alle so um die AU$4750 bis 5000.

Wir haben uns schliesslich für XLI entschieden, da dies das einzige Angebot mit Fixpreis war.
Der e-mail Kontakt war perfekt und auch die Organisation des Containers und das Einladen in Perth (im Hof der Firma in Cloverdale) haben reibungslos geklappt. Verschifft wurde mit MAERSK.
Der ganz grosse Wehrmutstropfen kam dann aber beim Auspacken in Hamburg, da der Bremach praktisch überhaupt nicht verlascht war. Auch hier gilt wohl wie überall in Australien - man muss dabei bleiben und alles kontrollieren. Glücklicherweise ist so gut wie nichts passiert - dennoch können wir XLI mittlerweile nicht mehr empfehlen.

Die Containerversicherung haben wir wieder über GGR http://www.ggr.de abgeschlossen. Liess sich problemlos alles per e-mail organisieren.

So frustran es auch sein mag, ein Schaden am Fahrzeug aufgrund mangelhafter Verlaschung muss direkt mit der Containerversicherung abgerechnet werden. Dummerweise sind z.B. Lackschäden durch die Versicherung nicht gedeckt, es sei denn, man lässt vor der Verschiffung ein Wertgutachten erstellen.
Der Spediteur, in diesem Fall XLI, lässt sich kaum belangen. Unter anderem auch deshalb, weil er ja in Australien sitzt und somit australisches Recht gilt.
XLI mit Leigh Moss ist selbst nach Zusendung eines Fotos des um die Bremsleitung (!) gelegten Gurtes nicht weiter an der Bearbeitung des Falles interessiert.
Wir hätten es wissen müssen: erst das Speditionsgelände verlassen, wenn die Containertür nach kontrollierter Verlaschung geschlossen ist. Sicher kein Fehler, ein eigenes Schloss anzubringen.

Von anderen haben wir erfahren, dass Speditionen auch Subunternehmen mit dem Containertransport beauftragen können. Da weiss dann gar keiner mehr, wer wofür zuständig ist.......
Sicher ein Punkt, den man also auch vertraglich fixieren sollte.

Unpacking in Hamburg

Zurück in Deutschland haben wir uns dann mit verschiedenen Hamburger Speditionen in Verbindung gesetzt, um das Unpacking des Containers zu organisieren. Es brauchte meist viele Erklärungen, da die Existenz eines Carnet de Passages und was es damit genau auf sich hat, offensichtlich nicht allen präsent waren. Schliesslich haben wir drei Speditionen gefunden, die uns ein "Komplettangebot" gemacht haben. Bei allen anderen hätten wir die Hafengebühr gesondert bezahlen müssen. Nur wo und wie das geht, konnte uns keiner beantworten.
- Firma LTM, Logistik und Transportgesellschaft Meyer, Hamburg http://www.ltm-hamburg.de etmeyer@hamburg.de
- Firma Carl Hartmann Überseespedition, Bremen http://www.carl-hartmann.com k.behnke@carl-hartmann.de
- Firma Damco, Hamburg http://www.damco.com hamdamoceimp@damco.com

Wir haben uns schliesslcih für die Firma Damco entschieden. Das Entladen des Containers wurde über die Firma Eichholtz & Cons. GmbH organisiert. Dort wurde der Bremach sehr kompetent aus dem Container entladen und wir konnten in deren Halle, um die Räder zu wechseln, was bei nasskaltem Hamburger Wetter im Februar sehr angenehm war.

Nun ging´s zum Zoll. Nachdem wir gefunden haben, wo wir hin müssen (ist nicht ganz einfach, da alles gleich aussieht und alle, die man fragt unglaublich unfreundlich sind), wurde unser Carnet abgestempelt. Nach einer ziemlich unfreundlichen Belehrung über das Mitführen von Alkohol und Zigaretten etc. wurde unser Bremach dann kurz von aussen begutachtet und dann zur Durchleuchtung geschickt. Man fährt das Auto auf ein Fliessband, auf dem es dann durch eine gigantische Röntgenkammenr geschleust wird. Offensichtlich waren unsere 7 Flaschen Wein, dann doch gerade noch erlaubt, sodass die grüne Ampel aufleuchtete und wir zum Ausgang fahren durften. Der Beamte dort hatte dann wohl auch das erste Mal in seinem Leben ein Carnet de Passage in der Hand ("was ist das denn?" und "ist das jetzt schon abgefertigt?"). EIn paar Minuten Small Talk später und nachdem wir ihm gezeigt hatten, wo der Stempel ist, hat er uns dann aber im Brustton der Überzeugung versichert, dass das ja nun "zollamtlich abgefertigt" sei und wir somit jetzt weiterfahren dürften (manche lernen ganz schnell dazu...).

Somit war unser Bremach nun wieder zurück auf Deutschlands Strassen.

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